Mehr Titten!

Sex sells, und das gilt auch für Rollenspielprodukte. Rojo hat vorgemacht, wo da der Hase läuft.

Und damit sind wir schon mitten im Gefecht, nämlich bei Illustrationen. Technisch gute, mit der spürbaren Freude des Illustrators gezeichnete und zum Hintergrund der Welt passende Illustrationen sind nicht nur ein Augenschmaus, sie sind ein kurzfristiges Verkaufsargument. Ein schönes Beispiel hierbei ist Degenesis. Die Illustrationen sind fulminant, passen zu einem Endzeit-Rollenspiel, sind technisch brilliant umgesetzt und sind in großer Zahl vorhanden.

Dass die Illus als kurzfristiges Verkaufsargument wirken, liegt einerseits daran, dass Menschen gerne visuell denken, andererseits sagt „ein Bild mehr als tausend Worte“. Es kann, wenn es gut ins Produkt eingefügt ist, schnell die Stimmung der Hintergrundwelt skizzieren und damit den Kunden einfangen. Produkte mit mittelmäßigen oder schlechten Illus schrecken dagegen erst einmal ab und Produkte ganz frei von Illustrationen sind einfach Bleiwüsten.

Das sagt natürlich nichts über die Qualität des Textes aus, wie auch. Daher sind gute Illustrationen eine Art Initialzünder, auf denen der Text aufbauen muss. Wenn sich das Produkt als Mogelpackung heraus stellt, dann rächt sich das zwar mit der Zeit, aber die Startgeschwindigkeit gibt zu einem guten Teil die Optik vor.

Kommen wir aber zur Funktion der Illustrationen. Die unterscheidet sich nämlich deutlich zwischen den verschiedenen Produktgattungen. An dieser Stelle möchte ich primär auf die Funktion spezifisch in Abenteuern eingehen. Sie müssen hier nämlich ganz besondere Grundregeln beachten.

Illustrationen in Abenteuern sind erstrangig für die Spieler gedacht. Vorfahrt haben hier Karten und Pläne, besonders bei Infiltrations- oder Kampfsituationen. Diese sollten in einer Variante für die Spieler vorliegen und wenn nötig in einer kommentierten Fassung für den Spielleiter. zu dieser Gattung kann man auch Soziogramme etc. zählen.

Da Illustrationen Geld kosten und Produkte seltenst einen Freifahrschein bekommen, muss man hier natürlich haushalten. Komplexe Gebäude und Landkarten haben Vorrang vor einer Scheune oder einem freien Marktplatz. Letztere kann ein Spielleiter auch einfach mit einem Rechteck auf einem Zettel improvisieren, dazu braucht es keinen Halbseiter.

Abgesehen von Karten gibt es noch interessante Objekte und Personen. Wenn beispielsweise in einem Fantasyabenteuer der „mächtige Stab der Vergesslichkeit“ vorkommt, dessen Bedeutung sich durch das halbe Abenteuer zieht, dann macht es schon Sinn hierfür einen Viertelseiter rauszuhauen, damit die Spieler wissen was sie da überhaupt mit sich herum schleppen. Ähnliches gilt für wichtige NSCs und solche, mit denen die Charaktere wiederholt in Interaktion stehen. Portraitbilder mit angedeuteter Kleidung machen hier viel aus und man spart sich langwierige wie -weilige Beschreibungen.

Der Knackpunkt dabei ist, und das wird leider gerne falsch gemacht: Die Bilder müssen vorzeigbar sein. Das heißt nicht (nur), dass sie gut aussehen müssen, sie dürfen auch nicht spoilern. Wenn der nette alte Mann mit dem grauen Bart als Portrait zu sehen ist, kann man es beim ersten Kontakt zwischen NSC und Spielern vorzeigen. Wenn der nette alte Mann grade dabei ist irre guckend die schwangere Frau von hinten abzustechen, was entweder erst viel später passiert oder den Kern einer Detektivgeschichte darstellt, dann nimmt das Bild logischerweise die Handlung vorweg und das Bild wird für den Spielleiter wertlos. Außer natürlich, er kopiert und schnibbelt dran herum oder versucht das Bild halb abzudecken, während er es herum reicht. Das ist unbequem und umständlich und daher zu vermeiden.

Sollte man das Glück haben nun noch Illustrationen frei zu haben, dann kann man sich weniger wichtigen Locations, Objekten oder Personen zuwenden oder sich ein, zwei situative Illustrationen mit ein bisschen Action gönnen. Aber seien wir ehrlich, sooo oft kommt das auch nicht vor.

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3 Antworten zu Mehr Titten!

  1. TheClone schreibt:

    Schöner Artikel. Aber wo sind jetzt die Titten? Ich bin enttäuscht.

  2. spielleiten schreibt:

    Blogartikel werden durch Bilder übrigens auch aufgelockert 😛
    (was ich in letzter leider öfters vergesse, als beachte…)

    Anonsten guter Artikel, hat so eine reißerische Überschrift eigentlich nicht nötig…

  3. eismann2060 schreibt:

    Nötig nicht, aber möglich 😉
    Und ja, ich hab mir auch vorgenommen passende Bilder raus zu suchen, aber bisher ist mir nichts passendes zu den Themen eingefallen.

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