Wenn bei den Römern das Licht ausgeht

Es gibt Dinge, die haben keinen relevanten wirtschaftlichen Nutzen. Archäologie ist so ein Ding. Abgesehen von Schatzsucherei, um altes Zeug an Sammler zu verhökern, was im übrigen mit ernstzunehmender Archäologie ungefähr so viel zu tun hat wie Justin Bieber mit klassischer Musik, ist Archäologie nichts, womit man Geld verdienen kann. Tatsächlich verdreht so mancher Bauherr und Stadtplaner eher die Augen, wenn er an die graumilierten Herren und Damen mit ihren mit Schäufelchen und Pinselchen im Matsch spielenden Studenten denkt.

Nichts desto trotz ist Archäologie wichtig, mir zumindest. Und sie sollte jedem wichtig sein, der sich mit Fantasy, historischen Romanen oder schlichtweg mit der Vergangenheit beschäftigt. Als Historiker ist mir der Wert einer gut dokumentierten und aufbereiteten Ausgrabung sehr bewusst, und ich habe manchesmal dankbar Grabungsberichte studiert,  wenn es um Wirtschafts- oder Pfalzengeschichte ging. Aber wie gesagt, das ist nicht jedem wichtig. Der NRW-Regierung zum Beispiel. Normalerweise halte ich mich bei politischen Dingen bedeckt, aber irgendwo hört auch bei mir der Spaß auf, und das hat die werte Frau Kraft geschafft.  Wie Spiegel Online und RP Online berichtet haben streicht das Land NRW ihren Teil der Finanzierung zur Archäologie und Baudenkmalpflege, und zwar komplett. Es geht um 12 Millionen Euro, was in Relation zu anderen Töpfen wirklich überschaubar ist… für die Archäologie in NRW ist das jedoch ein ausgesprochen schmerzhafter Schlag.  

Widerstand regt sich unter den Archäologen, beispielsweise beim Verband der Landesarchäologen oder der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte. Aber seien wir ehrlich: Wer findet die schon, wenn er nicht vom Fach ist. Daher auch von meiner Seite aus etwas, was ich normalerweise nur sehr selten tue: Ich bitte dich, ja genau dich, darum bei dieser Petition mitzumachen. Es gibt viele Petitionen, Unterschriftenlisten, Facebook-Kettenmails und bunte Profilbildchen-Statements, aber diese eine ist mir wichtig. Denn ich mag jungsteinzeitliche Pfahlhäuser, bronzezeitlichen Salzhandel, den Kölner Untergrund von den Römern bis heute, die ausgelatschten Straßen des Hellwegs und jede Burg, jede Pfalz, jede Brücke und jedes alte Haus, das mehr Jahre auf dem Buckel hat als irgendein lebender Mensch.

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5 Antworten zu Wenn bei den Römern das Licht ausgeht

  1. Christoff schreibt:

    Das ist hart. Hab es gleich mal bei Facebook geteilt.

  2. Joni schreibt:

    Recht hast Du! Ich werde den Links folgen und unterzeichnen!

  3. Danke Euch fürs Unterzeichnen unserer Petition und für jedes Teilen und Weitersagen! Wir haben mittlerweile mehr als 22.000 Unterschriften. Aus der Politik gibt es ein paar Beschwichtigungsversuche, die wir von der Deutschen Gesellschaft für Ur- und Frühgeschichte (DGUF) als Lippenbekenntnisse wahrnehmen (http://www.dguf.de/index.php?id=286). Am 6. Juni nun sind wir in den Landtag von NRW zu einer Anhörung geladen – wir bleiben am Ball. Danke für jede weitere Unterstützung! 🙂

    Diane

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