Tales from the Crypt: Sowas von SOTA

Nicht schön, aber selten. Das SOTA2063-Cover

Nicht schön, aber selten. Das SOTA2063-Cover

State of the Art 2063. Es gibt so Produkte, die fallen einem einfach in den Schoß. Bei der deutschen Erweiterung im SOTA63 hieß es nur „Mach mal 8 Seiten. Denk dir was aus.“ Keine weiteren Maßgaben, keine inhaltlichen Wünsche. Also ein Freifahrschein für allerlei Unfug, und sowas sollte man als Autor einfach dankend annehmen.

Aber erstmal zum Produkt selbst: Wenn alle relevanten Themen für neuen Crunch abgeerntet und die Bücher für Wummen, Karren, Chrome und Zauberzeugs durch sind, dann wird die Luft irgendwann dünn. Andererseits verkauft sich Crunch wie geschnitten Brot (was man von manchen Abenteuern nicht wirklich behaupten kann), also braucht man eine gute Ausrede für noch mehr Crunch. Meistens gibt es nicht genug Material, um ein komplettes Buch zu einem einzelnen Thema zu füllen, also kippt man zusammen, was man hat, packt aktualisierten Hintergrund mit drauf und nennt es SOTA. Gut, mittlerweile reicht es, die einzelnen Brocken als 10-Seiten-PDF raus zu treten, um sie dann in einer Sammelversion nochmal durchzulöten, aber die Option war 2003 noch nicht im Markt angekommen.

Ich habe die ganze Sache für zwei Themen genutzt: Einbruch und Medien. Das Thema Medien war von Seiten der amerikanischen Texte vorgegeben, und es war jetzt kein Zauberwerk, sich deutsche Filme, Dokus, Serien und Fernsehpreise auszudenken, und dazu noch eine ganze Reihe angesagter Clubs, quer über die ADL verstreut. Mein persönlicher Liebling bleibt das Black Sun in Wuppertal, auch weil ich das Wuppertaler Setting sehr mag.
Beim Thema Einbruch spielte mir in die Hände, dass ich eh grade einen passenden Ki-Adepten zusammen geschraubt hatte, der dringend ein paar absolut offizielle und kanonische Spielzeuge brauchte. Da kam dann eins zum anderen, und das waren zwei. Mission-Impossible-Gummimasken, Bodysuits, Magschlosskartenkopierer und allerlei andere Gimmicks, die wie die Faust aufs Auge passten, haben das Kapitel dann rubbeldiekatz gefüllt. Solche Special-Effects-Einbrecher hatten jedoch, wie sich im Spiel herausstellte, einige Nachteile. Wenn alles glatt ging, war es für alle anderen langweilig, und wenns in die Fritten ging, war die Kavallerie so weit weg, dass man meist aufgeschmissen war.

Alles in allem war es ein riesen Spaß die Seiten mit einem Sammelsurium von Ideen zu füllen. Ich glaub so schnell war ich noch nie vorher mit 44000 Zeichen fertig geworden, und ich les es auch bis heute noch gern mal.

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