Seminar Rollenspielentwicklung: Tag 3

Nachdem ich letzte Stunde ein paar Mittel zur Hintergrundfindung vorgestellt hatte, hatten die Studenten Zeit sich ein paar interessante Hintergründe für ihr Rollenspiel auszudenken. Tatsächlich hatte jeder einzelne eine kurze, knackige Idee präsentiert, teilweise schon ausgefeilt, teilweise noch sehr skizzenhaft. Aus diesen Vorschlägen wurden ganz demokratisch vier Hintergründe ausgewählt, auf die sich wiederum die Studenten dann in Gruppen verteilen konnten. Diese Teams werden, so alles läuft wie es soll, den Hintergrund ausarbeiten und auf dessen Basis jeweils ein Regelsystem erstellen. Nächste Woche stehen dann die „Pitches“ an, also die ersten richtigen Vorstellungen der Hintergründe mit Mood Boards, Zielgruppe, vorrangigem Spielstil, Ziel des Spiels, spielbaren Charakteren usw.

Von den Studenten ausgewählt wurden folgende vier Ideen (wie gesagt, sehr grob noch):
1. Ein Rollenspiel für Kinder, in denen man kleine Elementare spielt, deren Kräfte man kombinieren kann.
2. Amerikanischer Bürgerkrieg mit Horror-/Mystik-Elementen
3. Eine Steampunk-Fantasywelt, die teilweise von einem Meteoriteneinschlag verwüstet wurde, der dafür aber so etwas wie Powerstones auf die Welt gebracht hat. Eine Mischung aus Neubesiedlung und Goldrausch als Grundthema.
4. Post-Eiszeit, auch hier mit Neueroberung als Grundthema.

Nun kann man bei jedem Thema (also wirklich bei jedem, nicht nur bei diesen vier) irgendein Rollenspiel finden, dass das doch auch irgendwie so oder so ähnlich macht. Aber das ist nicht weiter tragisch. Ich bin mir sicher, dass die Studenten die Eigenständigkeit ihrer Spiele heraus arbeiten werden.

Nach der Themenverteilung und Gruppenbildung bin ich dann nochmal auf den theoretischen Teil zurück gekommen. Aufgrund der verbliebenen Zeit hat es aber „nur“ für die Besprechung möglicher Grundmechanismen gereicht. Die sind zwar für das eigentliche Systemdesign gar nicht so wichtig, bilden aber die Schnittstelle zwischen System und Spieler. Näheres zu dem Thema findet sich hier.

Veröffentlicht unter Forschung & Entwicklung, Schreiben | Verschlagwortet mit , , | 2 Kommentare

Seminar Rollenspielentwicklung: Tag 2

Der zweite Abend des Seminars Rollenspielentwicklung konzentrierte sich primär auf das Thema „Hintergrundfindung“. Wie bereits angemerkt bestand bei einigen Studenten eine gewisse Unsicherheit ob der Aussage „Eigentlich gibt es schon so ziemlich zu allem ein Rollenspiel“. Daher habe ich ein paar Methoden gezeigt, wie man an interessante neue Hintergründe kommen kann.

1. Ein paar Grundregeln
Es spricht nichts dagegen mit Klischees zu arbeiten. Auch das Aufbrechen einzelner Klischees ist nichts schlechtes. Im Endeffekt geht es oft darum das Fremde im Bekannten wiederzufinden. Und umgekehrt. Ein Hintergrund, der total fremdartig ist, mag sehr spannend sein, ist aber auch schwierig zu vermitteln. Das mag mit ein Grund dafür sein, dass durch fast jedes Fantasysetting Ritter, Wikinger und Magier laufen, genauso wie Elfen, Zwerge und Orks (auch wenn sie bisweilen anders genannt werden). Es sind eben bekannte Elemente, die immer wieder neu arrangiert werden. Das soll kein Aufruf sein bloß nichts Neues zu machen. Aber nur Fremdartigkeit auf allen Ebenen überfordert viele Spieler. Hier kann eine solide Mischung zielführend sein.

2. Konflikte, Fraktionen und die Frage von Gut und Böse
Ein Hintergrund für ein Rollenspiel muss Konflikte liefern. Konflikte, vorzugsweise auf unterschiedlichen Ebenen und in unterschiedlichen „Härtegraden“, ermöglichen vielfältige Handlungen. Herrscht im Hintergrund eitel Sonnenschein mag man sich ansonsten die Frage stellen, was die Charaktere dort treiben sollen. Um den Hintergrund für die Spieler greifbarer zu machen, kann es nicht schaden, die Fraktionen, zwischen denen die Konflikte stattfinden, klar zu umreißen und gegebenenfalls auch zu überzeichnen. Gerade bei Fantasy wird hier gerne der grobe Pinsel ausgepackt und auch oft mit objektivierbarem Gut und Böse hantiert. Man kann natürlich auch den anderen Weg einschlagen und mit vielen Grauschattierungen arbeiten. Dies muss aber dann mit Spielziel und restlichem Hintergrund korrespondieren. Strahlende Helden gehen in einer grauen Welt schnell vor die Hunde, Gauner und Intriganten leben in ihr jedoch auf.

3. … immer und immer wieder
Gibt es einen zentralen Konflikt stellt sich die Frage, was geschieht, wenn er gelöst ist. Endet dann das Spiel? Rollenspiele, außer explizite One-Shots, sind meist auf längere Laufdauern ausgelegt. Man sollte daher bei der Gestaltung der Konflikte darauf achten, dass sie eben dieses längere Spiel auch ermöglichen.

4. Des Pudels Kern: Die Hintergrundauswahl
Aus dem Stand kreativ zu werden ist zwar trainierbar, aber für viele eben nicht einfach. Daher habe ich ein paar unterschiedliche Herangehensweisen zusammen gebaut, die dabei hilfreich sein können.

Was wäre wenn am Ort X zur Zeit Y …
Außerirdische landen?
sich ein Portal zur Hölle öffnet?
Engel auf die Erde stürzen?
ein Zombievirus freigesetzt wird?
Zeitreisende Einfluss nehmen?

Das Was-wäre-wenn-Spiel produziert schon diverse unterschiedlichste Szenarien. Landen die Außerirdischen 1890 in London? 1450 in Tenochtitlan? Oder 2100 auf dem Mond? Was wollen sie? Wie ist ihr technologischer und gesellschaftlicher Stand? Wie reagieren die Menschen auf sie? Die Konsequenzen und sich entwickelnden Szenarien sähen völlig unterschiedlich aus. Man kann hier natürlich noch diverse andere Szenarien jenseits von Aliens, Engeln und Zombies bauen. Es geht erstmal nur darum die Bandbreite von Alternate History bzw. Alternate Reality zu zeigen.

5. Solide Inspirationsquellen
Neben solchen Gedankenspielen kann man sich auch an Inspirationsquellen halten. Hierbei gilt: Klau nicht bei deinem Nachbarn!
Wenn man beispielsweise im Themenfeld „Fantasy“ unterwegs ist, halte ich es zumindest für keinen guten Plan, sich ausgerechnet bei Game of Thrones zu bedienen. Man sollte sich eher fragen, woher andere Autoren ihre Inspiration beziehen. Man kann sich hierbei entweder „querinspirieren“, also beispielsweise bei GoT mopsen, das aber in eine Bergbaukolonie in einem Asteroidengürtel verlegen, oder man geht gleich an die Quellen ran. Zugegeben, da bricht dann bei mir mal wieder der Historiker durch. Solide Inspirationsquellen findet man beispielsweise in Mythologien, Verschwörungstheorien (also quasi moderne Mythologien), der Betrachtung möglicher zukünftiger Technologien und deren Konsequenzen und natürlich der irdischen Geschichte und deren Originalquellen. Da muss man sich dann auch nicht mit Plausibilitätsfragen rumschlagen.

6. Perspektivwechsel
Manchmal reicht es auch, ein „Standardszenario“ aus einem anderen Blickwinkel ins Visier zu nehmen. Warum spielt man bei der EDO-Fantasy nicht mal die Orks? Oder die Drachen? Oder einen Stamm intelligenter Kakerlaken in einem Alchimistenlabor? Warum nicht mal ein Volk aus intelligenten Lüftungsschacht-Parasiten auf einem automatisierten Generationenraumschiff? So lassen sich auch schon ausgeleierte Hintergründe mit neuem Leben füllen.

Geschlossen habe ich dann mit einer Reihe von Bildern für die eher visuell Veranlagten, wobei das von Breaking Bad über die Teletubbies und den ersten Weltkrieg bis zu fliegenden Walen ging. Ich bin mal gespannt, was sie sich schlussendlich ausgedacht haben. Das sollte dann (unter anderem) Thema für die nächste Stunde sein.

Ach ja: Mir ist bewusst, dass das Thema „Inspirationsquellen“ ein weites ist und die Darstellung hier nur einen kleinen, sicher auch subjektiven Einblick bietet. Für die Sachfrage sollte es aber reichen.

Veröffentlicht unter Forschung & Entwicklung, Geschichte, Schreiben | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

Seminar Rollenspielentwicklung: Tag 1

Ich habe die große Freude und Ehre an der Hochschule Trier dieses Semester ein Seminar zur Rollenspielentwicklung geben zu dürfen für den Studiengang Informatik – Digitale Medien und Spiele. Das ist für mich auch eine gute Gelegenheit mein zu einem guten Teil über die Berufserfahrung autodidaktisch gesammeltes Wissen zu sortieren und abrufbar zu machen. Begleitend habe ich mir vorgenommen die einzelnen Seminartermine hier im Blog zu begleiten so ich dafür immer Zeit finde.

Das Ziel
Die Studenten werden unter meiner Anleitung in Kleingruppen eigene kleine Systeme entwickeln, um sie dann im Rahmen einer Hausarbeit zu analysieren. Oder kurz gesagt: Sie bauen ein System und erklären dann, warum sie es so und nicht anders gemacht haben. Ich hoffe so das eher intuitive Systemgebastel zu verhindern, das ansonsten oft angewandt wird.

Der erste Tag
Letzte Woche ging es los, und zwar wie immer erstmal mit dem üblichen Dreiklang aus Vorstellung, Themenüberblick und Verwaltungsgedöns. Danach habe ich erst einmal einen kleinen Warnschuss bestehend aus ein wenig Theorie über Spielebenen, GNS-Modell und die ersten Schritte bei der Planung und Entwicklung abgefeuert. Ich hab dafür Teile des Vortrags von der RatCon 2016 wiederverwertet. Das Seminar soll eine durchaus fundierte Mischung aus Theorie und Praxis werden, und darauf wollte ich vorbereiten. Ist halt kein Sitzschein. Tatsächlich ist auch ein Student abgesprungen, aber wohl weil ihn die dicken Bücher eingeschüchtert haben, die ich mitgebracht hatte. Tatsächlich waren sie nur als Schauobjekte meiner bisherigen Tätigkeiten im Rollenspielbereich gedacht gewesen, und ich hab halt hauptsächlich an Dickschiffen herum geschraubt. Für die nächste Runde bin ich aber nun vorbereitet: Ich habe auf der Spiel in Essen Ratten!, Dungeonslayers und Destiny Beginner gekauft als Beispiele kleiner, kompakter Systeme.
Als nächstes steht dann die Entwicklung eines bespielbaren Hintergrundes auf dem Plan. Das könnte etwas knifflig werden, da die Aussage „Eigentlich gibt es schon so ziemlich zu allem ein Rollenspiel“ wohl Unsicherheiten ausgelöst hat. Ich habe einige Tricks und Kniffe vorbereitet, um bei den Studenten die Ideenfabrik ans Laufen zu kriegen.

Veröffentlicht unter Forschung & Entwicklung, Schreiben | Verschlagwortet mit , , | 1 Kommentar

Sachen, die ich schon immer schreiben wollte…

… aber so schnell wohl nicht dazu kommen werde. Oder gar nicht. Über die Jahre sammeln sich viele Ideen an, die eigentlich nach einer Umsetzung schreien. Aber da ich nur noch so nebenher und wenn ich Zeit habe schreibe und diese Zeitslots mit einem natürlich hoch geheimen Projekt für Ulisses voll sind, bleibt vieles andere ungeschrieben auf der Strecke. Unter anderem wären dies folgende:

 

Die Schwarze Katze
Ein Reiseführer für Bordelle und Spielhöllen in Aventurien. Vom schmierigen Kellerpuff im Hafen von Festum bis zum Lustschloss im Lieblichen Feld, von Spielhöllen in Hinterzimmern bis zum Casino für die oberen 10.000. Zwei Dutzend Locations mit NSCs, Räumlichkeiten (mit Plänen) usw. Das Thema Sexualität ist in Aventurien ja recht vielfältig, da sollte einiges gehen, ohne mit Wiederholungen zu langweilen.

 

Die ewige Weite
Der Limbusquellenband für DSA. Wege rein und raus aus dem Limbus, aber auch all die Dinge, die einem dort begegnen können. Leben und Überleben in der grauen Weite, Dämonen und andere, deutlich fremdartigere Bewohner, Limbusschiffe, Scherbeninseln,  in den Limbus verbannte Magiertürme und Städte, schwerelose, meergroße Wasserblasen, und natürlich eine gigantische Made in einem freischwebenden Berg aus Kot und Unrat, bewacht von einem Stamm aus dem Zeitalter der Vielbeinigen, die auf das Schlüpfen ihrer Gottheit warten. Kurz gesagt: Weird Shit im aventurischen Weltraum.

 

Operation Regengebirge
Ein Abenteuer u.a. um eine Gruppe entflohener Zwergensklaven, die mit Mohafrauen eine Kifferkommune im Dschungel aufgemacht haben und sich vietkongmäßig einen Tunnelratten-Kleinkrieg liefern. Hab ich schonmal geleitet und war sehr unterhaltsam.

Veröffentlicht unter Uncategorized | 2 Kommentare

Post-RatCon: Conventions in NRW

Ich habe gestern gelesen, da die RatCon nun in Limburg ist, gäbe es keine Veranstaltungen mehr im Großraum Ruhrgebiet. Daher ein grober Überblick, auf welchen Conventions ich in den letzten Jahren neben der RatCon in NRW so war. Bei einigen steht noch kein nächster Termin. Soweit ich aber einen finden konnte, steht er dabei:

Role Play Convention
Die Messe/Convention rund um Rollenspiele, in der Kölner Messe. Dazu ein Mittelaltermarkt und Bühne mit Livemusik. Können andere Regionen nur von träumen. Der nächste Termin ist der 27. und 28. Mai 2017.

Morpheus
Der letzte Morpheus (Nummer 30) war Anfang des Jahres in Herne, Stadtteilzentrum Pluto. Ich hab da keinen neuen Termin.

KrähenCon
Ein netter, kleiner Con in Krefeld. Der letzte war grade eben erst, am 27. und 28. August. Einen neuen Termin hab ich nicht gefunden.

FeenCon
Ein echter Klassiker. Wie lange läuft der FeenCon mittlerweile? 25 Jahre? Ich weiß es nicht. Lang halt. War zwischendurch mal in Herne, wenn ich mich recht entsinne. Der nächste Termin ist der 22. und 23. Juli 2017 in Bonn Bad Godesberg, in der dortigen Stadthalle. Traditionellerweise ist es dort echt warm, daher sollte man genug Wasser mitnehmen.

KlingenCon
Ehemals in Solingen (daher der Name), findet der KlingenCon mit seinem 43. Anlauf am 05. und 06. November 2016 in Remscheid statt, in einem ehemaligen Schwimmbad. Neben Rollenspiel ist auch Tabletop gut vertreten.

Ich habe bestimmt einige Veranstaltungen vergessen. Von daher: Wer noch welche in NRW kennt, einfach rein in die Kommentare.

Veröffentlicht unter RPC, Zocken | Verschlagwortet mit , , , , , , | 2 Kommentare

Tales from the Crypt: Tilleda

Zangentor der Pfalz Tilleda (Quelle: M_H.DE)

Zangentor der Pfalz Tilleda (Quelle: M_H.DE)

Mal was ganz anderes: Manchmal kommen zwei Sachen einfach zusammen.

1. Ich korrigiere gerade Hausarbeiten, was immer so eine Sache für sich ist. Akademisches Arbeiten ist halt doch nicht immer so einfach, wie es den Anschein hat.

2. Ich bin über diesen Artikel gestolpert: Ausgrabungen in Tilleda: Studenten untersuchen bisher unerforschte Stellen der Pfalz.

Daher habe ich meine alte Hauptseminarsarbeit über Tilleda mal wieder rausgekramt. Tilleda ist eine ottonische Pfalz direkt am Kyffhäuser, südlich vom Harz, gelegen. Die Region, die sogenannte Goldene Aue, ist wirklich eine schöne Gegend, und die Pfalz ist als Freilichtmuseum hergerichtet worden. Wenn man da mal in der Nähe ist und sich für historisches interessiert, kann ich Tilleda sehr empfehlen.

Die Hausarbeit über die Pfalz Tilleda ist dagegen ziemlich trocken. Also so trocken, dass man damit einen mittleren Sumpf gangbar machen könnte. Leider fehlt das Deckblatt, aber das tut dem Inhalt ja keinen Abbruch. Wer sich also mal kopfüber in die historischen und archäologischen Details der Pfalz Tilleda stürzen möchte: Viel Spaß damit!

Veröffentlicht unter Geschichte, Schreiben | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

RatCon 2016: Teil 2

RatconNach unserem ersten kleinen Ausritt geht es nun gleich ganz weit runter in die Details.

Wie angekündigt habe ich es mir nicht nehmen lassen, einen kleinen Vortrag über die Entwicklung von Rollenspielen zu halten. Das kam mir ganz gelegen, da ich eh aktuell nebenher an einem System rumentwickle und nächstes Semester ein Seminar zum Thema Rollenspielentwicklung geben werde. Es lebe die Zweitverwertung! In 90 Minuten kann man sowas natürlich nicht in seiner vollen Breite überblicken. Daher habe ich mich auf die ersten Schritte konzentriert, also auf die Frühphase der Konzeption, bevor man mit der eigentlichen Schreibarbeit loslegt.

Auf Wunsch einiger Besucher und zum allgemeinen Verständnis hänge ich die Präsentation dazu mal an.

Als Gedächtnisstütze für die beim Vortrag Anwesenden und als Überblick für den Rest ein paar Stichworte zu den einzelnen Folien:

Folie 1
Ich wollte eigentlich ein Bild nehmen, aber Copyrightgedöns und so weiter, da hab ich es ganz oldschool mit einem Zitat gemacht.

Folie 2
Die vier Punkte haben keine Reihenfolge oder Priorität, sondern bedingen sich gegenseitig. Die meisten fangen bei der Planung mit dem Punkt „Hintergrund“ an, suchen sich also irgendein Genre raus, zu dem sie schon immer ein Rollenspiel machen wollten. Man kann davon ausgehen, dass, egal welches Genre es ist, es schon ein Rollenspiel dazu gibt. Aber das ist ja kein Grund nicht noch eins zu bauen, dass einem gegebenenfalls besser in den Kram passt. Man kann aber auch erst einmal mit dem Blick auf die Zielgruppe beginnen („Ich bräuchte ein Rollenspiel für Mädchen von 8-12.“), mit dem Spielstil („Radikale spielleiterorientierte Narration, da geht einiges!“) oder mit einem gewünschten Spielziel („Ein Spiel, bei dem es darum geht, Steuern zu sparen! Crazy shit!“). Da sich alles bedingt, sollte man aber zumindest über die jeweils anderen Punkte nachgedacht haben, speziell wie sie am besten zusammenkommen.

Folie 3: Die Spielstile
Habe ich bereits für das Essay für den Crowdfunder „Richtig Spielleiten“ zusammen gefasst. Dazu auch einiges über die verschiedenen Ebenen des Spiels (Erzählebene, Spielebene, gemeinsamer Vorstellungsraum usw.).

Folie 4: Die Grundmechanismen
Die Grundmechanik ist normalerweise die am häufigsten benutzte Schnittstelle zwischen Spieler und Regeln, wenn man so will. Daher sollte die passend zum Spiel und den Spielern rund laufen. Hab ich mich hier schonmal drüber ausgelassen. Im Vortrag bin ich noch etwas weitergehend auf die Verwendung von Kartenspielen und deren wechselnder Granulierung eingegangen.

Folie 5: Der glorreiche Rest
Im Endeffekt nur ein paar Schlagwörter, wenn ich im Vortrag schneller bin als gedacht.
Subsysteme: Es geht um die Frage, was ich im Spiel regelseitig besonders detailliert ausgestalten möchte und dafür gegebenenfalls Subsysteme anlege. Oft geht es da um Kampf und Zauberei, aber wenn man nicht grade klassisches Fantasy ist, können auch ganz andere Teilbereiche wichtig werden.
Kompetenz und Wachstum: Wie kompetent sollen die Charaktere in Relation zur Welt und innerhalb der Möglichkeiten der Regeln sein und wie sieht es mit der Vergrößerung der Kompetenz aus. Welche Stellung haben sie in der Welt, was für Kompetenzen sollen überhaupt abgebildet werden, und soll es mit ihnen steil bergauf gehen, eher langsam oder vielleicht auch einfach langsam abwärts? Passt das alles zum Spielziel?
Balancing: Das böse Wort vom Balancing. Immer ein schwieriges Thema, eben weil es so viel mehr ist als „Die Waffe macht +1 mehr, also nehm ich die“.

Hm… da jetzt weiter ins Detail zu gehen würde etwas den Rahmen sprengen. Ich hatte den Eindruck, dass der Vortrag soweit gut ankam, von daher werde ich da gegebenenfalls anderweitig nochmal weiterführend drüber schreiben.

Veröffentlicht unter Abenteuer B/R, Schreiben | Verschlagwortet mit , , | 2 Kommentare