Rohaja auf Reisen: Jetzt erst recht!

So, während Familienbande so langsam die ersten Illustrationen erhält und auch meine Texte zu Auf gemeinsamen Pfaden (hier die Ankündigung vom F-Shop) so weit stehen, kann ich mich um ein neues Projekt für Das Schwarze Auge kümmern. Und weil es einen Namen braucht, hört es auf den Arbeitstitel „Rohaja auf Reisen“.

Wer mein Blog ein wenig verfolgt hat, dürfte mittlerweile wissen, dass ich mich mit dem Themenfeld Reisekönigtum, Zelte und Zeltlager in der praktischen Herrschaft usw. ganz gut auskenne, und das könnte sich in diesem Falle als ganz nützlich erweisen, denn ich habe die Aufgabe gestellt bekommen, einen Band über das Reisekaisertum der Kaiserin Rohaja zu schreiben. Das ist natürlich eine besondere Herausforderung, denn damit landen wir mitten im aventurischen Kernland mit all ihren wichtigen NSCs und ihren unterschiedlichen Landstrichen. Ich persönlich halte den Hof Rohajas für einen sehr interessanten Spielplatz der Plots zwischen Intrigen und Heldentum genauso ermöglicht wie zwischen höchsten politischen Ämtern und den einfachen Leuten aus dem Tross. Kurz gesagt: Da steckt jede Menge Potential drin für Helden unterschiedlichster Ausrichtung und Stufe.

Weil ich ein großer Freund offener Produktionsprozesse bin, möchte ich hier das erste Exposé des Bandes vorstellen. Wie häufig bei solchen Exposés heißt das noch lange nicht, dass das fertige Produkt auch so aussehen wird, aber es gibt zumindest einen ersten Einblick, wohin die Reise des Reisekaisertums gehen soll:

————————————————————————

Exposé zum Hintergrundband „Rohaja auf Reisen“ (AT)

von Jens Ullrich

Grundidee:

Nach aktuellem Metaplot wird die Herrschaft des mittelreichischen Kaiserhauses nicht mehr von der Garether Residenz aus ausgeübt, sondern durch einen mobilen Hof im ganzen Reich, der von Pfalz zu Pfalz reist. Wie dieser Hof funktioniert, welche Personen er umfasst und wo Pfalzen zu finden sind und wie diese gestaltet sind, stellt eine der Grundfragestellungen des ersten Teiles dieses Bandes dar. Im zweiten Teil wird ein großer Hoftag näher beleuchtet, auf dem Politik und Intrigenspiel genauso Platz finden wie prachtvolle Bankette, Turniere und Festkrönungen. Beispielhaft wird dargestellt, wie Spielerhelden in dieser besonderen Situation agieren können.

Um dem Leser ein realistisches Bild des Hofes zu liefern, wird diese Publikation inhaltlich an das Reisekönigtum der Staufer angelehnt, ohne aber die für Aventurien so typischen Fantasyelemente aus den Augen zu verlieren.

 

Inhaltlicher Überblick:

Als Eröffnung erscheint ein längerer Ingame-Text über den Hof, seine Unbeständigkeit und sein Wirken auf den Außenstehenden sinnvoll.

Teil 1: Der Hof Rohajas

Grundlagen des Reisekönigtums

  • Was ist Reisekönigtum?
  • Warum reist die Kaiserin? (Politik und Versorgungsprobleme, warum nicht mehr in Gareth)
  • Wie reist der Hof? (Zu Land und per Binnenschiffahrt, Schnelligkeit etc.)
  • Wer ist Teil des Hofes? (Unterteilung in den inneren Hof, also das Personal, das den Hof immer begleitet, und den äußeren Hof aus Gesandten und geistlichen und weltlichen Würdenträgern)
  • Nach Möglichkeit ein Blick auf die Reiseroute im aktuellen Jahr nach BF.

Unterbringung und Versorgung

Die Tempel und Klöster der Praioskirche, die Reichsstädte und die reichseigenen Pfalzen sind hierzu verpflichtet.

Überblick über die Pfalzen

  • Was ist eine Pfalz?
  • Städtische vs. ländlich gelegene Pfalzen
  • Unterscheidung von Jagdpfalzen, Reisepfalzen und Prunkpfalzen, erstere mit großen Jagdforsten, letztere auch mit Tierparks, repräsentativen Bauten, prachtvollen Wandmalereien der größten Triumphe des Kaiserhauses etc.
  • verschiedene Pfalzen des Reiches werden beispielhaft aufgeführt, inklusive Bodenplänen etc.

Funktionsträger des Hofes (Wen kann man am Hof antreffen?)

  • Innerer Hof (also Personen, die dauerhaft am Hof leben): Die Hofämter (Marschall, Kämmerer, Truchseß, Mundschenk), die ihnen untergebenen Hofmeister und ihre Bediensteten, der Hofmagus (für Schutz und Beratung in magischen Fragen), die Hofkapelle (mit einigen Geweihten, primär Praios, aber auch Rondra, Hesinde etc.), die Kanzlei (Kanzler, Notare und Schreiber für Urkunden, Korrespondenz etc.), daran angegliedert der Kaiserliche Boten- und Kurierdienst, Leibwächter, der Hofkoch etc.
  • Äußerer Hof (also Personen, die nur zeitweilig am Hof leben): Verbündete und daher häufig am Hof anzutreffende Würdenträger des Reiches, Reichsministerialität (also Ritter bzw. Junker), Gesandte, Boten und der inoffizielle Tross aus Händlern, Handwerkern, Gauklern, Prostituierten, Hofdichtern etc.

Man kann an dieser Stelle auch eine Art inoffizielles Küchenkabinett Rohajas thematisieren, das nicht nur aus Fürsten, sondern aus Personen unterschiedlichsten Ranges besteht und sie bei politischen, militärischen und wirtschaftlichen Fragen berät.

Wirkung des Reisekönigtums auf das Reich

Die Kaiserin übernimmt wieder Teile der Rechtsprechung persönlich, dadurch wird die bisher recht moderne Verwaltungsstruktur des Reiches verringert und die Provinzen gegenüber der ehemals in Gareth gelegenen Zentralregierung gestärkt. Das Rittertum blüht auf, ritterliche Tugenden gelten zunehmend wieder als modernes Idealbild, besonders für junge Adelige.

Teil 2: Der Kaiserhof am Beispiel eines Hoftages

In der zweiten Hälfte der Publikation wird ein Beispielhoftag an einem prominenten Ort und zur Feier einer politisch wichtigen Entscheidung oder Handlung näher beleuchtet. Allgemein soll auf das Thema Erbenlosigkeit Rohajas etc. eingegangen werden.

Allgemeine Beschreibung (ingame)

Staunende, vielleicht auch religiös verdammende Beschreibung des Hoftages. Herausstreichung der Pracht, der höfischen Sitten und des Überflusses.

Ablauf und besondere Momente des Hoftages

  • Festkrönung Rohajas
  • Bankette (mit Streit über die Sitzordnung)
  • Turniere
  • Rittergürtungen wichtiger Adelssprosse
  • Religiöse Akte der Praioskirche

Ebenen der Mitwirkung

Plotaufhänger für Heldengruppen unterschiedlicher Stufen und unterschiedlicher Ränge, also politisches Geplänkel für hochrangigere Helden, Teilnahme an Turnieren, Feiern und anderen Aktivitäten, kleinere Abenteueraufhänger für niederstufige Helden.

Die NSCs im Rahmen der Plotaufhänger

Ähnlich wie bei den Armitage Files würde ich vorschlagen den für die Plots wichtigen Persönlichkeiten vor Ort kurz allgemeine Beschreibungen zuzuordnen, die durch zusätzliche Erläuterungen ihrer Haltung gegenüber bestimmten Plotaufhängern erweitert werden. Wenn der Plotaufhänger ein Erbstreit zwischen einem Perainekloster und einem regionalen Adeligen ist, werden bei jedem NSC drei mögliche Haltungen angegeben: Positiv gegenüber dem Kloster, neutral und positiv gegenüber dem Adeligen. Hierdurch hat der Meister die freie Auswahl, wie er welche NSCs agieren lassen kann. Das sich daraus entwickelnde Abenteuer besitzt entsprechend eine deutlich größere Dynamik als herkömmliche lineare Plots.

Zusätzliche Szenarien

Einige kurz angerissene Einzelszenarien mit linearer Struktur für die eher traditionellen DSA-Spieler.

—————————————————————

So, das ist vielleicht schon ganz informativ. Die ersten Pfalzen habe ich zur Probe schonmal bearbeitet und ich habe den Eindruck, dass das alles eine ganz spannende Angelegenheit werden könnte.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Das Schwarze Auge, Geschichte, Schreiben veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

12 Antworten zu Rohaja auf Reisen: Jetzt erst recht!

  1. FRAZ schreibt:

    Ich habe lange mit dem Reisekaisertum gehadert, weil ich die Gefahr sehe, dass Rohaja dadurch zu omnipräsent wird. In den Regionalspielhilfen ging der Trend ja eher dahin, den Provinzen und ihren Herren ein eigenes Profil zu geben.

    Inzwischen fände aber gut, wenn die Kaiserin eine absehbare Zeit (längstens bis zur Rekrutierungstour 1038 BF) die Provinz abklappert und die geplanten Settings der Fürsten- und Herzogtümer gerade rückt. Der Bote könnte sie über x Ausgaben begleiten und dabei jedes Mal die Lage in der Region sowie das Verhältnis zwischen Provinzherren und Kaiserin nach dem Besuch darstellen. Quasi ein paar kurze Updates von „Am großen Fluss“, „Schild- oder Herz des Reiches“.

    Ich fände es auch spannend, wenn einige Pfalzgrafen Hochgeweihte oder Äbte bestimmter Orden sind. So kann Rohaja neben dem Adel auch den Klerus gelegentlich durchschütteln bzw. die Kirchenfürsten buhlen mit den Blaublütern um die Gunst der Herrscherin.

    Interessant wird es auch, wenn große Teile der judikativen Reichsverwaltung und einige Ministern in Elenvina bleiben, während der reisende Hofstaat die Legislative verkörpert. Gareth bleibt „nur“ offizielle Hauptstadt und Megaplex, während sich die Herzogenstadt Elenvina zum praiokratischen Verwaltungszentrum mausert. So wird eine Kluft geschaffen, zwischen der ritterlichen „Heldenkaiserin“ und dem politischen Reichserzkanzler, sowie zwischen dem spirituellen Boten des Lichts und dem weltlichen Wahrer der Ordnung.

    Vielen Dank für die Aufmerksamkeit!

  2. Pingback: “Rohaja auf Reisen” (AT) angekündigt | Nandurion

  3. Cifer schreibt:

    Ein vielversprechendes Konzept, das gerade für hochrangige oder hochgediente Charaktere sehr schönes Spiel verheißt.

    Allerdings klingt mir die Verwendung der Praioskirche noch ein wenig zu sehr nach römisch-katholischem Vorbild. Eine „Verpflichtung“ der Tempel und Klöster könnte IMO nur der Bote des Lichts aussprechen, die Kaiserin könnte da denke ich nur nett anfragen. Ob der aber zum Beispiel die verbliebenen Bannstrahler in Auraleth zum Aushalten eines Kaiserhofs verdonnern würde, wenn diese mit ihrer Mannstärke schon Probleme haben, neben den Bleikammern der Feste noch das Umland für die sich am Fuße der Burg ansiedelnden Bauern zu schützen…?
    Eine Alternative wäre, dass die entsprechenden Verpflichtungen noch aus der Zeit der Klugen Kaiser stammen könnten – abgelöst wurden sie und anscheinend auch das Reisekaisertum ja durch die Priesterkaiser, die es als recht und billig empfunden haben werden, gegebenenfalls in den Tempeln des Götterfürsten residieren zu können, wenn sie denn ihren Regierungssitz in der Stadt des Lichts mal verließen. Danach wurden die Verträge dann schlicht vergessen, bis in der Neuzeit ein findiger Beamter, der mit der Aufarbeitung des historischen Reisekaisertums beauftragt war, wieder auf sie stieß. Die Kirche ist damit nicht sonderlich glücklich, kann aber gegen selbst geschlossene Verträge natürlich nichts tun.

    Im Übrigen: Praiotenklöster wären in dieser Hinsicht wohl ohnehin eher unbedeutend. Es gibt nur ein wirklich großes beschriebenes Kloster der Praioskirche: Arras De Mott – und das befindet sich gerade (zum wiederholten Mal) im Wiederaufbau. Ansonsten würde ich Klöster tendentiell eher anderen Kirchen zuordnen – Betreibung von Landwirtschaft, Enthaltsamkeit und Klausur entsprechen nicht unbedingt den Idealen des Götterfürsten.

    • Cifer schreibt:

      Zusätzliches Problem: Seit dem Garether Pamphlet dürfen Kirchen eigentlich keine Lehen mehr halten. Eine Situation mit „Bischöfen“ als Lehensnehmern existiert aktuell nur dort, wo diese Regelung aufgeweicht wurde – in der Sonnenmark von Gwiduhenna von Faldahon, der Rabenmark unter Golgaritenverwaltung und in dem Fleckchen Land um Burg Auraleth, dazu noch die paar Stücken Land in der Wildermark und Warunkei, wo sich gerade Kirchenfürsten als temporäre Warlords halten.

      Und ohne Lehen wird die Versorgung eines Hoftags doch arg schwierig…

    • eismann2060 schreibt:

      Es gibt mehrere Praiosklöster im Reichsgebiet. Aber im Vergleich zu den Praios-Tempeln sind sie tatsächlich zweitrangig. Ich habe geplant die Verpflichtung aus der Priesterkaiserzeit zu generieren. Da hat man im Endeffekt nur aus der Region in die kaiserliche Schatulle umgeschichtet mit der Nummer. Außerdem finde ich es schon ganz sinnvoll, dass die Tempel des Gottes der Herrschaft der herrschenden Monarchin Obdach bieten müssen, wenns drauf an kommt, und weder Pfalz noch Reichsstadt in der Nähe sind. Durch den Kirchenzehnt und Spenden der Herrschenden sollten sie genug Bares aufbringen können, um den Hof zu versorgen, und andererseits hat es ja auch gewisse Vorteile, den kaiserlichen Hof direkt vor der Nase zu haben.

  4. Epenschmied schreibt:

    Hut ab! Ich finde es sehr mutig und hoch interessant, dass Du hier dein Exposé veröffentlichst. Ich habe bei der Überarbeitung der Phileasson-Saga ja auch ein wenig mit Making-of-Elementen herum gespielt – wenn man das im Nachhinein betrachtet auch offener / weniger redaktionell überformt hätte anfangen können.

    Planst Du den weiteren Entstehungsprozess des Bandes ebenfalls auf dem Blog zu begleiten?

  5. philippspreckels schreibt:

    Yey!

  6. MoritzK schreibt:

    Klingt sehr vielversprechend!
    Ist der Band schon fertig und kann ich vielleicht ein paar Fragen an dich stellen?
    Moritz

  7. Pingback: Die Mutter der reisenden Kaiserin | Das Eisparadies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s