FeenCon 2017: Ein Katzensprung

Erstmal zu den Basics: Die FeenCon war gut besucht (Samstag Nachmittag war ohne weiteres kein Spieltisch mehr zu kriegen), das Wetter war gut, die Stimmung schien auch nicht schlecht zu sein. Die Orga schien alles soweit im Griff zu haben und hat sogar bei mir nachgehakt, ob ich meine Runde schon angemeldet habe.

Man kann sagen, es war wie jedes Jahr, und das ist sicher nicht negativ gemeint. Es gab ein solides Angebot an Spielgedöns aller Art, ordentlich was zu zocken und nette Leute. Ich war etwas kurz angebunden, daher fielen längere Gespräche aus. Einzig bei Aborea hab ich kurz nachgefragt, wie der Stand der Dinge ist. Anscheinend wird Aborea nicht mehr vom 13Mann-Verlag betreut (von dem man allgemein wenig hört), sondern ist laut Impressum bei Sebastian Witzmann gelandet. Dieser ist was Aborea angeht ja recht umtriebig. Falls ich da was falsch verstanden haben sollte, einfach melden.

Ansonsten: Der Workshop war für die Uhrzeit ganz ok besucht. Nicht unbedingt überrannt, aber es war ja nun auch keine große Ankündigung geplant, sondern nur ein wenig gedankliches Kreisluftziehen über Zerzalskinder und Geister bei DSK/DSA.

Die Spielrunde lief gut. Das DSK-Probeabenteuer läuft ganz rund, man lernt die Welt ein wenig kennen und gerät mir nichts dir nichts in knifflige Situationen an berühmt-berüchtigten Orten. Das System läuft recht dezent mit, auch wenn es in dem Abenteuer noch nicht vollständig belastet wird, da ich selten Zeit habe noch einen Kampf einzubauen. Es wurde gezankt, sich gegenseitig von Dächern geschubst, Nahemas Tanzschuhe zerkaut und ein angeregtes Gespräch mit einer neugierig-interessierten Mishkara geführt, die ich, nur am Rande erwähnt, für eine ausgesprochen unterschätzte Erzdämonin halte. Entsprechend kann man sagen: Läuft.

Von daher: FeenCon? Gerne wieder.

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DSK: Die Schwarze Katze in Bonn

An diesem Wochenende findet wieder die FeenCon in Bonn-Bad Godesberg statt. Eine gute Gelegenheit, um ein wenig über Die Schwarze Katze zu reden und eine Testrunde zu veranstalten. Hier die relevanten Daten:

Die Schwarze Katze
Wann: Samstag, 13:00 Uhr
Wo: Kurfürstensaal
Mit „Die Schwarze Katze“ kommt der gestiefelte Kater nach Aventurien. DSK entführt  Spieler in die Hinterhöfe und Gärtem Havenas, in denen streitbare Katzen und gestiefelte Kater die Nacht durchstreifen. Hier gibt es mehr als genug Abenteuer zu erleben, wenn man die Straßenrudel herausfordert, die Schrecknisse der Tiefe erforscht oder mit den Geister des Unterstadt Kontakt aufnimmt. Jens Ullrich, u.a. Entwickler von DSA5, erläutert die Grundlagen von DSK und den Stand der Dinge bei der Entwicklung von Regeln und Hintergrund.

Und mehr oder weniger direkt danach:

Test-Spielrunde: Von Katzen und Menschen
Samstag ab 14:30 Uhr
Dauer: 5 Stunden
Heldenhafte Katzen gehen im nächtlichen Havena auf Abenteuer auf der Suche nach  einem alten Mysterium.
für maximal 5 Teilnehmende

Ich denke nach einer schnellen Einführung werde ich mich im Workshop besonders mit den Ahnenkindern von Rondra und Zerzal befassen, da ich bei denen noch ein wenig festhänge. Ansonsten bleibt aber sicher auch genug Zeit über alles rund um Rollenspiel (und Katzen) zu reden.

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DRK: Post Mortem, Teil 4

Die reisende Kaiserin

Jede Menge Leute!

Der kaiserliche Hof Rohajas dürfte einige hundert Personen umfassen (ich peile bei Barbarossas Hof ca. 1500 Personen an und bin da auch nicht mit alleine und ich schätze mal im Mittelreich ist es wie fast immer in Aventurien etwas überschaubarer). Natürlich kann man die nicht alle beschreiben, also gilt es eine Auswahl zu treffen. Erst einmal ist da die Chefin selbst mit ihrem Umfeld, dann die Funktions- und Würdenträger am Hof, verschiedene Schlüsselpersonen aus der Oberschicht und zu guter Letzt eine Batterie Fire-and-Forget-NSCs, die man als SL schnell als Füller hervorziehen kann, damit nicht jeder Ritter, Diener oder Spielmann Alrik Belrikson heißen muss.
Der Aufbau der einzelnen NSCs folgt der üblichen Struktur von DSA4. Diese ist etwas eigenwillig, aber es war nicht meine Aufgabe das Rad neu zu erfinden. So kann man dann schonmal einen Nachmittag verbringen, um allen Beteiligten ein Seelentier zu verpassen. Dafür habe ich am Anfang eine Erklärung eingefügt, was eigentlich „meisterlich“ oder „kompetent“ bedeutet. Ich musste da etwas suchen, um die Definition zu finden. Ich glaube ich habe sie in der Geographia Aventurica gefunden, aber ich mag mich da auch irren.

Ich kann jetzt schonmal ankündigen: Es gibt auch diesmal wieder ein paar Outtakes.

Die Chefin
Bei Rohaja selbst galt es primär die verschiedenen Aussagen über sie zusammenzurecherchieren, unter einen Hut zu bringen und zu einer Person zu formen, der man zutrauen kann so einen Laden zu führen und die ein paar interessante Facetten hat. Entsprechend war der Spielraum relativ überschaubar. Ähnliches gilt für Rondrigan, der das Yang zu Rohajas Ying spielt. Ich hab recht früh in der Entwicklung des Bandes den Plan in den Raum geworfen Rohaja endlich mal zu verheiraten, damit sie nicht von der ewig tickenden Ingame-Uhr überrollt wird. Rondrigan war nicht unbedingt mein erster Kandidat, aber ich hab auch nichts dagegen, dass er es geworden ist. Ich hätte ihn gern auch als Berater gesehen, bei dem es immer auch ein Spannungsverhältnis zu Rohaja und ihrem neuen Gatten gibt, quasi zerrissen zwischen der dienstlichen Treue und enttäuschter Liebe. Aber so gehts auch. Da ich eh grade in Fahrt war, habe ich dann auch gleich den ollen Blautann unter die Haube gebracht.

Nun folgen eine Reihe von Funktionsträgern, deren Entwicklung durchaus Freude gemacht hat. Jedem seine Eigenheiten zu geben, seine kleine Agenda und gegebenenfalls Kumpeleien oder Feindschaften war schon eine interessante Aufgabe. Aber die Zitate machen da natürlich am meisten Spaß.

Auch hier rausgeflogen ist Yossof. Hier die entsprechende NSC-Beschreibung:

Yossof von Bön, Leibdiener der Kaiserin
Eine recht eigenwillige Position am Hofe hat Yossof von Bön inne, der riesenhafte Leibdiener der Kaiserin. Der als Waise in Aranien groß gewordene Yossof hat sich in seiner Jugend wortwörtlich mit Straßenkämpfen durchgeschlagen und ist durch Zufall am Rande eines Turniers Rohaja aufgefallen, als er einen mit Schwert und Schild bewaffneten Kontrahenten mit einem Zedernknüppel verprügelte. Seitdem ist er Rohajas Leibdiener und Turnierfavorit und zudem mit der Aufgabe betraut aufdringliche Verehrer mit seiner Erscheinung und notfalls auch mit handfesten Argumenten zu vertreiben. Um Streitigkeiten zu vermeiden, wurde Yossof von der Kaiserin zum Ritter geschlagen und mit einem kleinen Reichslehen ausgestattet, damit er auf den Turnieren als standesgemäßer Gegner auftreten kann.
Yossof verehrt und vergöttert die Kaiserin und reagiert bereits auf die leiseste Kritik an Rohaja harsch. Er wirkt bisweilen einfältig, verfügt aber über eine gewisse Bauernschläue und neigt dazu Konflikte schnell durch einige Faustschläge zu lösen. Sein Mangel an Bildung und Benimm versucht er mit dem Studium des Breviers des reisenden Ritters zu kompensieren, von dem er beständig ein mittlerweile stark abgegriffenes Exemplar mit sich führt. Gegenüber Frauen wirkt er vorsichtig und fast furchtsam, was die in Rohajas Zelt gebundene Luftdschinni Ninshubura von Hamath dazu ausnutzt den vermutlich von Trollzackern abstammenden Hünen zu schikanieren und als Dienstboten durch das Lager zu schicken.
Auf dem Turnier ist Yossof leicht an seinem liebgewonnenen Tellerhelm aus alten Zeiten und wahlweise seinem Knüppel oder einem Kriegshammer zu erkennen, und auch wenn er ein miserabler Tjoster ist, gilt er als gefährlicher Gegner in den Turnierdurchgängen mit leichten und schweren Waffen.

Geboren: 1005 BF Größe: 2,21 Seelentier: Zornbrechter Bluthund
Haarfarbe: schwarz Augenfarbe: schwarz
Kurzcharakteristik:einfach gestrickter, aber treuer Leibwächter und Diener, brillanter Kämpfer
Herausragende Eigenschaften: GE 17, KK 19, KO 18; eisern, unansehnlich
Herausragende Talente und Sonderfertigkeiten: Hiebwaffen 21, Raufen 22, Zweihand-Hiebwaffen (Kriegshammer) 20 (22), Reiten 12
Verwendung im Spiel: Yossof erledigt bisweilen Aufträge für die Kaiserin und kann für sie Kontakt zu Personengruppen halten, mit denen die Kaiserin besser nicht gesehen werden sollte. Als Gegner im Turnier kann er so manchem Helden das Leben schwer machen.
Zitate:
»Was für ein glückliches Land, das so eine Kaiserin hat, nicht wahr?«
»Wie in den alten Tagen, den bösen Tagen, den „friss oder stirb“-Tagen.«

Finde das Filmzitat…

Auf gewisse Art und Weise war sein Gegenstück am Hof die Luftdschinni Ninshubura, die den armen Kerl ständig durch die Gegend scheuchen sollte, was beiden mehr Tiefe verliehen hätte. Aber ohne ihn wurde auch Ninshubura runter gekürzt.

Ninshubura von Hamath, Luftdschinni
Die vom Hofmagier Melwyn herbei gerufene und in einen Seidenvorhang gebundene Luftdschinni Ninshubura wacht in der Unterkunft Rohajas über ihren Schlaf. Sie gehört zur magischen Abschirmung der Kaiserin vor schädlichen Zaubern und dämonischen Einflüssen, hat sich mittlerweile aber auch so weit an die Situation gewöhnt, dass sie sich mit den Anwesenden unterhält und eine freundschaftliche Beziehung mit der Kaiserin aufgebaut hat. Zudem scheint sie große Freude an Rohajas Jagdfalken Thalion zu haben. Weniger glücklich ist sie jedoch mit ihren beiden Jagdhunden, deren Geruch sie stört, und mit Rohajas ständigem Begleiter Yossof von Bön, dem sie gegenüber mittlerweile fast herrisch auftritt, wenn die Kaiserin nicht im Zelt weilt.
Ninshubura gibt zwar keine Auskunft über ihre Zeit vor der Herbeirufung, ihr selbst gewählter Name bezieht sich jedoch auf einen Ortsnamen aus dem Urtulamidya, der seit Jahrtausenden nicht mehr verwendet wird.
Die Dschinni findet Gefallen an der beständigen Reise des Hofes und erfreut sich an Duftölen und Räucherwerk. Immer häufiger zwingt sie Yossof, neue Duftstoffe bei Trosshändlern zu erwerben, um sie im kaiserlichen Zelt auszuprobieren.

Geboren: unbekannt Größe: ca. 1,70
Haarfarbe: durchscheinend blau Augenfarbe: blau
Kurzcharakteristik:sprunghafte Luftdschinni
Herausragende Talente und Sonderfertigkeiten: Angriff mit Luft (21 Schritt)
Verwendung im Spiel: Bei einer Privataudienz können Helden auf Ninshubura treffen. Sie kann auch als recht obskure Auftraggeberin erscheinen, der es nach einem neuen, seltenen Parfum verlangt.
Zitate:
»Ihr, werter Herr Rittersmann, stinkt. Verlasst mein Zelt!«
»Wo ist Yossof? Er sollte mir Weihrauch bringen!«

Die drei Prinzen
Als Personen waren die drei schon gesetzt, wenn ich mich recht entsinne. Ich habe sie in ein Dreiecksverhältnis gesetzt, das Potential hat im späteren Verlauf schön zu explodieren. Jarlak ist der brave Streber, der Rohaja anbetet und wahrscheinlich auch in sie verknallt ist. Tsayan ist der Hitzkopf, der immer mal wieder Mist baut, und Folkwin der Getriebene voller Groll und Zielen, denen er sicher bereit ist einziges zu opfern. Da stellt sich nur die Frage, wer da wen mit in den Abgrund reißt, wenn es mal richtig scheppert. Ich hab die Entwicklung der dreien nach DRK nicht mehr mitverfolgt, von daher bin ich da nicht mehr so up to date.

Die Amtleute
Hier habe ich während der Entwicklung erstmal einige Posten freigehalten, um sie dann über das Briefspiel etc. besetzen zu lassen. Das kam einerseits aus einem gewissen Servicegedanken heraus, denn mir persönlich ist es relativ wurscht, wie nun der Truchseß heißt, so lange er als Person halbwegs interessant ist. Andererseits habe ich irgendwann schlichtweg eingesehen, dass ich im Durcheinander von Hintergrundinfos, Artikeln des Aventurischen Boten und Briefspielbeschreibungen unmöglich alle Ämter korrekt besetzen kann. Da kommt dann eins zum anderen. Entsprechend musste u.a. Eorlariel seinen Platz als Hofmarschall räumen für Salvin von Streitzig j.H. Passte aber auch ganz gut, denn den alten Elfen seh ich auch eher als Veranstalter von rauschenden Festen als als Campingplatzbetreiber oder im Schlamm beim Tross.
Ein anderes Ei im Nest ist der Hofkanzler Ernatrius Gamselstein, der als direkter Handlanger derer vom Großen Fluß am Hof installiert wurde. Entsprechend wird er ständig als unglaublich wichtiger Gesandter von einer Ecke Aventuriens in die nächste geschickt, während der  Notar Praiofried seinen Job vor Ort übernimmt, der wiederum ständig mit der Reichskanzlei in Elenvina zu kämpfen hat. Dieser Konflikt ist so explizit aus den NSC-Beschreibung zwar gestrichen worden, aber findet sich immer mal wieder an anderer Stelle.
Dann haben wir da noch Magister Melwyn, quasi Hofinventar, dessen Hang zu Nahema mittlerweile die ersten Alarmmeldungen produziert hat. Das kann man natürlich dann auch sehr schön weiter ausarbeiten und hocheskalieren.
Der Kürzung anheim gefallen ist auch die Beschreibung des Hofküchenmeisters Valpo, dessen Standardgemütszustand einem Pulverfass mit brennender Lunte gleicht. Immerhin wandert er immer wieder durch die Beschreibungen des Hoftages, da kann man sein Fehlen hier gut verschmerzen.

Valpo Draginger, Hofküchenmeister
Eine fast tragische Gestalt am Hofe Rohajas ist der Hofküchenmeister Valpo Draginger. Der kräftig gebaute Koch wurde in einfachen Verhältnissen im Garether Südquartier geboren und hat sich durch eigenen Antrieb vom Küchenjungen bis zum Meisterkoch hoch gearbeitet. Nach einigen Jahren in den besten Gasthäusern des Horasiats fühlte er sich geehrt, für die Kaiserin des Mittelreiches kochen zu dürfen, doch diese Freude währte nur kurz. Denn abgesehen von den Schwierigkeiten, die ein beständig reisender Hof für die Kunst der gehobenen Küche mit sich bringt, musste er schnell erkennen, dass die verspielten Wunderwerke der Horasischen Küche am Hof Rohajas nur von den wenigsten Wert geschätzt wurden. Seine cholerischen Ausbrüche wegen der „Panzerschweine aus den Nordmarken“ oder den „Weidener Barbaren“ sind bereits legendär, und selbst die regelmäßigen Wünsche der Kaiserin nach Pfannkuchen mit Sirup treiben ihn, den Meister des Vinsalter Krebs-Soufflés, in den Wahnsinn. Die Küchenhilfen fürchten sich mittlerweile vor ihrem bulligen Küchenchef und es ist nur eine Frage der Zeit, bis er entweder handgreiflich wird oder den Hof ein für allemal verlässt.
Geboren: 989 BF Größe: 1,87 Seelentier: Hai
Haarfarbe: ursprünglich schwarz, jetzt Glatze Augenfarbe: grau-grün
Kurzcharakteristik: Cholerischer, aber vollendeter Küchenchef
Herausragende Eigenschaften: KL 14, FF 15
Herausragende Talente und Sonderfertigkeiten: Kochen (Soufflé) 17 (19), Hauswirtschaft 15, Fleischer 14
Verwendung im Spiel: Die ewige Reise des Hofes macht die Versorgung mit seltenen Lebensmitteln für Valpo nicht einfacher. Daher liegt es nahe für besonders schwierig zu beschaffende Spezereien, Eier seltener Vögel oder wohlschmeckende aber gefährliche Tiere Helden zu suchen.
Zitate:
»Nur eine winzige Messerspitze Safran, ein Hauch, und es ist perfekt. «
»Wildschwein? Schon wieder Wildschwein? Lasst mich los!!! Ich brech diesem Barbaren die Beine!!!«
»Tür zu!«

Die Kaplane
Die Vertretung der Zwölfgötter auf Erden sind natürlich auch am Hof wichtig. Entsprechend gehören einige der Geweihten zum festen Inventar des Hofes.
Bei Arrius gefällt mir besonders die Verbindung zum Hofnarren Flarach, die sich „im Dienst“ immer wieder gegenseitig auf den Senkel gehen, privat aber richtig gut miteinander auskommen.
Grassus als Vertreter der Rondra ist etwas eigentümlich, weil sein fehlender Arm in der NSC-Beschreibung rausgeflogen ist, aber sowohl auf der Illu zu erkennen ist als auch andernorts immer mal wieder thematisiert wird. Außerdem war er ursprünglich als Veteran der großen Schlachten der letzten Jahrzehnte eher düster aufgestellt. Eben ein Mann, der viel, vielleicht zu viel gesehen hat.
Er gehört zum Orden zur Wahrung, dessen Gründer Emmeran auch einarmig war. Dieser hat den Orden zur Wahrung nach seiner Verwundung gegründet, um die Geschichten der alten Helden zu erforschen. Da fand ich es ganz schlüssig, dass Kriegsinvalide und besonders auch invalide Rondrianer beim Orden aufgenommen werden, um dort in den Schreibstuben rondragefällige Taten niederzuschreiben. Dieses zweigleisige Konzept wertet den Orden zumindest in meinen Augen sehr auf, da er eben nicht nur aus den leicht suizidal veranlagten Standard-Ronnis besteht. Das wird so ähnlich auch in Firuns Flüstern thematisiert. So ein Mann ist natürlich für einen bürokratischen Beraterjob am Hof perfekt geeignet.

Hier hat es auch den Vertreter der Sonnenlegion rausgekegelt. Er war als Gegenstück zu Arrius angelegt, deutlich kompromissloser  und gegenüber aller Art von Zaubergedöns ablehnender. Wer sich jetzt wundert: Man hat eine bestimmte Seitenzahl einzuhalten, da kann sowas schonmal passieren.

Lydor Wolfenritter, Sonnenritter
Als halbelfischer Bastardsohn eines tobrischen Junkers hatte Lydor Wolfenritter es nicht leicht sich bis zum Burgvogt hinauf zu arbeiten. Doch all die Mühe war umsonst, als die Horden Borbarads Tobrien überrannten und die ihm anvertraute Burg im Handstreich eroberten. Durch einen glücklichen Zufall konnte er den Schergen des Sphärenschänders entkommen und durfte in den nachfolgenden Schlachten seine Fähigkeiten als Ritter beweisen. Doch der Hass auf alles magische und die damit einhergehenden Selbstzweifel nagten so lange an ihm, bis er sich entschied den letzten Rest seines elfischen Erbes abzustreifen und sich freiwillig einer Purgation zu unterziehen. Die damit verbundene Hingabe zu Praios fiel den verantwortlichen Geweihten auf, die ihm anboten in die Sonnenlegion einzutreten. Die schweren Verluste in den Jahren 1026 bis 1028 BF ermöglichten ihm einen ungewöhnlich schnellen Aufstieg innerhalb der Sonnenlegion, so dass er innerhalb weniger Jahre zum Sonnenritter avancieren konnte. Zuletzt wurde er zum Schutz der Hofkapelle und ihrer beweglichen Habe abgestellt. Seine kompromisslose Haltung gegenüber aller Art von Zauberwerk und seine fast übertriebene Gesetzestreue hat ihm am Hofe nicht allzu viele Freunde eingebracht, und selbst Hofkaplan Arrius von Wulfen pflegt eine rein berufliche Verbindung zu ihm. Die einzige persönliche Bindung scheint der für einen Halbelfen ausgesprochen kräftig gebaute Sonnenritter zu seinen vier Wolfshunden zu pflegen.
Geboren: 877 BF Größe: 1, 90 Seelentier: Wolf
Haarfarbe: schwarz Augenfarbe: hellblau
Kurzcharakteristik: verschlossener und abweisender Militär, kompromissloser Magiehasser
Herausragende Eigenschaften: GE 15, KK 15; Vorurteile (Zauberer) 9
Herausragende Talente und Sonderfertigkeiten: Schwerter 16, Lanzenreiten 15, Reiten 14, Götter und Kulte 12, Magiekunde 12, Rechtskunde 12
Verwendung im Spiel: Lydor Wolfenritter kann als Antagonist gegenüber magiebegabten Helden auftreten, denen er das Leben am Hofe durch das dezidierte Auslegen aller Regeln und Gesetze schwer macht.
Zitate:
»Ohne Zauberer wäre das alles nicht passiert!«
»Wer seid Ihr und was wollt Ihr? Ihr habt hier nichts verloren. «

Die anderen
Mein persönlicher Liebling in diesem Bereich ist Litprand von Darbonia, mit dem ich, sollte ich jemals dazu komme, noch Großes vorhabe. Na, mal schauen.

Als kleine Hilfestellung gibt es auf S. 83 noch eine Übersicht über die Grüppchen am Hof, die sich im inoffiziellen Rahmen immer wieder treffen und so Informationen verteilen können. Schien mir für SLs ganz nützlich zu sein, um die NSCs nicht als monolithische Individuen zu sehen, sondern eben auch als Teil komplexerer Netzwerke.

Auf den Abschnitt „Vom Niederadel und dem Volke“ bin ich ja schon eingangen, von daher sind wir damit erstmal durch.

Wobei…

Es gibt noch im SL-Kapitel eine Reihe von NSCs, und es wurde ab und an gefragt, warum die nicht mit hier vorne auftauchen. Der Grund ist simpel: Es sind alles Betrüger, Spione, Dealer und Hochstapler, die gezielt dafür gestaltet sind, Charakteren am Hof das Leben schwer zu machen, und die nach außen quasi unter falscher Flagge segeln. Sie sind potentielle Störer oder Antagonisten, und als solche gehören sie in den Spielleiterteil. Ich hatte überlegt, ob ich sie mit ihren offiziellen Legenden mit den anderen NSCs zusammen erwähnen soll, aber das wäre eine Doppelbelegung geworden, die mir in diesem Falle recht unnötig erschien. So hat man als Spielleiter einen weiteren Pfeil im Köcher, wenn es darum geht den Kaiserhof „abenteuerlich“ zu gestalten.

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DRK: Post Mortem, Teil 3

Die reisende Kaiserin

Spaß mit Pfalzen!

Ich bin knapp einer Dissertation über ottonische Pfalzanlagen entgangen, von daher sind Pfalzen natürlich ein besonderes Thema für mich. Hierzu erstmal das Grundsätzliche: Es gibt jede Menge Eigengüter im Mittelreich (siehe S. 15), von denen ein guter Teil Pfalzen sind. Natürlich könnte man die jetzt allesamt durchbeschreiben. Und ich bin zwar durchaus in der Lage 20 oder mehr Pfalzen in gleicher oder noch höherer Auflösung zu beschreiben, vielleicht sogar ohne mich ernsthaft zu wiederholen. Aber ich stelle mir das als Lektüre sterbenslangweilig vor. Nicht, dass ich Pfalzen nicht mag: Wie schon gesagt, ich habe mich mit ihnen in realhistorischem Kontext ausgiebig beschäftigt. Aber nicht jeder ist ein Fan ausgiebiger Pfalzenkunde. Daher habe ich nur einige ausgewählt, die einerseits über das ganze Mittelreich verteilt sind und andererseits recht unterschiedliche Typologien aufweisen. So hat man in so ziemlich jeder Region die Möglichkeit auf eine Pfalz zurückzugreifen, so man eine braucht, und man hat gleichzeitig eine solide Bandbreite an Beispielen. Denn seien wir ehrlich, ob die Pfalz Biberstein oder Rathamshausen heißt, who cares?

Ich habe versucht für die einzelnen Pfalzen alles zusammen zu sammeln, was man so finden konnte, bin mir aber sicher, dass ich irgendwo im Quellenberg „Aventurien“ was übersehen habe. Die Rechercheergebnisse habe ich dann (teilweise recht ausgiebig) mit eigenen Ideen aufgefüllt, immer mit einem Auge darauf, dass die Location spielerisch interessant ist. Mysteriöse Todesfälle, verschüttete Höhlensysteme, verbrannte Hexen, Grenz- und Nachbarschaftskonflikte etc. pp. Das ist bei neun aufeinanderfolgenden Pfalzen nicht ganz einfach, aber ich denke es hat ganz gut geklappt. Die Beschreibungen haben ein Standardformat erhalten, damit der Leser weiß, wo er suchen muss. Außerdem erleichtert es das Beschreiben ungemein. Gehen wir sie mal im Schnelldurchlauf durch.

Weißenstein
Man stellt dort Ritterzelte her. Yeah!
Ansonsten: Ich stelle es mir als spannende Szene vor, wenn die Charaktere im Bergfried von schlimmen Dingen belagert werden, und gerade, als alles in die Fritten zu gehen droht, erwacht der Weißenstein. Vielleicht als Sturm-Fels-Elementar-Golem, oder als Windelementar, der seine Fesseln abgestreift hat oder sonstwas. Ist nicht sehr gesund für den Bergfried, immerhin ist der Weißenstein ein Teil des Fundamentes, aber ansonsten geht da sicher einiges.

Cumrat
Da gab es eigentlich nicht sooo viel zu tun. Cumrat ist ja schon mehrfach ausgiebig bearbeitet worden. Ich kann mir vorstellen, dass die erste Setzung den Illustratoren viel Freude gemacht hat. Ich meine mich an irgendwas mit 4 Vorburgen zu erinnern. Das würde auch den sehr eigenwilligen Grundriss erklären. Auf die Einleitung durch Kanzler Rafik von Taladur bin ich schon ein wenig stolz, weil es die Begeisterung am Anfang und den Wehmut nach dem almadanischen Ausflug einfängt.

Geierschrei
Mein persönlicher Liebling ist die Pfalz Geierschrei, aber ich mag auch einfach das kleine Volk aus den Tiefen der Berge. Hier hatte ich deutlich mehr Spielraum als bei Cumrat, und ich fand die Idee charmant eine Festungsanlage der Zwerge zu übernehmen, die mehr von einem Luftschutzbunker als von einer klassischen Burg hat. Es ist nunmal so, dass die typischen Bauformen von Burgen ziemlich sinnfrei sind, wenn der Feind von oben kommt. Zwergisches Denken manifestiert sich hier entsprechend auch in der Architektur. Die obskuren Droh-Inschriften auf Angram sind mehr eine Spielerei, aber sie sind zumindest mal eine schlüssige Erklärung, warum man sich die Mühe machen sollte in Dungeons sowas an die Wand zu meißeln.

Breitenhain
Das klassische Dornröschenschloss mit alles überwucherndem Wald, Schlossgeist und verborgenen Räumen. Mehr muss man eigentlich dazu nicht sagen.

Kaiserley
Der Grundbauplan der Pfalz Kaiserley basiert auf den archäologischen Befunden eines Bischofshofes in der Nähe von Nordhausen. Die Sensenherstellung ist erwähnt, weil sie als einziges Handwerk im Tafelgüterverzeichnis angesprochen wird (warum auch immer), die Emaillearbeiten sind eine Anlehnung aus Funden in der Pfalz Tilleda am Kyffhäuser. Mir war vorher nicht bewusst gewesen, wie lange man schon Emaille herstellt. Entsprechend bleiben solche Kleinigkeiten irgendwie bei mir hängen. Die Falknerei habe ich hingegen nur eingefügt, um nochmal die Relevanz der Falknerei für das Rittertum zu unterstreichen. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass es unter DSA-Charakteren erstaunlich viele Falkner gibt, von daher ist es sicher nicht verkehrt diese hier inhaltlich zu stützen. Für Kaiserley habe ich eigens einen Grundriss anfertigen lassen, weil ich die Location auch bei Firuns Flüstern benutzen wollte. Jetzt kann man fragen: Warum haben nicht alle Pfalzen einen Grundriss? Und die Frage ist durchaus berechtigt, denn auch ich bin ein Fan von solchen Skizzen. Aber man hat leider für so ein Produkt nur ein begrenztes Illu-Kontingent zur Verfügung, da wird es dann an anderer Stelle eng.

Weidleth und Albengau
Die beiden Pfalzen definieren sich eigentlich nur durch ihre Feindschaft miteinander. Ergibt aber auch ein unterhaltsames Szenario, speziell weil die Baronie zwischen den Pfalzen besonders unter dem Zank leiden muss. Nun mag man sich wundern, warum zwei Pfalzen so nah beeinander liegen, aber auch das ist historisch durchaus auch zu finden, beispielsweise bei Tilleda und Wallhausen, die keine 10km auseinander liegen. Übrigens eine sehr schöne Gegend.

Biberstein
Es war im ersten Moment etwas schwer zu verargumentieren, warum zum Geier man mitten in den Wald eine Pfalz bauen wollen würde. Aber ich denke mit dem Thema „Handels- und Verhandlungsort mit den Elfen“ habe ich das ganz solide erledigt. Ich finde es fängt auch ein wenig das Bild der Mittelreicher von den Elfen ein.
Man möge mir die „steinerne Motte“ verzeihen. Keine Ahnung, da hat wohl bei mir irgendwas beim Schreiben ausgesetzt. Ich hab das Manuskript gerade nicht da, von daher kann ich nicht nachschauen, ob ich den Bock selbst geschossen habe.

Donnerschalck
Diese Pfalz ist so eine Nummer für sich. Ich habe bis heute den Zweck einer „Kriegspfalz“ nicht verstanden, aber da sie wohl gerade bei einigen Briefspielern sehr beliebt ist, darf sie natürlich nicht fehlen. Ich hatte zu diesem Zweck einen Rumpftext geschrieben, der dann von den entsprechenden Leuten überarbeitet wurde.

Immerhin, zur Hälfte sind wir durch.

 

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DRK: Post Mortem, Teil 2

Die reisende Kaiserin

Nachdem es letztes Mal etwas kleinteilig war, nehmen wir diesmal den etwas größeren Pinsel zur Hand. Ein Ziel des Bandes, der mir besonders am Herzen lag, war die Ausgestaltung des aventurischen Rittertums. Bei DSA4 waren Ritter ziemlich gekniffen, speziell was die Generierung angeht. Aber da ich sie sehr charmant fand, habe ich die Chance genutzt dem Konzept etwas Fleisch auf die Knochen zu schreiben. Entsprechend wird erst einmal das Konzept „Ritter“ auseinandergenommen und wieder richtig herum zusammengesetzt. Es gab vorher ab und an Diskussionen, was denn nun ein Ritter sei, und darauf finden sich in Aventurien wie auch im Mittelalter mehrere Antworten. Daher der Erklärungsblock auf S. 19.

Dann geht es weiter mit den verschiedenen Situationen, in denen man dem Hof begegnen kann. Auf Reisen hatten wir schon, danach kommen entsprechend Reichstage und Kongresse und zu guter Letzt noch der Hof im Kriegszustand, was immer wieder gerne diskutiert wird, besonders von den Zahlenschubsern unter uns. Hier wird auch nochmal darauf eingegangen, warum das Rittertum unter Rohaja so an Bedeutung gewinnt.

Und damit kommen wir schon auf S. 21 an und dem Lobgedicht aus „Rohaja, die Heldenkaiserin“. Mein Lektor fand es wichtig, das Wort schwülstig einzuschieben (ich habe extra nochmal ins Manuskript geschaut). Nuja, es ist halt dichterische Arschkriecherei, damit verdienen die fahrenden Minnesänger nunmal ihr Geld. Der eigentliche Abschnitt geht auf die nicht ganz unwichtige Frage ein, wie man eigentlich zur Kaiserin kommt und was man da so sehen und erleben kann. Das ist für Spieler ja schon was schönes, mal die Chefin zu treffen. Die klare Unterscheidung zwischen öffentlicher und privater Kaiserin fand ich da einerseits recht historisch und andererseits auch sehr schön, um die Zwickmühle zu unterstreichen, in der sich die eigentlich offene und diskussionsfreudige Kaiserin befindet, wenn es an die Repräsentation des Reiches geht. Weiter hinten im SL-Teil gehe ich dann auf Sicherheitsmaßnahmen etc. ein, sollten die Charaktere unbemerkt mit der Kaiserin reden wollen oder von mir aus sie entführen oder einen Pferdekopf auf ihr Kopfkissen legen, was je nach Abenteuer ja durchaus auch mal relevant sein kann.
Nun folgen die Reichsinsignien, von denen es gefühlt hunderte gibt. Ich habe zwar einiges an Recherchezeit da rein gesteckt, aber auf die Ehreninsignien des Reiches wäre ich selbst kaum gekommen. Vielen Dank daher für die Erweiterung. Das zeigt übrigens auch die hilfreiche Arbeit eines Redakteurs. Als Autor weiß man halt auch nicht alles, gerade bei so einem über die Jahrzehnte doch sehr ausgiebig beackerten und entsprechend gewucherten Thema.
Und da haben wir sie auch schon, die Panthergarde als Leibwächter der Kaiserin (wie gesagt, im Meisterteil hinten noch mit Handlungsbeschreibungen im Ernstfall, Werten etc. Da mag vielleicht der Shadowrun-Autor bei mir durchbrechen). Dazu die Sonnenlegionäre, um die es einiges an Diskussion gab, die ich aber als Vertreter der 12göttlichen Kulte durchaus sinnvoll am Hof vertreten sehe. Zu guter Letzt kommen noch zwei etwas eigenwillige Gestalten: Yandwig von Zweifelfels und den Streiter des Reiches. Ursprünglich stand hier jemand anderes, aber der ist leider der Schere zum Opfer gefallen bzw. schien nicht ins Bild des Hofes zu passen. Da ich hier ja Platz habe, hier das Original aus dem Manuskript:

Yossov von Bön
Eine etwas eigenwillige Position nimmt der Junker Yossov von Bön am Hof der Kaiserin ein. Der hünenhafte Aranier ist ständig in der Nähe der Kaiserin und scheint ihr als Bediensteter und Leibwächter zu folgen. Hinter vorgehaltener Hand wird er auch „Rohajas dritter Hund“ genannt, was Bezug auf die beiden Jagdhunde nimmt, die sie außerhalb offizieller Termine oftmals begleiten. Er ist auf Turnieren der auserwählte Favorit der Kaiserin, und auch wenn er im Tjost nicht allzu viel Geschick beweist, ist er im Kampf mit leichten wie mit schweren Waffen gefürchtet. Es ist ein offenes Geheimnis, dass dieser ausgesprochen unansehnliche Hüne während der Turniere und anderer höfischer Anlässe die Aufgabe hat aufdringliche Bewerber um die Hand der Kaiserin auf Distanz zu halten, und da nur ein Ritter gleichzeitig für eine Hofdame in einem Turnier antreten kann, bleiben auf diese Weise die teilweise in Handgreiflichkeiten mündenden Streitigkeiten zwischen den um die Gunst der Kaiserin buhlenden Jünglinge aus. Zudem hat er schon einige allzu aufdringliche Minnesänger mit einem gut beinlangen Zedernknüppel vor der Unterkunft Rohajas vertrieben.

Bei den Ingame-Texten über den Hoftag von Ragath taucht er tatsächlich nochmal als ungenannter Teilnehmer auf, der einen anderen Turnierkämpfer mit seinem Stock verprügelt. Aber hier hat ihn die Schere erwischt. Die Grundidee war, dass Rohaja jemanden braucht, der ihr Verehrer vom Leib hält, ohne in den Verdacht zu geraten, dass sie etwas mit ihm hat. Außerdem sollte es einem Ritter nichts bringen, ihn herauszufordern, weil damit kein Ehrgewinn verbunden ist, aber eine Niederlage besonders peinlich werden kann. Yossov war da eine gute Wahl. Ein Mann von erlesener Hässlichkeit, Rohaja treu wie ein Hund, aber im Kampf reichlich unhöfisch. Gleichzeitig in der Königsdisziplin, dem Tjost, nicht so gut, dass er den anderen ständig die Schau stiehlt, was für Turniere sonst recht frustierend wäre. Wer will schon antreten, wenn eh immer der Ritter der Kaiserin gewinnt?

Die Kaiserin und ihr Umfeld
Auch hier hat es einen Textschnipsel erwischt, diesmal von unser aller gutem Freund, Faramud, der arg über die Kaiserin ablästert. Denn eine Frau auf dem Thron, da hört es mit dem Verständnis bei unserem Novadi nun wirklich auf. Was soll ich sagen, ich mag Faramud, die alte Heulsuse.

Werter Oheim, die Verhandlungen mit dem Nordmärker Fürsten blieben leider ergebnislos. Es ist kaum möglich eine akzeptable Braut für meinen werten Vetter unter den Töchtern der ungläubigen Fürsten zu finden. Es liegt weniger an den Vorstellungen meines werten Vetters, doch die Frauen in diesem ewig kalten Land scheinen kaum eines eurer Söhne würdig, edler Oheim. Zwar gibt es genügend von schlankem Wuchs und mit goldenem Haar, so wie es mein geliebter Vetter wünscht, allein ihr Benehmen ähnelt nicht im geringsten einer Prinzessin aus eurem Hause. Sie sind wild und zügellos, viele von ihnen gehen dem Kriegshandwerk nach wie ihre Männer und am schlimmsten treibt es ihre Kaiserin. Sie herrscht über das Reich im Norden nicht nur ohne Gatten, es gibt nicht einmal einen Vater oder Oheim, der bis zu ihrer Vermählung als Regent die Herrschaft ausübt. Sie alleine sitzt auf dem Greifenthron und oft genug trägt sie den schweren Panzer, der bei den Reiterkriegern in diesem Lande üblich ist, und ein geradezu obszön wirkendes, riesenhaftes Schwert. Und als ob dies nicht genug wäre, sagt man sie halte sich einen Liebhaber aus Al’Anfa, der sie in ihrem schändlichen Treiben auch noch unterstützt. Doch selbst sollte sich an diesem von Rastullah verfluchten Ort eine sittsame Jungfrau unter den Fürstentöchtern finden, ist ernsthaft zu bezweifeln, ob sie bereit sein wird von ihrem falschen Götzendienst abzuschwören und sich der Weisheit Rastullahs zu unterwerfen.Eine weitere Suche erscheint mir daher aussichtslos. Ich erbitte, ja erflehe daher untertänigst die Erlaubnis in die geliebte Heimat zurück kehren zu dürfen.
– Depesche von Faramud Ibn Rassan, Neffe von Kalif Malkillah III. von Unau, an seinen Onkel

Aber kommen wir zu dem, was im Buch steht. Es geht erstmal um ihre Verwandtschaft, was schon ein ziemliches Gesammel war. Der Stammbaum derer von Gareth ist ja doch etwas weitläufiger, wenn auch mit ziemlichen Löchern drin. Das „Linnenkabinett“ hieß zwischendurch mal „Küchenkabinett“, so wie man bisweilen den Beraterstab um Friedrich Barbarossa herum nennt, aber ich meine mich dunkel daran erinnern zu können, dass wir uns dann später auf Linnenkabinett geeinigt haben. Aber ist halt auch schon was her. Auch dieses Konstrukt unterstreicht den Spagat zwischen öffentlicher Repräsentation mit all den wichtigen Leuten und noch wichtigeren Titeln, und dem eigentlichen Weg der Entscheidungsfindung, die in deutlich kleinerem und inoffiziellerem Kreise geschieht.

Die Hofämter
Ich habe lange daran herumlaboriert, wie ich hier das Buch weiter aufbauen soll. Geht man die wichtigen Personen durch und ordnet ihnen quasi nebenher die Aufgaben zu, macht also quasi alles in einem Abwasch? Oder geht man erst die Funktionen durch und dann die Personen? Ich habe mich der Übersichtlichkeit wegen für letzteres entschieden. Hierdurch kommt es zwar zu kleineren Wiederholungen im Text, weil bei den Funktionen kurz auch die Inhaber dieser Funktionen angesprochen werden, aber es versinkt nicht in den deutlich längeren NSC-Beschreibungen.

Eröffnet wird das Kapitel mit einem Zitat aus der renovatio curiae, bei der ich versucht habe den Tonfall spätmittelalterlicher bzw. neuzeitlicher Verordnungen zu treffen. Das ganze Konzept der renovatio curiae hat, wie schon geschrieben, den Zweck, den Wust an Ämtern zu beschneiden, der über die Jahrzehnte der Entwicklung von Aventurien so erfunden wurde. Erz-, Hoch- und Reichsirgendwasse scheinen zeitweise mit der Schaufel über das Setting verteilt worden zu sein. Ich habe die ganze Sache runter gestutzt auf die Verwaltungsjobs des staufischen Hofes (+ aventurische Zusätze wie die ganzen Geweihten und den Hofzirkel der Magier), einerseits weil ich mich damit gut auskenne und zweitens weil es plausibel funktioniert. Außerdem kennt man als historisch angehauchter Fantasyrollenspieler so Begriffe wie „Kämmerer“ oder „Truchsess“, da muss man sich nicht zwanghaft was aus den Fingern saugen. Immerhin, so kann man was bei der Lektüre lernen.

Nebenbei sei auf das Brevier des reisenden Ritters auf S. 32 verwiesen. Ich hätte da schon ziemlich Lust drauf ein Benimmbuch in Art der Vademecums für Ritter und Krieger zu schreiben. Die ersten groben Ideen hab ich vor einiger Zeit mal verbloggt. Nach DSA4-Regeln hat das Brevier sogar regelseitige Effekte. Findet sich im SL-Teil.

Glieder des Hofes
Hier geht es mit den Verwaltungspositionen weiter. Man kann sicher diskutieren, ob das alles abenteuerrelevant ist, und ich kann durchaus sagen: Eher nicht. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele DSAler es gern detailverliebt mögen, und wenn ich schon einen Band zum Kaiserhof mache, dann soll er was das angeht auch vollständig sein und das bisherige Gewirr sauber neu sortieren.

Ich finde die Hofkapelle recht interessant, weil sie den Stellenwert der Geweihtenschaft am eigentlich ja rein weltlichen Kaiserhof unterstreicht. Da einige Leute sich an dem Begriff der Kapelle hochgezogen haben, habe ich eigens noch eine Erklärung eingefügt, warum die Kapelle eben Kapelle heißt und nichts mit Musikinstrumenten zu tun hat. Der Begriff der Kapelle wird eigentlich vom Mantel (lat. capella) des Heiligen Martin abgeleitet, der am Hof der Karolinger verwahrt wurde. Natürlich gibt es den in Aventurien nicht, dafür aber den Krönungsmantel der mittelreichischen Kaiser. Da war der Weg dann nicht weit.

Nach allerlei anderen Hofämtern und Aufgaben kommen dann die Gesandten, die dem Hof ein Gefühl der Unruhe und des Wandels verleihen sollen. Ständig erscheinen Boten, reisen Botschafter und Adlige an oder ab, überall ist was los und theoretisch kann man Leute aus allen Ecken Aventuriens am Hof treffen. Da passt auch der Tross gut dazu, auf den ich später nochmal ausgiebig eingehe.

Eine recht eigenwillige Konstruktion ist die Aufteilung der Kanzlei. Mir ist schleierhaft wie genau das funktionieren soll, aber so ist es nunmal gesetzt. Immerhin habe ich auf die Konsequenzen einer solchen Trennung hingewiesen, was durchaus ein beständiger Quell an Zank und Konflikten sein kann. Und Konflikte sind immer gut, wenn es an Abenteuer geht.

Das Leben im Zeltlager
Definitiv einer meiner Lieblingsabschnitte. Ich find es immer schön, wenn man als SL handfeste Hilfestellungen bekommt, wie das alltägliche Leben abläuft, beispielweise wenn man selbst am Hof erscheint und dort untergebracht werden muss. Worauf muss man achten, was kann Ärger geben, und wie läuft das alles überhaupt ab? Zugegeben, an einigen Stellen ist der Historiker mit mir durchgegangen: Man braucht sicher nicht soooo viele Informationen über den aventurischen Zeltbau. Aber Zelte sind für mich ein spannendes Thema, da es die Bereiche des täglichen Lebens, der Wirtschaft und der Organisation genauso streifen wie den der herrschaftlichen Repräsentation. Und so hat der gepflegte Barbiespieler neben Klamotten, Haustieren und Wohnungen noch etwas, mit dem er sichbeschäftigen kann.

Das Zitat von Junker Guntram auf S. 39 ist eng an eine sehr verspielte Beschreibung des Zeltes der Meeresfee in Ulrich von Zatzikhovens Lanzelet angelehnt. Wenn in der Hochzeit der höfischen Romane Dichter sich ein märchenhaftes Wunderzelt so vorstellten, wer bin ich da, etwas anderes zu behaupten?

https://s-media-cache-ak0.pinimg.com/236x/42/9a/33/429a338f5fda1e886d13b6dcf0429315--salerno-market-stalls.jpgDie Illu auf S.40 basiert auf einer Darstellung aus dem Liber ad honorem Augusti sive de rebus Siculis von 1196. Ich fand sie ganz interessant, weil man an ihr erkennen kann, wie ein Rundzelt tatsächlich aufgebaut war bzw. wie man damit umging. Ist zwar nur eine Spielerei, die man ohne diese Info nicht erkennt, aber für mich war die Illu schon eine sehr schöne Sache.

Die zitierten Feldlagerregeln auf S.40f finden sich recht ähnlich in der Gesta Frederici von Rahewin. Dort erläutert er die Regeln für das Feldlager Friedrich Barbarossas während seines Ausflugs nach Norditalien. Sein Heer sammelte sich in Roncaglia am Po, und bei so vielen bewaffneten Kerlen aus den unterschiedlichen Ecken des Reiches mussten klare Regeln her, was geht und was nicht. Der gesamte Abschnitt über das Feldlager von Roncaglia hat das Kapitel stark geprägt.

Um damit zu schließen sei noch auf den Aufzug aus dem Schild des Hauses Löwenhaupt auf S. 42 verwiesen, der auf einem historischen Konflikt basiert. Auf dem Mainzer Hoftag von 1184 sind der Abt von Fulda und der Erzbischof von Köln so wie hier beschrieben wegen der Sitzordnung aneinander geraten, was recht deutlich zeigt, wie wichtig solche für heutige Verhältnisse triviale Fragen damals waren. Wenn Repräsentation an solchen Kleinigkeiten hängt wie der körperlichen Nähe zum Kaiser, dann kann der falsche Platz am Tisch bereits zu ernsten politischen Konsequenzen führen. Und wenn ein Lehnsherr dabei angegangen wird, steigen auch alle seine Lehnsleute mit in den Ring, was in einer Kettenreaktion ziemlich eskalieren kann. Außerdem unterstreicht kaum etwas diese Problematik wie ein praktisches Beispiel. Den ganzen Zank findet man in der Chronik von Arnold von Lübeck.

Nun ist es doch deutlich ausführlicher geworden als geplant, aber wer dies hier noch liest, scheint ja genug interessanten Lesestoff darin gefunden zu haben.

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Der Spiel-Teuffel!

„Niemand wird läugnen, daß beym Spiel sich Neun Teuffel befinden:
1. Der Fraß- und Sauff-Teuffel; Denn bey einer guten Compagnie schmeckt es allezeit besser denn daheim bey Weib und Kind.
2. Der Unruh-Teuffel, der die Spieler nicht daheim bleiben lässt, sondern ein sehnlichs Verlangen nach ihren Spiel-Brüdern erweckt, daß sie sprechen: Mir ist die Weil so lang, ich will ein wenig da oder dort hingehen.
3. Der Possen-Spieler: Denn wer beym Spiel die besten Zoten reissen kan, der ist Meister.
4. Der Fluch-Teuffel: Denn wenn mancher nicht recht spielt oder zusetzet und man es ihm nicht will gelten lassen, so fähret er bald heraus: Hole mich der T(Eufel). Gott laß mich sein Angesicht nicht beschauen.
5. Der Nacht-Teuffel, der die Spieler nicht zu rechter Zeit läst nach Hause gehen.
6. und 7. der Lügen- Zank- und Betrug-Teuffel.
8. – 9. Der Hader- und Mord-Teuffel, indem man offt um eines Hellers oder Pfennings willen sich zancket, hadert und schlägt, ja wohl gar ermordet.“

Wusste man schon 1697!

Gut, gilt nur für Glücksspiele, aber bei Rollenspielen gibts ja auch Würfel.

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DRK: Post Mortem, Teil 1

 

Die reisende Kaiserin

Die Reisende Kaiserin, mein erster (und bisher einziger) eigener Quellenband für DSA. Es sind mittlerweile fünf Jahre vergangen, seit ich die Texte ins Lektorat gegeben habe. Da ich aber letztens einen kleinen Vortrag über die Verwendung historischer Quellen in der Spieleentwicklung gehalten habe, landete ich natürlich auch bei der reisenden Kaiserin und all der Quellenarbeit, die in diesem Band steckt. Daher werde ich mal schauen, ob ich die nicht wieder rausgefriemelt kriege, für den einen oder anderen historisch interessierten Spieler oder Leser. Da es etwas umfassender werden könnte, teile ich die Sache mal ein wenig auf.

Ein paar Worte zu Beginn
Es ist schon ein Band für Fans des Themenfeldes (was, wenn man ehrlich ist, bei fast jedem Quellenband gilt), und, was ich bemerkenswert finde, er ist thematisch so weit ich weiß einzigartig. Die meisten Fantasyrollenspiele basieren auf angloamerikanischen Fantasyvorstellungen, die wiederum von Tolkien und meist der britischen und nordischen Geschichte und Mythologie inspiriert sind. Das deutsche Reisekönigtum hat da kaum Platz. Entsprechend war es eine gute Gelegenheit sich tief aus der deutschen Geschichte des Mittelalters zu bedienen.
Zum Umfang und der Zielsetzung des Bandes sei gesagt: Der Band basiert auf dem Konzept des detailreichen Beispiels. Aventurien ist eine der, wenn nicht die am detailliertesten beschriebene Rollenspielwelt auf dem Markt. Den Wunsch maximaler Ausgestaltung kann ich daher verstehen. Ich glaube jedoch, dass der Spielwert ab einem bestimmten Volumen an Weltdefinition sinkt. Wenn alle Details ausdefiniert sind, bleibt kaum mehr Bewegungsspielraum für Spielleiter, Spieler und auch Autoren, um noch kreativ tätig zu sein. Daher habe ich mich sowohl bei den Pfalzen als auch beim Hoftag darauf konzentriert, einige detailreiche Beispiele zu geben, ohne alles in Grund und Boden zu betonieren.
Aufgrund dieser oft recht handfesten Beispiele gab es viele Möglichkeiten, Ingame-Stimmen die Beschreibungen erledigen zu lassen, und gerade bei ihnen findet man alte Bekannte wieder, ob Walter MapRahewin und Otto von Freising oder Ulrich von Zatzikhoven. Wenn man sich inspirieren lassen möchte, sollte man das an Stellen tun, die andere mit geringer Wahrscheinlichkeit kennen. Das sollte bei diesen Quellen sicherlich ganz gut gelingen. Was das im Kontext mit Game of Thrones bedeutet, kann man gern hier nachlesen.
Also, fangen wir mal von vorne an.

Stimmen zum kaiserlichen Hof
Und schon geht die Reise los. Der erste Kommentar aus dem „Schild des Hauses Löwenhaupt“ auf Seite 6 ist an die Beschreibung des Mainzer Pfingstfestes von 1184 durch Otto von St. Blasien (ja, der heißt wirklich so) angelehnt. Der gesamte Hoftag zieht viel aus dieser Veranstaltung und den verschiedenen Chronisten, die sie mehr oder weniger aufwendig beschreiben. Es ist ein Höhepunkt ritterlicher Kultur des Hochmittelalters, und so soll auch der große Hoftag Rohajas wirken. Kein Wunder also, dass dieses Zitat auch gleich den Band eröffnet. Die nächsten zwei, Bruder Praiofried über die Vergänglichkeit des Hofes und Waldaro Mappos über die Farben des Hofes stammen im Kern beide aus Walter Maps Feder. Mit Waldaro Mappos, der noch das eine oder andere Mal vorkommt, habe ich mir erlaubt ihm ein kleines Denkmal zu setzen. Die anderen beiden Ingame-Kommentare sind wiederum freihändig. Wobei ich mir bei Walthari von Leufels da nicht mehr ganz sicher bin. Die Beschwerde über Dienstleute, die ständig die Hand aufhalten, habe ich auch irgendwoher, glaube ich. Möglicherweise war das auch Map, was den eigenwilligen Namen erklären würde, aber mein Gedächtnis lässt mich da arg im Stich.
Alles in allem soll der Abschnitt einen ersten Eindruck und erstes Interesse an dem Thema wecken.

Die Geschichte des Reisekaisertums
Warum Kaiser Raul durchs Reich gejuckelt ist, ist etwas knifflig zu verargumentieren. Eigentlich wollte ich weg von der mittelalterlichen Logik der personalisierten Herrschaft. Daher hatte ich es auf eine Art von ihm übernommene novadische und damit nomadische Herrschaftstradition geschoben, aber aufgrund einer Anmerkung seitens der Redaktion habe ich das wieder rausgenommen. Funktioniert aber auch so.  Gleiches gilt für die Frage, warum Rohaja das Reisekaisertum wieder reaktiviert hat. Es kann tatsächlich in dieser Situation Sinn machen, sowohl herrschaftlich als auch praktisch und ideel, auch wenn das natürlich im Fandom ein hart umkämpftes Thema ist. Immerhin ermöglicht es mir das Rittertum wieder zu stärken, was dem Setting glaube ich ganz gut tun kann. Dies zieht sich auch durch die weitere Publikation hindurch.

Der Hof Rohajas
Gleich mit dem ersten Schlagwort geht es los: Renovatio Curiae. Der Begriff wie auch das Konzept ist an die renovatio imperii angelehnt und bezieht sich in diesem Falle auf eine Umgestaltung der Reichsverwaltung im Sinne einer Rückbesinnung auf alte Werte, um Verschwendung und Korruption einzudämmen und alte kaiserliche Güter zurückzuholen und zu sichern.
Der Ingametext „aus der Hofkorrespondenz des Kaisers Gerbald II.“ basiert auf Versorgungsangaben des sogenannten Tafelgüterverzeichnisses, das vermutlich den Königsdienst (servitium regis), also die Gastungsrechte des Königs gegenüber seinen Pfalzen und sonstigen Gütern, regeln sollte. Ich hab mich im Studium ausgiebig mit diesem Thema auseinander gesetzt, daher reichte da ein kurzer Griff ins Regal. Ich hab die Materialkosten dann nochmal angepasst, erweitert und in Dukaten umgerechnet. Entsprechend heißen diese Regelungen in Aventurien nun auch servitium imperatoris. Hier zeigt sich dann auch, wie die Anwesenheit des Hofes selbst zum Politikum bzw. zum Druckmittel werden kann. Es hat halt immer alles Vor- und Nachteile.

Der Hof auf Reisen
Und schon sind wir auf Seite 16. Der erste, längere Ingametext hat keinen historischen Ursprung, sondern soll einen für den SL praktischen Eindruck vermitteln, wie der Hof auf Reisen aussieht. Immerhin ist es nicht ganz unwahrscheinlich, dass man ihn in dieser „Konfiguration“ antrifft. Außerdem gibt er einen Einblick, wie so ein Lindwurm an Mensch und Wagen auf den normalen Aventurier wirkt.
Als nächstes ist dann Faramud ben Rassan an der Reihe, der als Kontrapunkt und Comical Relief fungiert. Sein unterwürfiges Genörgel über das Wetter, die Leute und das Essen zeigt einen anderen Blickwinkel auf Hof und Ritterlichkeit auf.
Da ich mich im Studium mehr als ausgiebig mit den Itineraren verschiedener Könige und Fürsten herum geschlagen habe, also den Wegen und Strecken, die sie bereist haben, müssen natürlich auch die Leser hier durch. Nicht dass es total abenteuerrelevant wäre, aber zur Beschreibung der Organisation des Kaiserhofes gehört es definitiv dazu.
Und dann darf gleich wieder Faramud ran, diesmal zum Thema Pferde. Auch im mittelalterlichen Rittertum nehmen Pferde eine wichtige militärische, wirtschaftliche und auch ideele Position ein, und entsprechend auch hier. Solche Abschnitte sind einerseits relevant für Leute, die im höfischen Umfeld oder schlichtweg Ritter spielen wollen, andererseits auch als Steinbruch für Abenteuerideen. Ein besonders edles Streitross kann schnell zu Neid und Unbill innerhalb der Ritterschaft führen, und vielleicht hat Faramud nicht ganz unrecht, wenn er Sorge um sich und seine Shadif-Stute hat.

So, für den Anfang reicht es erstmal. Immerhin, wir sind bis Seite 18 gekommen.

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