Selbstrezension: Familienbande, Teil 2

DSA-BaustelleNach viel zu langer Zeit geht es nun weiter mit der Selbstrezension von Familienbande.

Werfen wir heute mal einen Blick in Kapitel IV bis VI. Nachdem die Spieler den ersten Schlüssel-NSC kennen lernen konnten und die ersten noch diffusen Verdachtsmomente erfahren haben, kommen wir zu einem recht heiklen Punkt der Geschichte. Sie treffen auf ihren Antagonisten, der jedoch zu diesem Zeitpunkt noch unerkannt bleibt. Zwischendurch treffen sie noch auf den Brückenwächter Wulfric, der keine weiterführende Relevanz für das Abenteuer hat, aber der Sache etwas Farbe verleiht. Auch wenn in Kaufabenteuern jeder Buchstabe zählt, finde ich es wichtig den Spielern Nebenhandlungen anzubieten, an denen sie sich bei Interesse rollenspielerisch abarbeiten können. Der einsame Brückenwächter mit seinen Holzfigürchen ist so eine Möglichkeit. Ob sie genutzt wird oder nicht, bleibt da ganz den Spielern überlassen.

Aber kommen wir zurück zum Antagonisten. Mein Faible für Zombiekühe dürfte bekannt sein, daher finden sie hier auch ihren Einsatz. Ich habe sehr bewusst auf menschliche Zombies oder Kampfdämonen an diesem Zeitpunkt verzichtet, um zumindest ansatzweise die Einschätzung zu ermöglichen, dass der Antagonist den Helden bei weitem nicht so sehr an die Wäsche will, wie er könnte, vom moralischen Aspekt ganz zu schweigen. Trotzdem sollten sie von seinem Handeln so angefressen sein, dass sie ihm folgen. Ein schwieriger Balanceakt, ganz ohne Frage, der ganz bewusst mit Hilfestellungen unterfüttert ist. Nicht desto trotz hängt es hier aber doch am Spielleiter, was einen als Autor nie so recht glücklich macht. Aber das gehört nunmal zum Geschäft dazu: Wer „nur“ eine Geschichte erzählen will, sollte es mit Kurzgeschichten versuchen, nicht mit Abenteuern.
Da es im Folgenden gegen Dämonen geht und diese im Grundregelwerk nicht vorkommen, habe ich die Regeln für Dämonen auf eine Seite runter gedampft. Das ging erschreckend gut. Außerdem findet sich ein Abschnitt darüber, wie man eher unmotivierte Gegner durch Einschüchterung oder das Ausspielen des eigenen Ranges, beispielsweise als Geweihter, zur Aufgabe bringen kann. Ich fand es gerade in einem Einsteigerabenteuer nicht falsch Optionen jenseits von AT +5 aufzuzeigen, und zu irgendwas muss es ja gut sein einen großen Hut aufzuhaben.

Kapitel V endet zudem mit einem Plan B, sollte das Abenteuer bis zu diesem Zeitpunkt völlig außer Kontrolle geraten und das McGuffin von den Charakteren zerstört worden sein. Ich finde es nicht so tragisch, wenn durch Einwirkung der Spieler ein Abenteuer vorzeitig abbricht, und in diesem Falle verliert der Spielleiter zwar einen Teil der Handlung, gewinnt dafür aber eine längerfristige Nemesis, was wie ich finde eine sehr schöne Sache ist.

Im Gegensatz zu den eher handfesten Kapiteln IV und V bietet Kapitel VI wieder eine schöne Szenerie für die Freunde des Stimmungsspiels, mit der der erste Abenteuerabschnitt endet. Kapitel I bis VI kann man durchaus auch als Einzelabenteuer spielen oder ein anderes kurzes Abenteuer einfügen, bevor man mit Kapitel VII weiter macht.

Alles in allem kann es in Kapitel IV zu Schwierigkeiten kommen, sollten die Helden allzu sehr zusammen getreten werden oder schlichtweg sehr passiv sein, aber zumindest in meinen Testrunden hat sich das mit wenigen Handgriffen gut wieder in Fluß bringen lassen. Von daher hier 5 von 6 Punkten, alleine schon weil mir der Autor sehr sympathisch ist.

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2 Antworten zu Selbstrezension: Familienbande, Teil 2

  1. Lofantyr schreibt:

    Hm… ich kann mir nicht helfen, aber das ist schon alles gewesen? Zwei Monate hast Du gebraucht, um diese wenigen, eher allgemein gehaltenen Zeilen zu schreiben?

    Mir hat der erste Teil der Selbstrezension besser gefallen. Da bist Du ja auch näher auf den Inhalt eingegangen – wolltest Du etwa diesmal weniger vorwegnehmen?

    Naja, vielleicht liegt es ja auch an deiner Einberufung in die DSA-Redaktion.

    Das Abenteuer selbst hat mir gut gefallen (ein Freund von mir hat zum ersten Mal gemeistert und war von den vielen Tipps sehr angetan), daher habe ich mich über die Idee einer Selbstrezension gefreut. Wer, wenn nicht der Autor, weiß genau, was Absicht, und was eher Zufall war?

  2. eismann2060 schreibt:

    Japp, ich hab mein Tagespensum von 9 Worten knapp halten können, wobei „Nebenhandlungen“ und „Antagonist“ den Schnitt schon ziemlich nach unten gezogen haben. Aber ich denke für eine zweimonatige Vollzeitbeschäftigung ist der Eintrag schon ganz gut geworden.

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