Shadowrun ohne Eismann: Es endet eine Ära… nicht.

Nachdem man mich nun aus dem SR-Autorenforum verwiesen hat, kann ich denke ich sagen: Das Thema Shadowrun hat sich für mich nach 11 Jahren Tätigkeit als Autor (nein, nicht Designer) gegessen. Wer jetzt denkt, die Zeit ist gekommen, öffentlich schmutzige Wäsche zu waschen… ich hoffe ich kann da enttäuschen.

Zugegeben, ich schaue auf meine Zeit bei SR mit der gleichen Wehmut zurück wie auf mein erstes, am Ende schrottreifes Auto, das vermutlich mittlerweile irgendwo in Nordafrika den Gnadenschuss erhalten hat. Aber nach einer Phase der Verleugung und der Frustration ist das Thema nun abgehakt. Ich hätte mit Medic gehen sollen, der zu diesem Thema einige wahre Worte geschrieben hatte, oder wie einige andere einfach still in die innere Immigration abtauchen können, aber, naja, es hing halt doch das Herz dran. Die Con-Besuche mit dem SAR-Team, die komplett durchgeknallten Multiuserruns, Bücher wie das München Noir (bis auf ein Abenteuer, dass ich im Nachhinein besser komplett hätte raus schmeißen sollen), die Reise durch die Mark Brandenburg, es war schon lustig. Mit dem RRP habe ich noch einmal ein paar Kleinigkeiten für das SR-Universum beitragen können (Essen, Wuppertal und den Bergbau, falls es wen interessiert), aber das wars dann.

Aber genug mit Wehklagen, denn wie Penisvergrößerungsspams wird man auch mich so schnell nicht los. Denn das Gute an der Sache ist: Ich habe mehr Zeit für Das Schwarze Auge. Ich genieße den kreativen Freiraum, und weiß Redakteure, die ihren Job machen und beständigen Kontakt halten sehr zu schätzen. Außerdem muss ich mich nicht mehr darüber aufregen, dass… nice try, aber dazu gibts nichts mehr.

Wie auch immer, in den letzten paar Monaten habe ich gut 300.000 Zeichen für DSA geschrieben, was deutlich mehr ist als für SR in den letzten beiden Jahren, und wie ich schon andernorts anmerkte, es sind noch drei Exposes für DSA in der Pipe, soweit sie denn ein Placet erhalten. Es handelt sich übrigens nicht wie bei Nandurion gemutmaßt um Nachfolgeabenteuer zu „Familienbande“, sondern um drei inhaltlich komplett verschiedene Bücher, und zwar um eine kleine Kampagne, einen für mich auch von akademischer Seite aus interessanten Hintergrundband und einen Quellenband, auf den mich meine DSA-Runde im F-Shop in Düsseldorf gebracht hat (schöne Grüße an dieser Stelle, ihr Vögel!). Ich weiß, Andeutungen haben doofe Ohren, aber da müssen wir jetzt durch.

P.S.: Nur damit das keiner in den falschen Hals kriegt: Ich habe nichts gegen Pegasus Spiele als Verlag. Ich denke, dass die Verlagsleitung einen guten Job macht, und als Cthulhuspieler weiß ich die hohe Qualität der Verlagsprodukte sehr zu schätzen.

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16 Antworten zu Shadowrun ohne Eismann: Es endet eine Ära… nicht.

  1. Stefan schreibt:

    Oje, jetzt ist SR in D endgültig am Arsch. 😦

  2. flippah schreibt:

    Wenn ich jetzt Stammautor bei SR werde, haben wir nen Stellungswechsel: du früher SR, jetzt DSA, ich früher DSA, jetzt SR. Jedenfalls wünsch ich dir alles gute!

  3. Melanie Schubert schreibt:

    Dass das irgendwann kommt, war klar. Trotzdem irgendwie komisch – SR ohne Eismann. Jedenfalls für mich…

  4. Markus schreibt:

    F-Shop in Düsseldorf? WO?

    • Medizinmann schreibt:

      das ist der Magestore auf der Graf-Adolf-Str (gegenüber Galeria Kaufhof) nur Oldschooler nennen den Magestore F-Shop (und nur Oldschooler kennen den Begriff noch) 😉

      @Stefan
      Ich glaube nicht,m das SR Deutsch deshalb im Arsch ist
      Buddhisten wissen, das Veränderung zum Leben dazu gehört und nichts von Dauer ist
      und nur die Zukunft zeigt ob etwas gut oder schlecht war

      mit philosophischem Tanz
      Medizinmann

  5. Mankotaleph schreibt:

    Das ist verdammt schade!
    Gerade in der Überganszeit (FanPro zu Pegasus) war für mich das von Medic und Eismann ins Leben gerufene Eisparadies die Anlaufstelle schlechthin! DANKE dafür!
    Auch kann ich mich noch gut an die Workshops im MP3 Format erinnern die ich gerne verfolgt habe.
    Nicht zuletzt auch die Sachen die dem ADL-SR hinzugefügt wurden. Das München Noir ist für mich auch Ok gewesen und wird auch immer noch benutzt.

    Hatte bis heute gar nicht gewusst, dass auch Medic nicht mehr an Bord ist. Wo kann ich sein Statement lesen?

    Viel Glück bei DSA Eismann!
    Ich spiele das leider nicht, also werde ich zukünftig kein neues Material mehr von dir sehen.

    LG

  6. 5mokinac3 schreibt:

    Danke auf jeden Fall für die bisherige Arbeit für SR!

  7. Karel schreibt:

    Ich kann mich Melanie Schuberts Aussage nur anschließen, dass ich diese Entwicklung bedauerlich finde (zumal mit der hier postulierten Endgültigkeit). – Ich habe Deine Charaktere „Eismann“ und „Bismark“ als Shadowtalker in den Quellenbüchern immer sehr gemocht.

    Zudem hatte ich eigentlich gehofft, dass Du eventuell Deine letzten Beiträge für die Cyberpiraten aus dem alten „Eisparadies“ – Schiffsnamen-Liste und Frachtliste und die restlichen Fahrzeuge der „Shadowrun Spielzeugkiste“ hier verfügbar machen könntest…

    Aber was auch immer der Grund für den Schritt ist, ich wünsche Dir für Deine Arbeit an DSA viel Erfolg!

  8. Nikki schreibt:

    welche wahren worte von medic denn? Ich hab mit google nichts gefunden

  9. Ben schreibt:

    HoHo Ich wollte schon immer die Muse für einen Autor sein…
    Darf ich mir jetzt darauf was einbilden ?

    Gruss Momo

  10. Medic schreibt:

    Halli Hallo

    Die jetzt schon mehrfach angesprochenen Worte die ich bei meinem Abschied von SR damals geschrieben hab sind bei Google nicht zu finden, weil ich das damals nicht öffentlich geschrieben habe. Es waren noch zuviele Leute die ich wirklich mag in SR involviert als das ich sowas breit treten wollte. Allerdings denke ich inzwischen, dass der Autorenschwund dermassen eklatant ist, dass man durchaus auch mal öffentlich was darüber schreiben kann.

    Ich habe wirklich gerne für SR geschrieben. Ich war auch sehr überzeugt von unserer Arbeit im SAR-Team, den Treffen auf den Cons und war wirklich gerne einer der Repräsentanten für SR. Leider gab es dann einige Änderungen am Führungsstil die es mir nicht mehr möglich gemacht haben für SR zu arbeiten. Hier nun ungefähr das was ich damals geschrieben habe:

    Meiner Meinung nach gäbe es drei gute Gründe warum man für ein Projekt wie SR tätig ist.

    1.) Geld: Mal ehrlich trifft auf Rollenspielautoren nicht zu. Sucherlich bekommt man eine kleine Anerkennung für seine Arbeit, aber es ist eben auch nicht mehr als das. Ich denke wenn man die gleiche Zeit die man mit schreiben verbracht hat kellnern würde, hätte man mehr verdient.

    2.) Prestige: Ganz klar geniesst man in der SR-Gemeinde eine gewisse Anerkennung wenn man als Autor in der Öffentlichkeit auftritt. Ich für meinen Teil muss allerdings sagen, dass gerade dieser Punkt sich irgendwann doch ein wenig abschwächt und man mit zunehmendem Alter (ja auch ich werde nicht jünger) sein Prestige und seine Anerkennung aus anderen Dingen zieht, Nichts desto trotz muss ich aber sagen, dass ich diesen Punkt eine Zeit lang sehr genossen habe.

    3.) Kreatives Ausleben: Als ich damals mit SR anfing war die kreative Freiheit wirklich riesig. Sicherlich musste man sich mit der Redaktion und auch mit den Autorenkollegen abstimmen, aber wenn man erst einmal geschrieben hat war man in seiner persönlichen Element und die Redaktion hat den Autoren ausreichend vertraut, dass sie gute Arbeit abliefern. Mit wechsel auf die derzeitige Redaktion war das so nicht mehr möglich. Proposals (Textvorschläge) sollten nicht mehr unter den Autoren diskutiert werden. Nicht mehr nur das Grundthema eines Texte wurden vorgegeben, sondern es wurde versucht einfluss bis ins detail zu nehmen.

    Leider waren irgendwann all diese Punkte nicht mehr gegeben. Von einem freundschaftlichem miteinander unter Chefredaktion und Autoren wurde auf einen autoritären Stil gewechselt. Austausch zwischen den Autoren war nicht mehr erwünscht. Es gab keine Redaktionssitzungen mehr bei denen Ideen miteinander im Wettstreit lagen, wie es Jahrelang gut funktioniert hat.

    Ich will garnicht sagen, dass meine Idee von kreativer Zusammenarbeit die einzig mögliche ist. Allerdings war es die einzig akzeptable für mich. Und ich habe den Eindruck, wenn ich mir die momentane Entwicklung anschaue, bin ich damit nicht alleine.

    Medic

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