Was vom Jahr übrig blieb: Von Aventurien ins Regengebirge

Ich gehe mal davon aus, dass mir in den letzten 10 Tagen des Jahres nicht mehr viel  einschneidendes passieren wird. Von daher wird es Zeit für einen Jahresrückblick.

Das Grundregelwerk in voller Pracht

Das Grundregelwerk in voller Pracht

DSA5
Die erste Hälfte des Jahres stand zu einem guten Teil unter dem Zeichen von DSA5. Es war noch einmal ein langer Weg vom DSA5-Betaregelwerk zum fertigen Regelwerk, und es war nicht immer ein leichter. Am Ende muss ich aber sagen, dass ich ganz zufrieden mit dem fertigen Produkt bin. Es gibt sicher einige Punkte, die ich, wäre es meins, meins, meins, sicher anders gemacht hätte, aber es ist jenseits dieses subjektiven Empfindens ein rundes System geworden. Während das Regelwerk noch seinen letzten Schliff bekommen hat, war ich neben viel Kleinkram bereits mit ersten Bauelementen des Kompendiums, ein paar Regeln für das Bestiarium und Teilen des Spielleiterschirmbeilageheftes (ein schönes Wort) beschäftigt. Stärker als bei anderen Büchern hat sich dann aber die postnatale Depression breit gemacht. Ich dachte zuerst, es würde auch mit dem erwartbaren Internet-Buhei, den Schreien der gequälten Opfer hinterhältiger Regeländerungen etc. zu tun haben. Aber seien wir ehrlich:

Ein Licht im Dunkel

Ein Licht im Dunkel

Bei jedem Editionswechsel geschieht das, ich habe das selbst schon mitgemacht, und die Ausflüsse des sprichwörtlichen Hatedoms überraschen mich nicht mehr.
Die Ursache ist viel simpler: Wenn man zwei Jahre lang an einem Buch werkelt, und dieses dann das Licht der Welt erblickt, dann fällt es nicht leicht, „mal eben“ sich in etwas neues einzuarbeiten. Das wird dann noch schwieriger, wenn man nur kleine Teile produziert, und diese dann erstmal im Bearbeitungsnirvana verschwinden, um ein halbes Jahr später gegebenenfalls wieder aufzuploppen. Mit meiner Produktivität ging es entsprechend mit der Motivation zusammen arg bergab. Ein Lichtblick war jedoch die Anthologie Sternenleere. Hierzu habe ich mich ja bereits ausgelassen. Es ist einfach schön, mal was anderes zwischendurch zu machen.

Trier
Gegen Herbst zeichnete sich langsam ab, dass mein Fortgang im akademischen Bereich einen weiten Spruch nach vorne machen würde. Und tatsächlich, seit Mitte November bin ich getreuer wissenschaftlicher Mitarbeiter der Hochschule Trier. Neben meiner schon so lange vor sich hin köchelnden Dissertation bedeutet das Lehre und Forschung im Bereich Serious Games und allgemeiner dem weiten Feld der Game Studies. In den letzten Wochen habe ich mehr Recherche für meine Dissertation betrieben als im restlichen Jahr zusammen, und so langsam nimmt sie spürbar Form an. Die Arbeit zwischen einem Haufen Informatikern ist für einen bekennenden Geisteswissenschaftler zwar bisweilen etwas eigenwillig, aber interdisziplinärer Diskurs ist nie verkehrt.

Das unentdeckte Land
Ich sehe positiv gespannt auf das nächste Jahr. Der Umzug sollte bald von statten gehen, und die ersten paar Unterrichtsstunden sind auch schon für Anfang Januar geplant. Rollenspieltheorie für Game Designer, wird sicher lustig.  Praktischerweise arbeite ich dieses Themenfeld sowieso grade auf, da kommt dann eins zum anderen. Auf längere Sicht freue ich mich sehr, wenn die Dissertation endlich in ihre Startposition geht und ich allgemein wieder die Möglichkeit habe, Studenten zu trakrieren.
Was mein Treiben verlagsseitig angeht, wird meine Tätigkeiten volumenmäßig auf Hobbyniveau herunter gefahren bleiben, schlichtweg mangels Zeit. Wenn ich die letzten Handgriffe für das Kompendium erledigt habe, lockt dann aber auch die große Freiheit. Das Projekt „Das ist die Zukunft“ verspricht jede Menge Entwicklungs- und Schreibspaß an der sehr langen Leine. Ich muss mich nur erstmal in den Hintergrund zu Havena einlesen. Wie es für ein Rollenspielwerk gut und richtig ist, werden es die einen lieben und die anderen hassen. Wer will schon Gleichgültigkeit?

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