Familienbande – Erster Einblick

Ich bin kein Freund von Videosequenzen. Und besonders fürchterlich finde ich sie, wenn sie ein Teil des Abenteuerfinales sind. Sie nehmen den Spielern die Möglichkeit sich zu entscheiden oder die Fähigkeiten und Ideen ihrer Charaktere beizusteuern.

Was sind Videosequenzen? Hierbei handelt es sich zumeist um Vorlesetexte oder Handlungsanweisungen, die einen Szenenablauf beschreiben, ohne einen Freiraum zu liefern, in denen die Charaktere agieren können. Wenn beispielsweise ein großer Oberschurke im Chaos der Schlacht in der Nähe der Charaktere auftaucht und nach ein wenige Gehampel von <wichtiger NSC> erschlagen wird (oder umgekehrt), ohne dass die Charaktere handeln dürfen, obwohl sie es eigentlich könnten, dann ist das eine Videosequenz. Wenn ich eine Geschichte hören möchte, dann höre ich ein Hörbuch. Wenn ich eine schreiben möchte, schreibe ich eine Kurzgeschichte. Aber wenn ich am Tisch sitze um Rollenspiele zu zocken… nun, dann will ich auch zocken.

Von daher habe ich mir vorgenommen mein erstes DSA-Abenteuer gerade im Finale so offen wie möglich zu gestalten. Die Charaktere und damit auch die Spieler sollen die freie Wahl haben, wie sie es bewältigen wollen. Es muss eine Entscheidung getroffen werden, und keine von ihnen wird ingame wie outgame sanktioniert. Gier, Rachsucht, aber auch Mitleid, Milde oder die eiserne Hand des Rechts können zum Zug kommen. Manche mögen moralischer wirken als andere, aber auch „Helden“ sind nicht immer Moralapostel.

Ich bin sehr gespannt, ob das funktioniert und ob ich es so strukturiert bekomme, dass es alle möglichen Entscheidungen ausreichend genug abdeckt.

Außerdem habe ich versucht möglichst viele Varianten zu bieten, um den Plot, den ich verbaut habe, am laufen zu halten, ohne aber die Spieler zu gängeln oder ihnen Wände vor die Nase zu setzen. Hier haben sich die Abschnitte Keine Panik und Daumenschrauben als sehr nützlich erwiesen. Natürlich können sie sich selbst ins Aus katapultieren, wenn sie NSC X erschlagen oder Objekt Y in den nächsten Vulkan schmeißen, auch wenn es dafür zumindest im Abenteuer keinen Grund gibt, aber selbst dafür hoffe ich zumindest Anleitungen entwickelt zu haben, wie man aus den Resten des Abenteuers etwas passendes machen kann. Und wenn es nur ist, dass sie jetzt den einen oder anderen Feind generiert haben, der ihnen in den nächsten Abenteuern an den Kragen will.

Mal schauen, was dabei rum kommt.

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5 Antworten zu Familienbande – Erster Einblick

  1. TheClone schreibt:

    Gute Einstellung!

  2. Iwan von Tschreklitsch schreibt:

    Veto!
    Videosequenzen können das Salz in der Suppe sein.

    Eine gewagte These, fürwahr, aber lass mich begründen:
    1) Was immer wieder vergessen wird: Auch der Meister spielt mit. Nicht nur die SC und ihre Spieler sollen Auftritte haben, sondern auch der Meister und seine NSC.
    Natürlich kann der Meister genauso improvisieren wie die Spieler. Aber er hat dabei einige Vor- und Nachteile: Zum einen spielt er recht viele unterschiedliche Charaktere, manchmal gleichzeitig, was extrem schwierig ist. Zum anderen kann er sich besser vorbereiten, was die Sache wieder vereinfacht. Das bedeutet, dass gerade die Auftritte der NSC zu einem gehörigen Teil zum Spass eines Mitspielers, nämlich des Meisters, beitragen. Und Szenen mit mehren NSC kann man als Videosquenz gestalten (muss aber nicht). Die Spieler und ihre SC sind Zuschauer? Ja, sie müssen ja nicht überall und immer mittendrin sein.

    2) Rollenspiel ist für die Spieler nicht nur Darstellen. Rollenspiel besteht zum grössten Teil daraus, anderen zuzuhören und sich ein Bild vom Geschen zu machen (bis hin zur Immersion).
    Insofern ist „Wenn ich eine Geschichte hören möchte, dann höre ich ein Hörbuch. Wenn ich eine schreiben möchte, schreibe ich eine Kurzgeschichte. Aber wenn ich am Tisch sitze um Rollenspiele zu zocken… nun, dann will ich auch zocken.“ zu kurz gegriffen. Die Spieler sind ja nicht ein Haufen egozentrischer Selbstdarsteller, die andere nicht beachten, sondern Teilnehmer an einer Geschichte, Darsteller, die anderen ihre Auftritte gönnen und – und das ist das Wichtige daran- anderen Spielern und eben auch dem Meister bei seinen Auftritten zuschauen und zuhören.
    Rollenspieler wollen also AUCH eine Geschichte hören. Sie wollen auch eine Geschichte entstehen lassen. Vielleicht auch Zocken (siehe dazu auch die unterschiedlichen Spielervarianten, insbesondere den Unterschied „Schauspieler“ zu „Buttkicker“).

    3) „Videosequenzen“ bereichern das Spiel. Das kann sogar im Finale passieren. Natürlich ist es banal und für die Spieler unbefriedigend, wenn NSC Alrik den Oberschurken meuchelt. Aber das ist nur ein Beispiel für schlechte Videosequenz. Ich will jetz adhoc mir kein schlechtes Gegenbeispiel aus dem Ärmel schütteln, verweise aber gerne auf „Das Vermächtnis von Nabuleth“, wo am Schluss eine -gruselige- Videosequenz vom Meister vorgetragen wird (OK, zugegeben, das ist nicht das Final, aber an der Fortsetzung wird noch gearbeitet). Dies Abenteuer hat übrigens einige dieser Videosequenzen, gerade mit zwei Meistern (sic!) machen die im allgemeinen allen Beteiligten einen Riesenspass.

    Mein Veto bedeutet NICHT, dass ich ein offenes Finale schlecht finde (im Gegenteil).
    Videosequenzen können das Spiel bereichern als auch völlig nervig sein und die Spieler demotivieren, das bedeutet aber nicht, dass sie generell schlecht sind.

  3. eismann2060 schreibt:

    Ich möchte darauf hinweisen, dass es sich bei diesem Blog um eine Diktatur in der Tradition südamerikanischer Bananenrepubliken handelt. Daher gibt es Vetorecht nur gegen Bezahlung und/oder Militärhilfe.

  4. Pingback: Die Gnade des schlechten Spielleiters | Das Eisparadies

  5. Pingback: Infos zum Gratisabenteuer für Teilnehmer an der DSA-Umfrage | Nandurion

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