Steile These: Autorengenerationen

Es gibt ja doch einige Systeme auf dem Markt, die schon einige Jahrzehnte auf dem Buckel haben. Deren Entwicklung, so die These, lässt sich in vier Phasen einteilen:

Erste Generation
Ein paar Autoren tun sich zusammen und entwickeln einen Hintergrund. Jeder wirft Ideen rein, was man grade so für einen guten Plan hält. Besonders radikale Konzepte werden verbaut, denn langweilig kann jeder. Es herrscht kreative Anarchie.

Zweite Generation
Mit den Setzungen der ersten Generation sind die Grundsäulen des Hintergrundes festgelegt. Aber vieles passt so recht nicht zusammen. Die zweite Generation muss nun mit diesen Setzungen arbeiten, aber alles zu einer plausiblen Gesamtwelt zusammen fügen, um den Hintergrund für längere Zeit lauffähig zu halten. Viel kreative Energie wird aufgewandt, um die Lücken zu füllen, einige Ideen werden rund geschliffen um sie besser einpassen zu können, andere alte Ideen werden mehr oder weniger unauffällig beerdigt.

Dritte Generation
Man arbeitet mit einer mehr oder weniger fertig erzählten Welt. In dieser Welt werden nun planmäßig Plots etabliert, die Teile immer mal wieder ändern. Durch das Netzwerk von Plausibilität sind größere Änderungen nicht mehr möglich.

Vierte Generation
Die Plausbilität der Welt wird langsam zum Motor der Entwicklung. Die Simulation der Konsequenzen aus den komplexen Verhältnisse der Welt steht im Vordergrund. Dabei werden immer mehr Details geschaffen, die bedacht werden müssen. Die Gesamtkomplexität und der Detailgrad des Hintergrundes nimmt immer mehr zu. Größere Veränderungen sind nicht mehr möglich, besonders dann, wenn die alteingesessene Community mehr oder weniger stark in den Entwicklungsprozess eingebunden ist, da sie in der Summe oft zur Mitte strebt. Der Hintergrund droht zu erstarren. Im schlimmsten Falle wird er nur noch simulatorisch verwaltet.

 

Kommt man aus dieser Entwicklung raus? Ich denke schon. Ich persönlich vertrete da die Einstellung, dass man ein Thema aufgreifen und in all seinen Konsequenzen durchziehen sollte, auch wenn es eher ausgefallen oder extrem ist. Es sollte nicht immer die Frage sein, ob ein neues Element plausibel ist, sondern was für Konsequenzen aus diesem Element entstehen und wie diese plausibel umgesetzt werden können.

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3 Antworten zu Steile These: Autorengenerationen

  1. Pingback: Warum der Splittermond-Einstieg so schwer ist - Arkanil

  2. Matthias schreibt:

    Alternatividee:
    Man verabschiedet sich irgendwann von der alten Welt und entwickelt etwas Neues.

    • eismann2060 schreibt:

      Wenn denn mal was wirklich Neues entwickelt wird, und nicht ein Aufguss des alten unter anderem Namen. Bei vielen der alten Hintergründe wäre das zudem sehr schade. Da gibt es deutlich andere Mittel, mit der Problematik umzugehen. Man braucht nur Mut zur Lücke.

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