A Game of Thrones: Ohne den Eismann

Eine der stärksten literarischen und medialen Wirkungen im Fantasybereich hat zur Zeit sicher Game of Thrones, ob als Romanreihe oder TV-Serie. Niemand kann sich ihr entziehen, ob als Meme, Vergleich oder Anspielung.

Nun, fast niemand. Zuerst hatte ich keine Zeit und Lust die Romane zu lesen, weil ich auch so schon Berge von Papier zu lesen habe, und später, mit dem immer weiter wachsenden Hype, habe ich es mir ganz gespart. Nicht, weil ich George Martin für einen schlechten Autor halten würde oder mich das Thema nicht interessiert, sondern weil ein so dominanter Topos (nicht nur) auf mich als Autor eine durchschlagende Wirkung hätte. Manche nennen es Inspiration, andere schlichtweg Klauen, aber ob gewollt oder nicht, Input erzeugt Assoziation, Assoziation erzeugt Ideen und aus Ideen werden Texte. Und weil zur Zeit so ziemlich jeder Game of Thrones liest oder schaut, kennt auch jeder die Themen, die Figuren und die Handlungselemente, und kaum etwas ist ätzender, als wenn man merkt, wo ein Autor seine Ideen gemopst hat. Besonders dann, wenn es im gleichen Genre ist. Daher spare ich mir solche Mainstream-Produkte (ohne jetzt auf die Hipsterschiene aufspringen zu wollen), weil ich mich gut genug kenne. Ich WERDE Elemente daraus klauen, ob ich will oder nicht, vielleicht ganz unbewusst. Und man wird es merken. Und das will ich nicht.

Bei mir stellen sich schon die Nackenhaare auf, wenn ich von anderen Autoren Aussagen höre wie „Ja, da hab ich mich bei Game of Thrones inspirieren lassen“. Nicht, dass das nicht okay wäre, aber ganz persönlich, für mich, wäre das nichts. Es gibt viele Inspirationsquellen, die kaum jemand kennt und aus denen man gut schöpfen kann. Tolkien hat es u.a. mit der Edda getan, Martin so weit ich das verstanden habe aus den Rosenkriegen, und es gibt noch so viel mehr, aus dem man seine Ideen ziehen kann, ohne Felder zu beackern, die jeder zweite potentielle Konsument kennt. Die Geschichte und Mythologie (besonders jenseits der ausgetretenen Pfade) wirkt hier Wunder, und einiges wurde in diesem Blog ja schon angesprochen, aber es gibt auch noch dutzende andere Möglichkeiten, ohne gleich im Teich des Nachbarn die Angel auszuwerfen.

Von daher: GoT-Verbot für den Eismann. Vielleicht werd ich mir die Serie mal in ein paar Jahren bei Tele5 anschauen, wenn die Welle durch ist und niemand mehr dran denkt.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Geschichte, Schreiben abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu A Game of Thrones: Ohne den Eismann

  1. Tagschatten schreibt:

    „GoT-Verbot für den Eismann.“

    Der Verlust / das Opfer ist sicherlich kleiner, als man Dir versichern wird. 🙂

  2. CyberianK schreibt:

    Respekt, aber ich ich habe Mitleid mit dir und sage deswegen nur noch:

    Hodor

  3. Pingback: Seminar Rollenspielentwicklung: Tag 2 | Das Eisparadies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s