Post Mortem: Die Schwarze Katze, Teil 2

Katzen beim Wolleklau (Illu von Nadine Schäkel)

Gehen wir mal in Runde 2.

Allgemeines
Teil der Grundplanung des Regelwerkes war es, DSK ohne zusätzliche Erweiterungen gut bespielbar zu gestalten. Quasi als Rundum-Sorglos-Paket. Neben den Regeln benötigte es daher einen Hintergrundteil zu einer interessanten Location. Es gab bei der Auswahl des Spielortes mehrere Optionen, wobei ich ganz zu Anfang noch Punin im Auge hatte, schlicht weil ich mich da ein wenig auskannte. Am Ende ist es aber Havena geworden, was aufgrund der Vielseitigkeit des Settings (Hafenstadt, Geister, typisches Fäntelalter, abwechslungsreiche Gestaltung der Stadt usw.) und im Nachhinein auch wegen der zeitnah veröffentlichten DSA-Spielhilfe Havena eine gute Wahl war, auch wenn letzteres zugegebenermaßen am Anfang noch nicht absehbar war.
Das bedeutet natürlich nicht, dass nicht auch an anderen Orten Aventuriens erwachte Tiere ihr Unwesen treiben können, aber dieser Fokus auf eine einzelne Location ermöglichte es Regeln und Hintergrund auf diesen einen Punkt präzise auszurichten.
In der ersten Planung waren für den reinen Hintergrund 60 Seiten vorgesehen, davon ausgehend, dass naturgemäß der Crunch zusätzliche Hintergrundinformationen transportiert. Von diesen 60 Seiten waren 20 für den allgemeinen Hintergrund und 40 für die Lokalbeschreibung gedacht, wobei letztere größtenteils als Ingame-Quelle in Form einer Art Stadtrundgang für Fremde geplant war, da Einwohner viele Dinge als so selbstverständlich erachten, dass sie es untereinander kaum erwähnen würden. Ich finde Ingame-Quellen sehr angenehm, solange sie nicht zu sehr zerfasern und eine ordentliche Informationsdichte haben, da sie sowohl durch ihren reinen Inhalt als auch durch den Ton und die Haltung des Erzählenden das Setting vermitteln.

Havena
Die Havenabeschreibung bestand zu Anfang aus einer langen Sammlung von Locations, NSC-Skizzen und anderen Stichpunkten, die in die Gesamtbeschreibung einfließen sollten. Die sahen 2016 dann ungefähr so aus:

Taverne/Tanzschuppen (in Zwischendecke von Gasthaus) 
Zerzalschrein (Voller Schädel und Knochen erbeuteter Tiere, auch ein Menschenschädel) 
Nurtischrein / Wurfhöhle 
Rondraschrein (Kampfplatz der Straßenkatzen) 
Die Puppengasse (Gasse mit drei Puppen- und Spielzeugbauern, beliebt für nächtliche Einbrüche) 
Die Tiefe (Kanalisation und verbundene Keller) 
Fischhändler 
Blutgruben in der Kanalisation 
Bordelle? (Es gibt mit Sicherheit Prostitution bei Katzen)

Die Ausführung habe ich Carolina Möbis übergeben, die durch die Heldenbreviere und Romane mit Ingame-Beschreibungen schon mehr als genug Erfahrungen gesammelt hat. Die fertige Beschreibung habe ich dann aufgrund von Änderungen im Layout kürzen müssen und mit zusätzlichen Locations und beispielsweise für Abenteuer wichtige NSCs angereichert und so was die Spielrelevanz angeht komprimiert. Dabei sind einige NSCs mit gedoppeltem Spielzweck (beispielsweise dem Geschichten erzählenden Kater) wieder hinten runter gefallen und auch mehrere Kästen zum Thema Spiele und Feste sind rausgeflogen, die dann aber ihren Weg ins Kompendium gefunden haben. Nach ein wenig Verschiebepuzzelei sind wir dann bei etwa 55 Seiten Hintergrund mit ziemlich genau 40 Seiten Lokalbeschreibung raus gekommen. Hat also ganz gut gepasst.
Inhaltlich teilt sich Havena grob in die Altstadt mit ihren Handwerksbetrieben und Elendsvierteln, die Oberstadt mit der High Society, dem ländlicheren Ostufer, der meist nur Hundeland genannten Feldmark, der Unterstadt mit Ruinen und schlimmen Dingen im Wasser und zu guter Letzt der „Tiefe“, also der Kanalisation. Passend zum wechselnden Flavor der Viertel wechseln sich auch die Ingame-Stimmen ab, die jeweils kompetente Einblicke in das Treiben innerhalb der Stadt liefern. Zusätzlich werden die Ingame-Beschreibungen von Infokästen begleitet, in denen bestimmte Locations und Situationen noch einmal aus einer neutralen Warte unter die Lupe genommen werden.

Alles in allem bietet der Lokalteil eine verdichtete und hoffentlich spielrelevante Zusammenstellung von unterschiedlichen NSCs inklusive der Verbindungen untereinander, und interessanten Locations, die man gut in Abenteuer einbinden kann. Es wurde dabei durchgehend Wert darauf gelegt, dass die Katzen nicht zu sehr verniedlicht werden. Die Texte verzichten auf Verniedlichungen wie „Fellnasen“ oder „Samtpfoten“, sondern vermitteln das Leben der Katzen auf Augenhöhe. Gleiches gilt für Wortspielnamen etc. Diese mögen im ersten Moment lustig sein, aber dauerhaft im Spiel finde ich sie eher anstrengend, da man das Setting nicht soweit ernstnehmen kann, wie es nötig ist um darin vernünftig zu spielen.

Als nächstes geht es dann um die Regeln, da dürfte es dann wieder deutlich kleinschrittiger werden in den Erläuterungen.

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2 Antworten zu Post Mortem: Die Schwarze Katze, Teil 2

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