Firuns Flüstern: Die Anfänge

firuns-fluestern-coverIch hab mir vor Jahren vorgenommen, die Abenteuer zu leiten, die ich schon immer mal spielen wollte. So sind Bretter, die viel Geld bedeuten oder Die Brücke entstanden, aber auch eine sehr frühe Version von Firuns Flüstern.

Damals war ich noch schwer in Shadowrun involviert, und Autorenschaft bei DSA war eher eine entfernte Möglichkeit. Ich hatte gerade als Spieler die erste Hälfte von Jahr des Feuers durch und war sehr enttäuscht vom Verlauf, besonders von den Schlachtverläufen, dem Ende Galottas und in eingeschränktem Rahmen auch vom Turnier, speziell was den Umgang mit einem gewissen schwarzen Ritter anging. Also fing ich an meine eigene kleine Kampagne zu basteln, mit Black Jack und Nutten, also mit großen Kämpfen und echten Heldentaten, bei denen man nicht nur irgendwelchen NSCs applaudieren durfte. Alles zugeschnitten auf üble Zwergenklopper, gemaxte Bogenschützen und powergegamte Krieger. Wenn man schon Charaktere mit 20.000+ AP und Goodies bis zum Hals hat, dann soll man die auch ausfahren können, ohne sie durch zwei Wochen Dschungel oder ein Dutzend kleinerer Gefechte ohne Regeneration abzuschleifen, damit sie im Finale ja nichts kaputt machen. Ansonsten kann man auch mit nem Ferrari durch den Stadtverkehr zockeln.

Ein großer Kampf musste her, ein klassischer Konflikt. Und was wäre klassischer als Orks gegen Menschen? Eine solche Feldschlacht war mir als Spieler bei DSA bisher nicht unter gekommen, was irgendwie schon bemerkenswert war, wurde dieser Konflikt doch beständig getriggert. Während der Vorbereitungen kam mir dann die Idee, das Gefecht von beiden Seiten erlebbar zu machen. Die „Bösen“ sollten nicht einfach nur handeln, weil sie eben böse sind. Man sollte zumindest begreifen (wenn auch nicht gut heißen), warum sie dies tun. Ich hatte schon lange vorher mit parallelen Plots Erfahrungen gesammelt, ob mit Multiuserruns oder parallel verlaufenden Strängen in regulären Abenteuern. Da DSA4 mich durch die Charakterbauoption von Orks außerdem geradezu dazu aufforderte, eben diese mal zu spielen, war der Entschluss bald gefasst. Ich bastelte auf die Schnelle ein paar Orks zusammen, per Hand und ganz old school (ich glaube, das war sogar noch mit 4.0), und teilte sie kurz vor der Schlacht ohne Vorwarnung an die Spieler aus. Und tatsächlich, es entwickelte sich noch besser, als ich erwartet hatte.

Ich denke es war eine Mischung aus schwächerer Konsequenz des Handelns(es waren ja „nur“ Fertigcharaktere) und dem Freifahrschein, sich gepflegt daneben zu benehmen, die meinen Spielern so viel Spaß gemacht hat. Daraus entwickelte sich nach der Schlacht eine kleine Kampagne, die in den fernen Osten führte, sowohl mit den Orks als auch mit „den Guten“, und auch wenn Glorana ursprünglich gar kein Thema war, entwickelte sich die ganze Sache sehr unterhaltsam, inklusive Pardona, Orks in einem zugefrorenen Firuntempel und besessenen Panzeryetis. Ich glaube aus Terminschwierigkeiten haben wir die letzte Etappe der Orks nicht mehr gespielt.

Danach folgten Jahre, in denen die Kampagne vor sich hin staubte, bis die Möglichkeit da war, sie für DSA offiziell zu machen. Damit verbunden war natürlich eine Menge Arbeit. Wo vorher eine Schlacht vor Baliho für mich nichts war, was sich nicht mit einem kurzen Wedeln aus dem Ärmel schütteln ließ, musste nun alles bombenfest in den Hintergrund verankert werden. Gar nicht so einfach in einer so dicht beackterten Region wie dem Mittelreich. Dazu hatte sich der Metaplot im hohen Norden weiter entwickelt, die Splitterdämmerung war in vollem Gange und irgendwie schien niemand so recht Interesse daran zu haben sich mit der ollen Eishexe zu beschäftigen. Die Entscheidung fiel mir da nicht schwer. Wenn dann richtig, und wenn etwas mit Splitter, dann ohne Haken und Ösen. Kein McGuffin, keine Bratpfanne des Todes, mit der man dem ansonsten unbesiegbaren Obermufti eins überbraten musste. Hochstufige Charaktere können eine Menge, und das sollten sie auch ausspielen dürfen.

In den zwei sehr unterschiedlichen Testrunden, in denen ich die überarbeitete und aktualisierte Fassung ausprobiert habe, liefen gerade auch die Orkse wieder sehr gut. Ähnliches Phänomen, ähnliche Resultate. Auch das Überkreuz-Spiel, der Umgang mit den Hinterlassenschaften der anderen Gruppe, lief besser als erhofft.

Nun gilt es auf meine Belegexemplare zu warten, auch wenns schwer fällt, um mein neues kleines Spielzeug selbst in Händen halten zu dürfen. Hätte ich mir damals wohl nicht träumen lassen.

Und wer weiß: Vielleicht folgen noch ganz andere Abenteuer aus der guten, alten Zeit, mit Kifferkommunen im Regenwald, Tunneldämonen und badenden Ogern.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Abenteuer B/R, Das Schwarze Auge, Schreiben, Unfug abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Eine Antwort zu Firuns Flüstern: Die Anfänge

  1. Pingback: Aus dem Limbus: Von den Orks für die Orks | Nandurion

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s