DRK: Post Mortem, Teil 3

Die reisende Kaiserin

Spaß mit Pfalzen!

Ich bin knapp einer Dissertation über ottonische Pfalzanlagen entgangen, von daher sind Pfalzen natürlich ein besonderes Thema für mich. Hierzu erstmal das Grundsätzliche: Es gibt jede Menge Eigengüter im Mittelreich (siehe S. 15), von denen ein guter Teil Pfalzen sind. Natürlich könnte man die jetzt allesamt durchbeschreiben. Und ich bin zwar durchaus in der Lage 20 oder mehr Pfalzen in gleicher oder noch höherer Auflösung zu beschreiben, vielleicht sogar ohne mich ernsthaft zu wiederholen. Aber ich stelle mir das als Lektüre sterbenslangweilig vor. Nicht, dass ich Pfalzen nicht mag: Wie schon gesagt, ich habe mich mit ihnen in realhistorischem Kontext ausgiebig beschäftigt. Aber nicht jeder ist ein Fan ausgiebiger Pfalzenkunde. Daher habe ich nur einige ausgewählt, die einerseits über das ganze Mittelreich verteilt sind und andererseits recht unterschiedliche Typologien aufweisen. So hat man in so ziemlich jeder Region die Möglichkeit auf eine Pfalz zurückzugreifen, so man eine braucht, und man hat gleichzeitig eine solide Bandbreite an Beispielen. Denn seien wir ehrlich, ob die Pfalz Biberstein oder Rathamshausen heißt, who cares?

Ich habe versucht für die einzelnen Pfalzen alles zusammen zu sammeln, was man so finden konnte, bin mir aber sicher, dass ich irgendwo im Quellenberg „Aventurien“ was übersehen habe. Die Rechercheergebnisse habe ich dann (teilweise recht ausgiebig) mit eigenen Ideen aufgefüllt, immer mit einem Auge darauf, dass die Location spielerisch interessant ist. Mysteriöse Todesfälle, verschüttete Höhlensysteme, verbrannte Hexen, Grenz- und Nachbarschaftskonflikte etc. pp. Das ist bei neun aufeinanderfolgenden Pfalzen nicht ganz einfach, aber ich denke es hat ganz gut geklappt. Die Beschreibungen haben ein Standardformat erhalten, damit der Leser weiß, wo er suchen muss. Außerdem erleichtert es das Beschreiben ungemein. Gehen wir sie mal im Schnelldurchlauf durch.

Weißenstein
Man stellt dort Ritterzelte her. Yeah!
Ansonsten: Ich stelle es mir als spannende Szene vor, wenn die Charaktere im Bergfried von schlimmen Dingen belagert werden, und gerade, als alles in die Fritten zu gehen droht, erwacht der Weißenstein. Vielleicht als Sturm-Fels-Elementar-Golem, oder als Windelementar, der seine Fesseln abgestreift hat oder sonstwas. Ist nicht sehr gesund für den Bergfried, immerhin ist der Weißenstein ein Teil des Fundamentes, aber ansonsten geht da sicher einiges.

Cumrat
Da gab es eigentlich nicht sooo viel zu tun. Cumrat ist ja schon mehrfach ausgiebig bearbeitet worden. Ich kann mir vorstellen, dass die erste Setzung den Illustratoren viel Freude gemacht hat. Ich meine mich an irgendwas mit 4 Vorburgen zu erinnern. Das würde auch den sehr eigenwilligen Grundriss erklären. Auf die Einleitung durch Kanzler Rafik von Taladur bin ich schon ein wenig stolz, weil es die Begeisterung am Anfang und den Wehmut nach dem almadanischen Ausflug einfängt.

Geierschrei
Mein persönlicher Liebling ist die Pfalz Geierschrei, aber ich mag auch einfach das kleine Volk aus den Tiefen der Berge. Hier hatte ich deutlich mehr Spielraum als bei Cumrat, und ich fand die Idee charmant eine Festungsanlage der Zwerge zu übernehmen, die mehr von einem Luftschutzbunker als von einer klassischen Burg hat. Es ist nunmal so, dass die typischen Bauformen von Burgen ziemlich sinnfrei sind, wenn der Feind von oben kommt. Zwergisches Denken manifestiert sich hier entsprechend auch in der Architektur. Die obskuren Droh-Inschriften auf Angram sind mehr eine Spielerei, aber sie sind zumindest mal eine schlüssige Erklärung, warum man sich die Mühe machen sollte in Dungeons sowas an die Wand zu meißeln.

Breitenhain
Das klassische Dornröschenschloss mit alles überwucherndem Wald, Schlossgeist und verborgenen Räumen. Mehr muss man eigentlich dazu nicht sagen.

Kaiserley
Der Grundbauplan der Pfalz Kaiserley basiert auf den archäologischen Befunden eines Bischofshofes in der Nähe von Nordhausen. Die Sensenherstellung ist erwähnt, weil sie als einziges Handwerk im Tafelgüterverzeichnis angesprochen wird (warum auch immer), die Emaillearbeiten sind eine Anlehnung aus Funden in der Pfalz Tilleda am Kyffhäuser. Mir war vorher nicht bewusst gewesen, wie lange man schon Emaille herstellt. Entsprechend bleiben solche Kleinigkeiten irgendwie bei mir hängen. Die Falknerei habe ich hingegen nur eingefügt, um nochmal die Relevanz der Falknerei für das Rittertum zu unterstreichen. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass es unter DSA-Charakteren erstaunlich viele Falkner gibt, von daher ist es sicher nicht verkehrt diese hier inhaltlich zu stützen. Für Kaiserley habe ich eigens einen Grundriss anfertigen lassen, weil ich die Location auch bei Firuns Flüstern benutzen wollte. Jetzt kann man fragen: Warum haben nicht alle Pfalzen einen Grundriss? Und die Frage ist durchaus berechtigt, denn auch ich bin ein Fan von solchen Skizzen. Aber man hat leider für so ein Produkt nur ein begrenztes Illu-Kontingent zur Verfügung, da wird es dann an anderer Stelle eng.

Weidleth und Albengau
Die beiden Pfalzen definieren sich eigentlich nur durch ihre Feindschaft miteinander. Ergibt aber auch ein unterhaltsames Szenario, speziell weil die Baronie zwischen den Pfalzen besonders unter dem Zank leiden muss. Nun mag man sich wundern, warum zwei Pfalzen so nah beeinander liegen, aber auch das ist historisch durchaus auch zu finden, beispielsweise bei Tilleda und Wallhausen, die keine 10km auseinander liegen. Übrigens eine sehr schöne Gegend.

Biberstein
Es war im ersten Moment etwas schwer zu verargumentieren, warum zum Geier man mitten in den Wald eine Pfalz bauen wollen würde. Aber ich denke mit dem Thema „Handels- und Verhandlungsort mit den Elfen“ habe ich das ganz solide erledigt. Ich finde es fängt auch ein wenig das Bild der Mittelreicher von den Elfen ein.
Man möge mir die „steinerne Motte“ verzeihen. Keine Ahnung, da hat wohl bei mir irgendwas beim Schreiben ausgesetzt. Ich hab das Manuskript gerade nicht da, von daher kann ich nicht nachschauen, ob ich den Bock selbst geschossen habe.

Donnerschalck
Diese Pfalz ist so eine Nummer für sich. Ich habe bis heute den Zweck einer „Kriegspfalz“ nicht verstanden, aber da sie wohl gerade bei einigen Briefspielern sehr beliebt ist, darf sie natürlich nicht fehlen. Ich hatte zu diesem Zweck einen Rumpftext geschrieben, der dann von den entsprechenden Leuten überarbeitet wurde.

Immerhin, zur Hälfte sind wir durch.

 

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