Eine Rede an die Nation

Ich habe am Wochenende an einem Seminar zum Schreiben und Halten von politischen Reden teilgenommen. Nicht, weil ich in den Bundestag will, auch wenn das sehr amüsant wäre, sondern, nun, weil ichs kann. Er war sehr interessant und lehrreich, geleitet von Heike Werntgen und Jens Ballerstädt. Wirklich empfehlenswert.

Im Rahmen dieses Seminars sollte jeder eine kleine Rede verfassen, und weil ich die eh nochmal in Reinschrift verschicken wollte, hier meine Rede an die Nation:

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Bankenkrise, Terrorismus, Krieg.

Jede Zeit kennt ihren Schrecken und jeder von uns kennt die Furcht, die unser Herz ergreift, wenn wir uns mit einer neuen Gefahr konfrontiert sehen.

Manch einer von uns verspürt Zorn, manch einer Hilflosigkeit angesichts dieser beständig neuen Übel.

Doch macht uns diese Furcht, dieser Zorn, diese Hilflosigkeit nicht blind? Starren wir diese Gefahren nicht an wie das Kaninchen die Schlange? Und verkennen wir so nicht die Gefahr, die seit Anbeginn der Zeit die Menschheit geißelt?

Durch Medien und Politik gelenkt, liegt unser Blick auf diesen ständig neuen Schrecken. Doch spürt nicht jeder von uns seit Kindesbeinen, von Generation zu Generation weiter gereicht, dass etwas lauert in den Schatten, in der Dunkelheit, am Rande unserer Wahrnehmung?

Im Tiefsten seines Herzens spürt doch jeder von uns, dass die alltägliche Angst nur das Tuch ist, das das wahre Bild verdeckt. Es bedarf Mut dieses Tuch fort zu reißen und die wahre Gefahr aller Welt vor Augen zu führen.

Daher soll hier und jetzt ausgesprochen werden, was jeder von uns tief in seinem Herzen verborgen hält:

Die wahre Bedrohung für uns, für Deutschland, ja für die ganze Welt … sind Kobolde.

Seit Jahrtausenden erklingen die Warnungen, ob als Fomori im Red Book of Ulster, als Dunkelalben in der nordischen Edda oder als Chubakabra in den Erzählungen Mittelamerikas. Aber wir haben gelernt sie als Legenden, als Märchen abzutun.

Doch nun ist es Zeit die Augen zu öffnen, die Stimme zu erheben und zu bekennen:

Ja, es gibt Kobolde, und ja, wir müssen alles daran setzen dieser Gefahr endlich zu begegnen. Manch einer mag uns dafür verlachen, aber ist es so lächerlich seine Kinder vor ihren gierigen Klauen schützen zu wollen?

Wenn Deutschland am Hindukusch verteidigt wird, ist es nicht um ein vielfaches wichtiger es hier bei uns, in unseren eigenen Heimen zu verteidigen?

Daher, und ich denke da spreche ich für jeden der Anwesenden, daher fordern wir alle Mittel einzusetzen, politische, polizeiliche und ja, auch militärische, um der Koboldbedrohung offen entgegen zu treten und so Europa und der Welt vor Augen zu führen, dass wir bereit sind zu handeln. Für Deutschland, für die Welt und für unsere Kinder, unsere Zukunft.

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Man muss sich das natürlich mit Wurzelholzschreibtisch und Deutschlandflagge vorstellen, damit es wirklich wirkt.

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3 Antworten zu Eine Rede an die Nation

  1. Dies ist sicherlich eine der besten Anti-Kobold-Reden, die ich je gelesen habe. Ich bin gerührt, berührt, umgerührt. Sehr schön.

  2. FRAZ schreibt:

    Ich finde hier wird eine Minderheit auf gemeine Weise diskreditiert. Wo wären wir den heute, wenn die Kobolde nicht die Geschicke der Welt diskret lenken würden?
    Wer hat den für das Wohl der Menschen das Feuer gestohlen? Wer kam den auf die Idee das Rad neu zu erfinden und es als guten Rat zu verkaufen? Wer hat denn den Apfel nicht weit vom Stamm fallen lassen, um Newton zu inspirieren? Wer hat denn den Schein erfunden, weil im die vielen angehäuften Münzen zu schwer wurden?
    Würden die Kobolde nicht ohnehin schon die Welt beherrschen, würde ich jetzt gerne alle Macht für die Kobolde einfordern!

  3. Pingback: Eine Rede an die Nation 2: Habemus papam! | Das Eisparadies

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