Kinderzombies und Wasserschlösser

Ich war an diesem Wochenende nicht nur auf der RatCon in Dortmund, über die andernorts sicher noch fleißig gebloggt werden wird, ich wurde auch als treuer Soldat der RPC nach Holland geschickt, und zwar nach Arcen (nicht Arkham), zur Elf Fantasy Fair. Einige kennen die Veranstaltung sicher, für den Rest sei gesagt: Wirklich nett.

Bei der Location handelt es sich um ein Wasserschloß mit einem großen und wirklich schön gestalteten Schloßgarten, die Veranstaltung selbst ist eine Art Fantasy-Mittelaltermarkt mit einem gewissen Gothicanteil. Soviel zu den Basisfakten. Wirklich interessant ist aber das Publikumsverhältnis. Denn im Gegensatz zu deutschen Veranstaltungen dieser Art waren hier a) auch Familien und ältere Pärchen und b) diese auch in Kostümen/Gewandung. Kinderzombies, Mitfünfziger in viktorianischer Gothic-Vampirkluft, alle Altersstufen waren vertreten, und zwar nicht als Randerscheinung, sondern relativ gleichmäßig verteilt. Ich hatte ein wenig den Eindruck, dass sich hier neben dem traditionellen Nerdvolk auch Leute in ihre Spitzenfummel geschmissen haben, die ansonsten mit der Thematik außer einer In Extremo-CD im Auto nicht viel zu tun haben. Und ich muss sagen, das hat mir sehr gut gefallen.

Nach tiefer Meditation bin ich daher zu folgender Analyse gekommen: Die Holländer haben es gut. Die haben nämlich keinen rheinischen Karneval. Und damit haben sie auch nicht das Problem, das Kostümierung in breiten Bevölkerungsschichten mit Alkoholmissbrauch und Promiskuität verbunden wird. Entsprechend ist der Umgang mit Verkleidungen aller Art deutlich sportlicher, und wenn Papa sich den Gummiarm ins zerrissene Jacket steckt und den Sohnemann weiß anmalt, dann muss er sich nicht postwendend den Hinweis anhören, dass „die tollen Tage“ doch schon vorbei sind.

Ist aber nur eine Vermutung, von daher bin ich für Weisheiten aller Art zu diesem Thema wie immer offen.

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2 Antworten zu Kinderzombies und Wasserschlösser

  1. Asel schreibt:

    Es kann doch genauso gut mit dem legalen Konsum von Drogen zusammenhängen. Aus Korrelationen lassen sich nunmal keine Kausalitäten ableiten 😉

  2. Macrobee schreibt:

    Ich war im letzten Jahr das erste Mal auf der „deutschen“ Variante des EFF und war ebenso positiv angetan von der mash-up-popkulturellen Vielkultur, die sich dort zu zeigen scheint. Allerdings würde ich sofort dafür plädieren, daß hier auch rheinische Fröhlichkeit ihren Zweck hat, denn „lävve un lävve losse“ ist ja nun mal eins der Gebote und funktioniert hier auch bestens.

    Ich würde gerne Kausalitäten ableiten, aber wenn soviele Leute völlig durch sind und das auch noch zeigen (nein, Gewandung ist nicht normal, auch wenn das gerne vom Mainstream-LARPer behauptet wird ;)), dann werden wir auf jeden Fall lustig was zu raten haben.

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