Fallout: 4 Tipps für danach

Ich habe mich hochschulbedingt mal wieder in den kalten Krieg eingelesen. Und es ist im Blick zurück auf die Vergangenheit bemerkenswert, mit welcher Hingabe man versuchte, mit dem scheinbar unvermeidlichen umzugehen. Mit der Kubakrise wurde den Machtblöcken beiderseits des eisernen Vorhangs zwar klar, dass ein direkter Konflikt zur gegenseitigen und damit globalen Vernichtung führte. Das bedeutete aber natürlich nicht, dass man sich nicht auf allen Ebenen trotzdem auf den großen Knall vorbereitete. Und man ist kein guter Bürger, wenn man sich nicht auch auf die nukleare Apokalypse vorbereitet. Und kein guter Geschäftsmann, wenn man mit Bunkern, Pumpen, Filtern und anderen Gerätschaften nicht gutes Geld verdient.

1. Duck and Cover
Den Lehrfilm „Duck & Cover“ dürften einige sicher schon kennen. Bert die Schildkröte erklärt Schülern, wie man den großen Knall überlebt. Die Schutzmaßnahmen mögen hilflos bis bizarr wirken, aber man hatte aus den Ereignissen in Hiroshima und Nagasaki gelernt. Sich unter Tischen und hinter Wänden zu verstecken, mag im Zentrum der Sonne sinnlos sein, aber am Rande einer Explosion konnte dies das Quäntchen zwischen Überleben und Tod durch Splitter und herabstürzende Trümmer sein. Ob das bei einem globalen thermonuklearen Krieg mit all seinen Folgen so hilfreich ist, sei mal dahin gestellt.

2. The Family Fallout Shelter
Für den sicherheitsbewussten Familienvater gab es entsprechend eine ganze Reihe von Handbüchern, wie man sich seinen Do-it-yourself-Fallout-Shelter bauen kann. Dieses Handbuch wurde 1959 vom Office of Civil and Defense Mobilization heraus gebracht. Man beachte: Der Zweck dieser Bunker war nicht, einer Explosion stand zu halten, sondern außerhalb der eigentlichen Explosionszonen vor der Strahlung zu schützen. Praktisch, wenn man irgendwo auf einer Farm in Normal, Idaho wohnte. In einem der urbanen Zentren der USA (oder der UdSSR, was das angeht) hätte das wohl im Falle eines Falles wenig geholfen. Ich habe mir sagen lassen, das arglose Erben immer wieder mal auf solche verborgenen Miniaturbunker treffen.

3.Fallout Shelter Handbook
Wenn Vati dann schon fleißig maurert und buddelt, dann braucht er natürlich auch das richtige Equipment, um den Bunker ordentlich einzurichten. Ward Jenkins hat sich die Mühe gemacht, das Fallout Shelter Handbook zu scannen und auf seinem Blog online zu stellen. Hier geht es deutlich mehr zur Sache. Während im Handbuch des State of New York recht kostengünstig gearbeitet wird (grade mal 60 Dollar Materialkosten für die einfachste Variante im eigenen Keller), bietet das Fallout Shelter Handbook von Chuck West (1962) die volle Bandbreite an Gimmicks, inkluvise Preiszettel. Geigerzähler? Gibt es für schlappe 24,95. Fast geklaut!

 

4. Handbook for Fallout Shelter Management
Wenn man erstmal drin sitzt, muss man natürlich für mehrere Wochen irgendwie über die Runden kommen. Wie man das Überleben im Bunker organisiert, wird hin diesem Handbuch des Department of Defense von 1966 aufgeschlüsselt. Nach den wohlmeinenden Bastelanleitungen und dem besseren Werbeflyer wird hier klar und bürokratisch-organisiert vorgegangen. Hygiene, Versorgung und Unterbringung sind genauso Thema wie die tägliche Routine im und der Weg raus aus dem Bunker. Für die Mikromanager unter uns gibt es auch ausgiebige Tabellen, was man so an Zeug braucht, inklusive Aspirin.

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