Verschwörungstheorien: Das „Klick mich“-Stemmeisen

Kurz was politisches dazwischen geworfen: Ich bin vermutlich nicht der einzige, der sich fragt, warum ein großer Verlag 100.000 Schleifen Vorschuss an eine junge Autorin zahlt, die noch nie was handfestes veröffentlicht hat. An die Verlage dort draußen: Für ein Zehntel schreibe ich euch ein Buch eurer Wahl. Egal was…Vampir-Softporno? Kein Problem. 60er-Jahre-Kohlenzechen-Zombieapokalypse-unter-Tage? Gern. Einseitige Politiker-Biographie? Na klar!

Für 100.000 Euronen schreibe ich euch eine ganze verdammte Rollenspiel- oder Romanreihe.

Aber, seien wir ehrlich: Was da an Produkt raus kommt, war doch nie relevant. Die liebe Frau Schramm hätte ihre Rauhfasertapette abschreiben können. Einzig wichtig ist, dass unter ihrem Namen, und damit indirekt unter dem Namen der Piratenpartei, ein Buch raus kommt, und dass man mit dem dicken Hammer jegliche Raubkopien aus dem Bild prügelt und dabei nicht mal zwigend offen auf die Dame zeigt. 100k ist da schnell aus der Kriegskasse requiriert, um bei der Urheberrechtsdebatte dem Gegenüber den „Verlogen“-Sticker aufzupappen. Das Buch wird dadurch zu einem nützlichen Werkzeug, einem Stemmeisen im politischen Diskurs.

Aber, das ist nur eine unbewiesene Verschwörungstheorie, und für einen ordentlichen Vorschuss baue ich da auch gerne noch ein Buch nach Wunsch drum herum.

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5 Antworten zu Verschwörungstheorien: Das „Klick mich“-Stemmeisen

  1. Xemides schreibt:

    Lieber Eisfreund,frag eich dich mal, wo diese Information herkommt. Es wird nämich keine QUelle genannt, nicht mal angedeutet. Es werden die 100.000 Euro einfach mal in den Raum geworfen, und jeder glaubt es und kommentiert es. Die FAZ schreibt jedenfalls nur „soll ich auf 100.000 Euro belaufen“.

  2. Joni schreibt:

    Es ist schon schauerlich, wie nun krude Gedankenverdrehungen in den Raum gestellt werden, um Frau Schramms Verhalten irgendwie zu rechtfertigen. Nun ist sie also das Opfer der pösen, pösen Verlage, wurde quasi gelockt und ausgetrickst. Die Tage habe ich sogar lesen dürfen, dass sie das ganze nur absichtlich eingefädelt habe, um die Debatte anzustoßen!
    Gehts eigentlich noch? Die Frau ist Berufspolitikerin und sie hat Mist gebaut, sich verspekuliert, vielleicht auch nur das Geld gesehen und die Konsequenzen nicht bedacht.
    Damit beschädigt sie den Ruf ihrer Partei. Dass für eine Frau Schramm gilt, was für einen Wulff oder zu Guttenberg auch gilt, wenn sie Mist bauen, sollte doch eigentlich selbstverständlich sein, oder? Was Du (so wie andere) machst: genüßlich eine Verschwörungstheorie aufbauen, um sie dann zur eigenen argumentativen Sicherheit mit einem kleinen Halbsatz „Ist natürlich unbewiesen“ zu sichern. So etwas gehört nicht in eine rationale, demokratische Debatte.

  3. Jan schreibt:

    Die Theorie finde ich gar nicht so schlecht. Die 100.000€ waren sicher eher Marketingbudget als Entlohnung, denn so oder so war die Chance groß, dass da nen großes PR-Echo bei raus kommt. Ob sie wirklich Berufspolitikerin ist, da bin ich mir nicht sicher. Nichtsdestotrotz dürfte sie lange genug dabei sein um zu wissen, was sie da abzieht. Ich habs nicht im Detail verfolgt, aber es scheint mir insgesamt ne ziemlich blöde Idee gewesen zu sein.

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