Spielleitertipps vom Eismann

Da Spielleitertipps wohl in Mode sind, hier ein paar von mir, gerade (auch) für Einsteiger.

Alle haben das Recht auf Spaß.
Das gilt sowohl für dich als Spielleiter als auch für deine Spieler. Das Spiel sollte allen Freude bereiten.

Lass es laufen.
Jede Minute, in der alle ihren Spaß haben, auch wenn du nichts machst, ist Gold wert. Rollenspiel ist kein Wettrennen, in dem man die Handlung auf dem kürzesten Weg durchprügeln muss. Das Abenteuer ist nur das Mittel, mit dem die Spielfreude erzeugt werden soll.

Macht verführt.
Als Spielleiter beherrscht man die Spielwelt und kann richtig raushauen. Gegen den Spielleiter haben die Spieler mit ihren Charakteren keine Chance. Deshalb ist Rollenspiel auch kein gegeneinander. Spiel mit deinen Spielern zusammen und halte ein Auge auf das Maß der Herausforderungen, die du ihnen bietest. Behalte dich selbst dabei im Blick. Würdest du mit dir als Spielleiter spielen wollen?

Überplane nicht.
Detaillierte Pläne für den Ablauf eines Abenteuers geben einem zwar vor dem Spiel das Gefühl, dass man alles im Griff hat, aber meist zerbrechen sie schnell, da Spieler oft einen anderen Weg finden. Je aufwändiger die Pläne sind, desto eher ist man verführt, sich an ihnen festzuklammern, selbst man sie nur noch gegen die Spieler durchdrücken kann. Überlege dir, welche Punkte in einem Abenteuer wirklich wichtig sind. Was müssen die Spieler wann wissen bzw. was dürfen sie erst ab welchem Zeitpunkt herausfinden? Was müssen sie haben und was müssen sie wollen, damit sie in die richtige Richtung laufen? Im Kern bestehen die meisten Abenteuer nur aus sehr wenigen Punkten. Solange die Motivation und der Informationsstand der Charaktere stimmt, läuft vieles fast von alleine.

Spiel die Ruhigen an, aber zwing sie nicht.
Manche Spieler sind eher introvertiert und schauen lieber zu als mitzumischen. Manche sind aber auch einfach nur etwas ruhiger und werden von sehr aktiven Spielern manchmal regelrecht überrollt. Es kann nicht schaden sie ab und an anzuspielen, sie von NSCs ansprechen zu lassen oder zu fragen, was sie tun möchten. Dies sollte ein Angebot sein, aber keine Pflicht.

Die Spieler kennen deine Pläne nicht.
Wenn man die Lösung einmal kennt, sind Rätsel, Detektivgeschichten und andere Kniffeleien simpel. Aber die Spieler kennen die Lösungen nicht. Sie wissen nicht, welche Details wichtig sind und welche nicht. Sie vergessen oft, was am letzten Spielabend genau gesagt wurde und wissen nicht, worauf man als Spielleiter hinaus will. Manchmal sind mehr und deutlichere Hinweise sinnvoll.

Proben produzieren Ergebnisse.
Fordere niemals eine Probe ein, wenn du nicht mit allen potentiell möglichen Ergebnissen leben kannst. Wenn die Spieler unbedingt eine bestimmte Information brauchen, damit es weiter geht, dann lass nicht darauf würfeln, ob sie sie finden. Gleiches gilt für Kämpfe und andere Proben.

Die NSCs sind nicht du.
Manchmal werden sie beleidigt, angegangen oder mit spitzen Gegenständen traktiert. Sie sind, egal wie detailverliebt sie ausgestaltet sind, nur Steine auf dem Spielbrett. Daher sollte man nicht zu sehr an ihnen hängen und es nicht persönlich nehmen, wenn sie angegangen werden. Bei Shadowrun habe ich am Anfang für NSCs die Namen von Lehrern genommen, die ich nicht leiden konnte. Das hat geholfen.
Auf der anderen Seite bedeutet dies auch, dass jeder NSC anders ist und es den Spielern hilft, wenn du NSCs Details wie Redewendungen, Tonarten, ein ungewöhnliches Aussehen oder andere Eigenarten verpasst, damit sich die Spieler sie besser merken und sie einordnen können.

Das Abenteuer im Kopf.
Geh dein Abenteuer mit unterschiedlichen Charakteren im Kopf durch. Wie würde ein draufgängerischer Kämpfer an die Sache rangehen, wie ein feiger Magier? Und wie ein amoralischer Schurke? Funktioniert das Abenteuer bei allen? Wo könnte es Probleme geben und wie lassen sie sich am elegantesten lösen? Damit lassen sich die ersten Schwierigkeiten aus dem Weg räumen, bevor es überhaupt los geht.

Spiele bewusst.
Beobachte Spielleiter und wie sie mit ihren Spielern umgehen. Wie führen sie durch die Handlung? Lassen sie Spieler mitgestalten oder nur erleben? Wie beschreiben sie? Wie stellen sie NSCs dar? Wie gehen sie mit überraschenden Aktionen um? Was gefällt dir daran, was stört dich? Man muss nicht nur aus den eigenen Fehlern lernen, es ist weitaus weniger schmerzhaft, wenn man es aus den Fehlern von anderen tut. Und gute Beispiele kann man für sein eigenes Spiel übernehmen.

Theoretisch kann man so ewig weitermachen, wobei es natürlich sehr darauf ankommt, mit wem man was wie spielt. Aber für den Anfang soll es erstmal reichen.

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3 Antworten zu Spielleitertipps vom Eismann

  1. ghoul schreibt:

    Die PESA sagt: Ja.

  2. Pingback: Von Vampirgebissen und Krawalltiteln | Das Eisparadies

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