Fiebergedanken: Steampunk

IBM erwartet, dass Steampunk DER Trend 2013 werden wird. Das fällt mir alleine schon deshalb ins Auge, weil ich nach meinem kleinen Ausflug in den Cyberpunk mich gerade in diesem Bereich herum treibe. Aber ich persönlich glaube nicht, dass Steampunk wirklich tragfähig ist, zumindest was den Rollenspielbereich angeht (und in anderen maße ich mir nicht an ausreichend Ahnung zu haben).

Klar, die Ästhetik ist bemerkenswert. Braunes Leder und Messing, gerne mit Zahnrädern und Uhrwerken, oft als viktorianische Hülle, die den Eindruck erweckt, die in ihr schlummernde moderne Technik würde nur durch gläserne Vakuumröhren und aufgezogenen Federn angetrieben. Da gibt es definitiv eine ganze Reihe sehr cooler Basteleien, vor denen ich mich respektvoll verneige. Dem gegenüber steht der Bekleidungsstil. Auch hier: Braunes Leder und Messing, Zahnräder, gerne mit Corsagen und Zylinder. Sieht soweit auch ganz chic aus, hat aber einen Haken, der mir letztes Jahr auf der RPC aufgefallen ist. Basierend auf diesen modischen Vorgaben sahen die Leute teilweise erschreckend gleich aus. Gefühlte 90 Prozent trugen Lederzylinder oder Lederfliegermützen mit Fliegerbrille. Es wirkte beinahe uniformiert, und daher hoffe ich natürlich, dass sich diese modische Monokultur mit der Zeit ausweitet, aber bisher hat es mich nicht wirklich aus den Schuhen gehauen.

Ein zweiter Punkt macht mir im deutschen Raum Kopfzerbrechen. Steampunk lebt zum Teil auch vom Sprachduktus. Sehr schön dargestellt zum Beispiel von Professor Elemental:

Das klappt im Englischen ganz wunderbar, übernimmt es doch einiges aus der Historie. Und da fangen die Probleme an: Zeitlich parallel definiert das deutsche Kaiserreich die deutschsprachige Kultur, und die unterscheidet sich alleine schon von ihrem militaristischen Hintergrund recht deutlich von der englischen. Splendid Isolation vs. Pickelhaube, sozusagen. Dieses liebenswert altmodische, leicht versnobte Englisch, das für den Steampunk so essenziell ist, sprachlich zu übertragen halte ich für eine wirklich große Herausforderung.

Vielleicht bin ich da erkältungsbedingt etwas unleidlich oder der Historiker schlägt durch und klammert sich an geschichtliche Wurzeln, die mit der heutigen Ausformung kaum mehr was zu tun haben, von daher hoffe ich auf ausgiebige Kommentare, warum Steampunk DOCH mega ist oder vielleicht auch warum ich absolut recht habe.

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2 Antworten zu Fiebergedanken: Steampunk

  1. FRAZ schreibt:

    Ich habe mich bisher nicht mit Streampunk auseinander gesetzt, aber alleine der Wiki-Link liefert schon coole Ideen. Eintönigkeit sehe ich da nicht als Problem.
    In den achziger Jahren sahen alle Barbaren wie Conan aus und alle Ritter trugen Kettenhemd &Waffenrock oder Vollmetall.
    Inzwischen sind die alten Vorstellungen mit fantastischen und inovativen Ideen angereichert. Warum sollte das beim Streampunk anders sein?

  2. Pingback: Fiebergedanken: Steampunk, Teil 2 | Das Eisparadies

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