Polygon: Bedrohung als Berufsrisiko?

Ich habe einige Zeit über folgenden Artikel nachgedacht: When abuse becomes the cost of doing Business – The violence of modern gaming ‘fans’
Die Quintessenz des Artikels: Es gehört mittlerweile zum Berufsbild des Game Designers, nicht nur online beschimpft, sondern offen bedroht zu werden, und zwar sowohl Entwickler selbst, als auch deren Familien.
Ich kann mich noch an meine wilde Shadowrun-Zeit erinnern, in denen ich durch meine Präsenz sowohl online als auch auf Conventions eine zentrale Position zwischen Fandom und Verlag gespielt habe, auch wenn diese Position nicht immer eine vermittelnd-neutrale war. Nun war und ist das P&P-Fandom weitaus kleiner als das Fandom bei Computerspielen, aber es kamen über die Jahre hinweg sicher auch ein Dutzend Drohungen mit körperlicher Gewalt, Anwalt und Polizei etc. pp. dabei herum, und das eben meist nicht von hormonüberforderten Teenies, sondern auch von Herrschaften, bei denen man erwarten sollte, dass das Alter eine gewisse Weisheit zutage gefördert hätte. In den letzten Jahren scheint das jedoch deutlich abgenommen zu haben. Selbst als DSA5 heraus kam, habe ich kaum direkte Anfeindungen erlebt.Die wenigen, üblichen Verdächtigen waren da eher passiv-aggressiv. Und auch hier im Eisparadies musste ich nur einen Kommentar wegen wüsten Beleidigungen löschen.
Zugegeben, mittlerweile bin ich bei dem Thema ja recht fein raus, denn seien wir ehrlich: Wer könnte schon etwas Schlechtes über Katzen sagen?
Daher die Frage, speziell an die, die aktuell tiefer in der Materie stecken als ich: Gibt es dieses Problem im P&P-Bereich (noch)? Bei Illustratoren, Autoren oder Redakteuren? Oder ist der P&P-Bereich was das angeht das gelobte Land?

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Was vom Jahr übrig blieb: Events, DSK und Diss

So, die Wintersonnenwende haben wir hinter uns, ein guter Zeitpunkt auf das Jahr zurückzublicken. Grundsätzlich bin ich persönlich zufrieden, während ich bei der politischen Lage die Hände über den Kopf zusammenschlage. Aber man kann halt nicht alles haben. Schauen wir mal, was spielerisch so los war.

1. Events
Ich versuche jedes Semester eine Veranstaltung für die Studenten zu organisieren, die in meinem Themenbereich liegt und von denen sie, so hoffe ich zumindest, auch was haben. Dieses Jahr hat das gleich mehrfach gut funktioniert. Den Anfang gleich im Januar hat Markus Plötz gemacht mit dem Vortrag Transmediale Strategien im Spielemarkt, der ausgesprochen interessant war. Da das so gut geklappt hat, habe ich meine Verbindungen aus RPC-Zeiten reaktiviert und eine ganze Vortragsreihe mit Referenten aus unterschiedlichen „Nerd“-Bereichen zum Themenfeld Visualisierung und Narration in wechselnden Medien auf die Beine gestellt, was bei den Studenten recht gute Resonanz erzeugt hat. Thematisch war die Reihe an ein Forschungsprojekt zu dynamischem Storytelling angegliedert, um da gleich ein paar Synergien mitnehmen zu können.
Zu guter Letzt haben die Fachschaftsräte der Fachbereiche Informatik und Intermedia Design der Hochschule Trier es ermöglicht einen Game Jam für Rollen- und Brettspiele zu veranstalten, in meiner kleinen Welt meine persönliche Rollenspiel-Entwicklerparty. Neben rund 20 Studenten hatte ich auch zwei Berater vor Ort: Einerseits Steffen Rühl von den Würfelwerfern, ein echter Veteran, wenn es um digitale wie auch analoge Spiele geht, und andererseits Michael Mingers, den stellvertretenden Verlagsleiter von Ulisses Spiele, den der eine oder andere auch vom Dorp Podcast kennen dürfte. Kurz, es war einiges los an der Hochschule Trier, was Spieleentwicklung angeht. Kein Wunder, ist sie doch der größte Ausbildungsstandort für Spieleentwickler in Deutschland. Ich werde da denke ich demnächst nochmal etwas mehr ins Detail gehen, was wir da schönes getrieben haben.

2. DSK
Tja, was soll ich sagen. Die schwarze Katze wächst zwar als System leise vor sich hin, aber nicht in der Geschwindigkeit, die ich mir wünschen würde. Ich hatte mir vorgenommen, freiwerdende Zeit in dieses Projekt umzuleiten, aber dafür müsste erst einmal Zeit freiwerden. Und da fangen die Probleme an. Nichtsdestotrotz habe ich mir vorgenommen, bis Ende der Winterferien das System zu einer testfähigen Alphaversion fertig zu kriegen, damit die ersten externen Tests laufen können. Viel ist da eigentlich nicht mehr zu machen, aber wie immer steckt der Teufel (und die Arbeit) im Detail. Ich bin immer noch davon überrascht, wie eine typische „Wär mal witzig, wenn“-Idee solchen Umfang annehmen konnte. Wenn das mal mit allem so ginge, Ideen habe ich noch ein paar auf Halde.
Ansonsten war ich dieses Jahr u.a. auf der CaveCon, der RatCon, der FeenCon und der DreieichCon, um ein paar Testrunden für DSK zu leiten (es erinnerte ein wenig an die gloriosen FanPro-Zeiten), hauptsächlich um zu sehen, wie das Konzept angenommen wird und wie die Spieler Katzen“helden“ in der Praxis am Spieltisch wirklich umsetzen. Der Grundtenor scheint bisher „verspielt, aber krampig“ zu lauten. Katzen halt.

3. Diss
Meine Dissertation nimmt so langsam Formen an. Ich weiß jetzt ziemlich genau wo ich hin will, die ersten Texte sind geschrieben, und einzig beim Volumen mache ich mir ein wenig Sorgen. Bei der Kernfrage wird noch hart gerungen, aber ich bin da zumindest mit mir selbst im Reinen, was ich will und wie ich das umzusetzen gedenke. Als Testballon habe ich dazu mal die Texte Platons nach Fragmenten über die Wirkungsweise von Spielen durchforstet und bin recht reichhaltig fündig geworden. Und nach dem ersten Überfliegen dürfte auch Aristoteles da einiges zu bieten haben. Mit den beiden bin ich dann später bei der Betrachtung der Theorien zur Wirkung von Spielen im Mittelalter auf der sicheren Seite, denn am Ende landet man ideengeschichtlich eh entweder bei dem einen oder dem anderen.

Von daher lässt es sich zusammenfassen mit: Läuft. Ich bin sehr gespannt, wie sich die Dinge in den nächsten Monaten entwickeln werden.

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1. TRBGJ: Es hat begonnen

Der 1. Trierer Rollen- und Brettspiel Game Jam hat begonnen, immerhin mit rund 20 Beteiligten,die sich in 5 Gruppen organisiert haben. Es werden bereits fleißig Ideen gesammelt und diskutiert, erste Regelskizzen angefertigt und allgemein an Regeln, Hintergründen und Handlungen gewerkelt. Ich werde Morgen mal ein paar erste Bilder hochladen.

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1. Trierer Rollen- und Brettspiel Game Jam

Endlich ist es so weit: Diesen Dezember findet an der Hochschule Trier ein Game Jam für Rollenspiele und Brettspiele statt! So weit ich weiß der erste seiner Art in Deutschland.

1. Trierer Rollen- und Brettspiel Game Jam
48 Stunden nonstop Entwicklung von Rollenspielen und Brettspielen
Wo: Hochschule Trier, Irminenfreihof 8, Gebäude R
Wann: Vom 15.12. bis zum 17.12.2017
Anmeldung vor Ort: Freitag ab 17 Uhr
Start: Freitag um 18 Uhr
Ende: Sonntag um 18 Uhr

Für die, die sich jetzt fragen: „Watt isn Game Jam?“, hier ein kurzer Überblick:

Bei einem Game Jam finden sich Spielenentwickler und andere Interessierte zusammen, um in spontan entstehenden Teams innerhalb kurzer Zeit (meist ein Wochenende) Spiele zu entwickeln. Hierbei ist der Weg das Ziel. Es geht zwar auch darum, ein spannendes und unterhaltsames Spiel zu erstellen, aber das gemeinsame kreative Schaffen steht im Vordergrund. Game Jams finden regelmäßig im Bereich der digitalen Spiele statt. Beispiele dafür wären der Global Game Jam oder Ludum dare. Mit dem Trierer Rollen- und Brettspiel Game Jam wird diese Art von Veranstaltung in den analogen Bereich überführt.

 

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Spielerische Geschichtsvermittlung: Böhmermann und der Reichspark

Für all die, die letzte Woche das Neo Magazin Royal mit Jan Böhmermann nicht gesehen haben, hier der Link zur Mediathek.

Zum Überblick: Es handelt sich um eine Mockumentary, also eine fiktionale Doku über eine Firma, die in Brandenburg einen Vergnügungspark mit dem Thema „Drittes Reich“ bauen will. Der „Geschäftsführer“ wird interviewt und es wird recht schnell klar, dass das Projekt ziemlich respektlos mit diesem Themenfeld umgeht. Er wird zudem auf eine Messe für Vergnügungsparktechnik begleitet und es wird dabei beobachtet, wie Geschäftsleute damit umzugehen versuchen bzw. versuchen in dieser, um es freundlich auszudrücken, ethischen Grauzone Geschäfte zu machen. So weit, so gut. Was mich aber ausgesprochen geärgert hat, war die Verbindung zu anderen Formaten, die die Historie des zweiten Weltkrieges mit Unterhaltungselementen verbinden. Das ist grundsätzlich nicht neu. Klassische Beispiele wären die Serie Ein Käfig voller Helden oder der Kinofilm Mein Führer – Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler mit Helge Schneider in der Titelrolle. Kann man das? Darf man das? Anscheinend ja. Ist halt eine Frage des wie.

Nun ging es aber nicht um Serien und Filme, sondern um Reenactment und LARPeske Vermittlungswege. Besonders in Großbritannien ist Reenactment sehr beliebt, von Römern über Mittelalter und Napoleonik bis zum ersten und zweiten Weltkrieg, und es wird das Beispiel einer recht liebevoll gestalteten Reenactmentaktion zu dieser Ära in einem englischen Dorf herangezogen. Natürlich gehen die Briten mit diesem Thema deutlich entspannter um und haben ihren ganz eigenen Blickwinkel auf diesen Teil der Historie, eben den britischen. Ein Nachbardorf hat das Thema dann aufgegriffen und sich bereit erklärt ein nordfranzösisches Dorf mit deutscher Besatzung darzustellen, um auch diesen Teil des Themas mit abzudecken. Unterschwellig wurde das mit der Reichsparkidee in Zusammenhang gebracht und als Trivialisierung und mangelnden Respekt des Themas gegenüber dargestellt. Und das ist der Punkt, der mich sehr ärgert. Ich halte Reenactment für eine interessante und kreative Form der Geschichtsvermittlung, und ich sehe keine Anzeichen des mangelnden Respektes für das gerade aus der deutschen historischen Perspektive sehr heikle Thema. Sich darüber zu echauffieren, dass die Briten da hemdsärmeliger sind, halte ich persönlich für gezieltes Angeln nach Empörung. Aus dem gleichen Grund ärgert mich auch der Umgang mit dem vorgestellten italienischen VR-Projekt zu Auschwitz, das dann auch wieder postwendend in den Kontext des Vergnügungsparks gestellt wurde.

Nehmen wir ein anders Beispiel zu einem ähnlich heiklen Thema: LARP-Veranstaltungen, die heikle politische und gesellschaftliche Themen aufgreifen, beispielsweise A War of Our Own, das sich an This War of Mine anlehnt und Flucht und Vertreibung immersiv erlebbar und greifbar macht. Beide haben eine spielerische Herangehensweise. Sie zeigen, dass die spielerische Beschäftigung mit einem ernsten Thema nicht zwingend zu einer Trivialisierung führen muss (wenn auch kann, schöne Grüße dabei an EA), sondern neue Möglichkeiten der Vermittlung eröffnet.

Ist es gut und richtig? Meiner Meinung nach ja. Muss man dabei aufpassen? Definitiv. Trifft die vom Magazin unterschwellig vorgetragene Kritik daran? Meiner Meinung nach definitiv nicht.

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Die Blunies

Ein hochmotivierter Bürger der Bluniekratie

Spiel und Politik, macht die Kombination Sinn? Ein Studententeam der Hochschule Trier hat sich dieser Herausforderung gestellt und ein Spiel zum Tag der deutschen Einheit entwickelt. Keine einfache Aufgabe, aber das Endprodukt ist sehr hübsch geworden, und sehr blau. Pünktlich zu den Feierlichkeiten steht es für Handys und Tabletts und auch für den Browser bereit: Rette die Blunies.

Warum steht das hier im Blog? Ganz einfach, weil ich die historische Beratung des Teams übernommen habe. Eine in Relation zum restlichen Arbeitsaufwand für ein solches Produkt überschaubare Aufgabe, aber nichtsdestotrotz eine interessante Erfahrung.

Details zum Hintergrund und der Entwicklung finden sich beim Trierer Volksfreund.

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Podcasts: Rollenspiel, Verlagswesen und DSK

Ab und an bin ich bei Podcasts zu Besuch und erzähle schrecklich schlaue Dinge. In den letzten Monaten sind zwei weitere hinzugekommen:

Würfelwerfer
Die Würfelwerfer legen ihren Fokus auf Brettspiele. Sie haben im Sinne der Rollenspielmission aber auch eine Podcast-Folge mit dem Thema Rollenspiele für Brettspieler aufgenommen, bei denen sie Dungeon Slayers vorgestellt und angespielt haben. Freundlicherweise haben sie mich zu dieser ausgesprochen unterhaltsamen Spielrunde eingeladen. Und wo ich schonmal da war, haben wir auch gleich noch ein Interview mit aufgenommen zum Thema Rollenspielehistorie, wie man heutzutage Rollenspieler wird, welche Schnittstellen es zu Brettspielen gibt, eine ordentliche „so lief es bei DSA5 ab“ und natürlich ein wenig auch zu DSK. Kurz, es wird anderthalb Stunden fröhlich gefachsimpelt.

Der große Wurf #16: Nerd Special Rollenspiele für alle

Das Interview bei den Würfelwerfern

Pen & Podcast
Seit einiger Zeit in der Rollenspiel-Podcast-Szene unterwegs sind die Kollegen von Pen & Podcast. Neben Ralf Sandfuchs und Melanie Phantagraphie hatte auch ich die Freude von ihnen auf der Role Play Convention im Mai interviewt zu werden. Dies erklärt auch das akustische Chaos im Hintergrund. Thematisch geht es neben meinem Werdegang über die Verbindung zwischen der Entwicklung von Computerspielen und Rollenspielen, wie man DSA-Autor wird und, natürlich, auch hier ein paar Sätze zu DSK.

Das Interview bei Pen & Podcast

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