Ein Donnerstag auf der CCXP

Ich hab mir einen Tag frei genommen und bin rüber nach Köln auf die Comic Con Experience. Der eine oder andere mag davon gehört haben: Es handelt sich dabei quasi um den Ableger einer wohl ziemlich großen Comic Con aus Sao Paulo (Brasilien). Die Version in Köln ist zudem noch durch die RPC ergänzt worden, die, so zumindest der Plan, quasi da mit rein integriert werden sollte. Das Ganze war groß aufgezogen, und man plant wohl mit einer großen, fünfstelligen Besucherzahl.
An der Tageskasse kostet ein Ticket für einen Erwachsenen zwischen 45 Euro und 52 Euro, eine Dauerkarte 149 Euro. Dazu gibt es noch allerlei Sondertickets zu deutlich höheren Preisen für Zusatzaktionen, Autogramme etc. pp. Da ich kein Filmfan bin und auch keine Autogramme oder Fotos mit Schauspielern sammle, ist das für mich aber nicht weiter relevant.

Geöffnet sind Halle 7 und 8, die schon ordentlich groß sind, wobei in der Halle 8 anscheinend eher Stände Richtung Film und Serien stehen und in Halle 7 mehr Händler, aber auch Fangruppen, die für mich interessanten Rollenspielverlage, Spielrundentische usw.
Halle 8 besteht zu etwa einem Drittel aus einem Kino, zudem gab es allerlei Kulissenstände, wo man Fotos machen konnte usw. Ich hab mich damit nicht großartig weiter beschäftigt, weils nicht mein Fandom ist. Da werden dann sicher andere mehr zu sagen können.
In der Halle 7 war eine wilde Mischung aus Rollenspielverlagen (Ulisses, Uhrwerk, Truant, Nackter Stahl und Dorp, Pegasus hatte einen kleinen Reihenstand mit einem Brettspielverleih, aber keinen „normalen“ Verkaufsstand), Illustratortischen, Mangakissenbezugsverkaufsständen, dem Transformers-Truck mit mehreren Transformersroboternachbauten, verschiedenen Fangruppen (einen besonderen Gruß an die Fallout-Fans, ihr wart sehr unterhaltsam anzuschauen 😉 )  und große, vom GfR verwaltete Spielflächen für Rollenspielrunden usw. Ein etwas unstrukturiertes, aber angenehm nerdiges Durcheinander. Wobei ich keine LARPer oder TCGler gesehen habe. Aber ich war nicht in jeder Ecke, von daher mag ichs übersehen haben.
Außerdem gibt es noch einen Außenbereich zwischen den Hallen, der aus einer Handvoll großzügig über die weite Betonfläche verteilte Mittelaltermarktstände und einigen Fangruppenständen besteht.

Ich bin so gegen 16 Uhr aufgeschlagen, also ziemlich genau in der Mitte, da die Veranstaltung von 12 bis 21 Uhr geht. Und der erste Eindruck war recht deutlich: Es ist niemand da. Der gesamte Vorbereich vor der Halle war außer ein paar Sicherheitsleuten leer. Der Kassenbereich auch. Und auch in den Hallen selbst war eher überschaubare Aktivität. Nun ist Donnerstag allgemein kein sehr zugkräftiger Tag und es war recht warm, aber es hat mich doch überrascht. Gerade in Halle 8 war kaum irgendwas los, und auch Halle 7 war eher überschaubar besucht. Im Spielbereich standen diverse Tische bereit, aber ich habe dort vielleicht zwei oder drei Spielrunden laufen sehen. Selbst bei Ulisses waren die Tische nicht voll besetzt, wobei sie ansonsten schon für die Hallenverhältnisse gut gezogen haben.
Alles in allem weiß ich so recht nicht, was ich zu der Veranstaltung sagen soll. Einige Dinge waren schlicht skuril, wie die nebeneinander stehenden Stände von Amigo und Asmodee, beide ja nun ganz schöne Brocken im Brettspielbereich, die beide jeweils einen 2×3 Meterstand hatten, kleiner als viele Fangruppen und ähnlich groß wie die einzelnen Illustratoren. Auf der Spielemesse Essen besetzt alleine Asmodee locker mal eine ganze Halle.
Andere Teile der Veranstaltung wirkten wie ein Konfirmant, der in einem viel zu großen Anzug steckt, und bei dem man hofft, dass er noch rein wächst. Wobei die Stimmung ganz gut war. Wie ein Bekannter es beschrieben hat: Es war Aufbaustimmung. Diese Art von mehr oder weniger fröhlichem Abwarten, nachdem der Stand aufgebaut ist und alles bereit steht und dem Moment, wenn die Messetore geöffnet werden. Nur dass dieser Moment einfach nicht kam.

Ich wünsche dabei der CCXP nichts Schlechtes. Es gab ja in einigen Social Mediabereichen wegen der Zusammenlegung mit der RPC und der im Vergleich dazu deutlich gestiegenen Eintrittspreise. Aber darum geht es mir nicht. Es arbeiten viele Freunde und Bekannte an den Ständen und Tischen in Halle 7, von daher wünsche ich der CCXP nur das Beste, und vielleicht gehen die Besucherzahlen ja über das Wochenende steil nach oben. Ich wünsche es allen, die dort Zeit und Energie gesteckt haben, um sich und ihre Werke zu präsentieren. Aber ich frag mich schon, ob die Idee der hochpreisigen Massen-Comic Con wirklich funktioniert. Lassen wir uns überraschen.

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