Eine Rede an die Nation 2: Habemus papam!

Ich habe am Wochenende am zweiten Seminar zum Schreiben und Halten von politischen Reden teilgenommen, wieder geleitet von Heike Werntgen und Jens Ballerstädt. Zur Eröffnung wurden Reden unter „erschwerten Bedingungen“ gehalten, was bei mir nicht allzu sehr ins Gewicht fiel, da ich a) bei sowas relativ ignorant bin und b) die Hälfte der Zeit die „Störer“ raus zu bekommen versuchten, worauf die Sache hinaus laufen soll:

„Liebe Gläubige, die ihr so zahlreich an diesem so bedeutungsschweren Ort erschienen seid, liebe Gläubige auf der ganzen Welt:

Voller Demut darf ich verkünden, dass die Sedisvakanz, die uns alle so unerwartet und schmerzlich überrascht hat, beendet ist. Es ist eine kaum ermeßliche Aufgabe in den Spuren Benedikts XVI. zu wandeln, doch die Konklave der Kardinäle hat in göttlicher Inspiration entschieden, dass ich, ein unwürdiges Staubkorn im Hause Gottes dem großen Papst Benedikt auf dem Stuhl Petri folgen soll.

Das Amt des Pontifex Maximus, des Dieners der Diener Christi, ist ein Amt voller Anfechtungen des Glaubens, doch bin ich voller Zuversicht, dass ich dank der zahllosen Gebete für das Heil der katholischen Kirche und der Hoffnung der wahrhaft Gläubigen diese

Anfechtungen erdulden kann. Es sind schwere Zeiten angebrochen für den wahren Glauben. Hier in Europa, ja in der ewigen Stadt selbst feiern Unglaube, Ignoranz und Ablehnung Urstände, während das Bild der katholischen Kirche mit Unmoral, Simonie und Korruption gleich gesetzt wird. Sektierer, Bauernfänger und Esoteriker haben wie eine sich ausbreitende Krankheit die Herde Petri besonders westlich des Atlantiks befallen, während sie im Osten und Süden von Regimen und Milizen bedrängt werden. Kaum eine andere Glaubensgemeinschaft wird weltweit so bedrängt. Während hierzulande Gläubige mißachtet und verlacht werden, werden sie dort gefoltert und ermordet, weil sie treu für ihren Glauben einstehen. Und mögen sie auch als Märtyrer für ihren Glauben vor dem Thron Christi ins Himmelreich eingehen, so muss doch ihr Martyrium, jeder Schlag, jeder Tritt, jeder geworfene Stein, jeden einzelnen von uns schmerzen.

Dieser Schmerz, dieses Leid der Gemeinden fordert mich, ja fordert uns alle auf zu handeln. Und so habe ich im innigsten Gebet einen Namen gewählt, der die vor uns stehenden Aufgaben widerspiegelt. Vom heutigen Tage an soll der demütige Nachfolger Petris Urban IX. heißen, in der Hoffnung den Weg seiner Vorgänger folgen zu können. Besonders in Erinnerung rufen möchte ich das Werk Urbans VIII., dem Baumeister unter den Päpsten, dessen Wappen nicht umsonst die fleißigen Bienen zieren. Sein größtes Werk, die Vollendung des Petersdoms, zeigt heute noch die Größe der rechtgläubigen Kirche, und seine Tatkraft soll uns allen Inspiration sein, das angeschlagene Haus Gottes wieder in altem Glanz zu errichten.

Auch in Erinnerung rufen möchte ich Urban II., dessen Wirken die Arbeit Gregors VII. bewahrt und den christlichen Glauben in schwerer Stunde geschützt hat. Dieser Tradition der Hege, des Schutzes und des Aufbaus möchte ich als Pontifex Maximus folgen, um der rechtgläubigen Kirche die Integrität und den Respekt zu verschaffen, den sie so sehr verdient und so sehr braucht.

So möchte ich voller Dankbarkeit und Demut mein Haupt senken vor Gott und seiner Gemeinde, der Gemeinschaft der Gläubigen.“

 

Sollte die zu erwartende Antrittsrede des nächsten Papstes auch nur ansatzweise den Inhalt der obigen wiedergeben… dann steuern wir sehr interessanten Zeiten entgegen. 😉

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