RatCon 2015: Die Workshop-Komplettübersicht

RatconZwar kann man sich die Workshops auch auf der Homepage der RatCon rausfrickeln, aber hier nochmal als kompakte Übersicht. Vielleicht ganz praktisch für die Con-Planung. Natürlich ohne Gewähr. Welche Veranstaltung in welchem Raum ist, sollte man vor Ort leicht ausknobeln können. So viele Workshopräume gibts da ja nicht.

Freitag
18:00 Uhr: Figuren Bauen und Bemalen für Einsteiger
19:00 Uhr: Aventurisches Bestiarium
20:00 Uhr: Offene Fragestunde mit André Wiesler
21:00 Uhr: Autorenlesung aus Arcadia (Mantikore-Verlag)
21:00 Uhr: Figuren Bauen und Bemalen für Einsteiger

Samstag
10:00 Uhr: Figuren Bauen und Bemalen für Einsteiger
11:00 Uhr: Urban-Eifel-Fantasy
11:00 Uhr: Work in Progress – Die DSA Sneak Preview
12:00 Uhr: Die Stunde der Helden (Fantasy)
12:00 Uhr: Jetzt erzählen wir aber mal auf hohem Niveau!
12:00 Uhr: DSA5 – Der Workshop
13:00 Uhr: Drachenkralle 1 und 2
13:00 Uhr: Figuren Bauen und Bemalen für Einsteiger
14:00 Uhr: Zeitgenossen
14:00 Uhr: Aventuria – Das Abenteuerkartenspiel
14:00 Uhr: Mythologie und Götterwirken in Aventurien
15:00 Uhr: Lesung aus Wolfsmelodie (Fantasy)
15:00 Uhr: Autorenlesung aus The Rising (Mantikore-Verlag)
15:00 Uhr: Wie schreibe ich ein Buch?
15:00 Uhr: Die neuen Regionalspielhilfen
16:00 Uhr: Sarania – Das Vermächtnis der Magier
16:00 Uhr: Helden als Störfaktor: Lebendige Geschichte auf dem Prüfstand
16:00 Uhr: Splitterdämmerung – Im Ascheschatten brennender Türme
16:00 Uhr: Figuren Bauen und Bemalen für Einsteiger
17:00 Uhr: Voll Dampf Fiktionale Kurzgeschichten
17:00 Uhr: Protektor – Monsterjäger mit Sockenschuss
17:00 Uhr: Löwin, Sau und Walbergwidder – Werkstattbericht zur Theaterritter-Kampagne
18:00 Uhr: Das Juwel von Ized – Die Macht der ersten Nacht
18:00 Uhr: Einführung in die Filmproduktion
18:00 Uhr: Geheimnisse der Riesländischen Geschichte
18:00 Uhr: Der Grolmenhort
19:00 Uhr: Autorenlesung aus Kaisersturz (Prometheus-Games)
19:00 Uhr: Die große RatCon-Auktion
19:00 Uhr: Figuren Bauen und Bemalen für Einsteiger
20:00 Uhr: Eis&Dampf – das Steampunk-Setting für Fate Core
20:00 Uhr: Umray – A Textual & Visual Artbook
20:00 Uhr: DSA Quiz
21:00 Uhr: Shaphiriane und der Gott des Feuers
21:00 Uhr: Fantastische Filme
22:00 Uhr: Figuren Bauen und Bemalen für Einsteiger

Sonntag
10:00 Uhr: Figuren Bauen und Bemalen für Einsteiger
11:00 Uhr: DSA5 – Der Workshop
12:00 Uhr: Classic DOCTOR WHO
13:00 Uhr: Wege nach Tharun
13:00 Uhr: Lesung: Mehrer der Macht
13:00 Uhr: Aventurischer Almanach
13:00 Uhr: Figuren Bauen und Bemalen für Einsteiger
14:00 Uhr: Schauspiel im Film
14:00 Uhr: Historia 2.0: Was ist anders und warum?
15:00 Uhr: Zukunft im Sand – Veränderungen in der Khôm
15:00 Uhr: Preview: HeXXen 1733

Ja, ich glaub, man kriegt die Zeit auf der RatCon schon ganz gut rum.

Veröffentlicht unter Das Schwarze Auge | Verschlagwortet mit , , , | Kommentar hinterlassen

RatCon 2015: Jenseits der Donnerkuppel

RatconAuch wenn beim RatCon 2015 ein starker Fokus auf DSA liegt, finden sich bei den Workshops auch noch andere spannende Themen. Und wenn ich Zeit hätte, die ich vermutlich nicht haben werde, würde ich mir sicher einige davon anschauen. Daher mal ein kleiner Blick auf meine persönlichen Highlights:

Samstag, 11.00 Uhr: Interessantes und Kurioses zu Tolkiens Werk
The Man who nose, Robert Vogel, erzählt über allerlei Seltsamkeiten, und das macht er üblicherweise sehr kurzweilig und unterhaltsam. Von daher per se empfehlenswert. Am Sonntag um 12 ist er dann nochmal am Start mit Dr. Who. Da ich mir aus dem wenig mache, hab ich den jetzt nicht nochmal extra aufgezählt.

Samstag, 12.00 Uhr: Jetzt erzählen wir aber mal auf hohem Niveau!
Das ist mal ein Titel mit einer klaren Ansage. Andre Wiesler haut uns ordentlich was um die Ohren, was interaktives Erzählen und Dramaturgie angeht. Nichts für Leute, die beim Schlagwort “Stimmungsspiel” Herzrasen oder Spontantourette kriegen, aber ich denke durchaus erleuchtend.

Samstag, 15.00 Uhr: Wie schreibe ich ein Buch?
Ich tue mich ein wenig schwer mit reiner Prosa. Sie hat ihre ganz eigenen Regeln, und Rollspiel”literatur” hat eine deutlich andere Herangehensweise (vielleicht sollte ich da auch mal was zu schreiben). Das Organisatorische ist jetzt für mich nicht ganz so wichtig, aber für Einsteiger ist das sicher ganz spannend.

Samstag, 19.00 Uhr: Die große RatCon-Auktion
Je nachdem, was so auf den Tisch kommt, kann so eine Auktion schon eine echte Fundgrube sein. Auf der CaveCon gab es bei jeder Auktion einen seelenlosen Stahlbolzen, und auf der NordCon, vor langer, langer Zeit, habe ich mal einen fabulösen Plastikdreizack erstanden. Am Ende steht und fällt die Sache aber natürlich mit dem Auktionator.

Samstag, 20.00 Uhr: Eis&Dampf – das Steampunk-Setting für Fate Core
Der Mann von Judith Vogt stellt das Rollenspielsetting zum Roman vor… glaube ich. Ich bin da nicht so drin thematisch. Steampunk ist ja immer noch gut im Rennen, und ich vermute, so ein Setting lässt sich mit einem Crossover gut aufpeppen, auch wenn der kleine Historiker in mir da bisweilen heftig an seinem Käfig rappelt. Ich mag ungewöhnliche Settings. Von daher: Dampfmaschinen in der Eiszeit, warum nicht? Bei niedriger Temperatur müssten Zeppeline ja eigentlich auch besser fliegen können, oder?

Sonntag, 15.00 Uhr: Preview: HeXXen 1733
Brüder Grimm vs. Evil, könnte man sagen. Ich habe mir die Sache mal vor einiger Zeit durchgelesen, und die Idee vom barocken Horrorszenario ist eigentlich ganz knuffig. Ich könnte mir da Supernatural mit Vorderladern und Degen gut vorstellen.

Veröffentlicht unter Das Schwarze Auge, Logorrhoe, Schreiben | Verschlagwortet mit , , | Kommentar hinterlassen

RatCon 2015: Die volle Packung DSA5

RatconAm 07.08. gehts los. Der RatCon jährt sich zum 20. Mal. Nach Ratingen und Dortmund logiert er zum dritten Mal in der Stadthalle Unna, und ich muss wirklich sagen, die Location ist für einen Con durchaus geeignet.
Natürlich steht der RatCon 2015 unter dem Zeichen von DSA5. War ja auch mehr als genug Arbeit, das Ding. Von daher freue ich mich sehr auf das neue Grundregelwerk, das man frisch aus der Druckerpresse in Unna kaufen können wird. Es ist das erste Buch, das ich als Mitautor deutlich vor der Veröffentlichung als Arbeits-PDF vorliegen habe, was den Effekt des ersten Aufschlagens deutlich reduziert. Denn natürlich springt einem, egal in welcher eigenen Publikation, beim ersten Aufschlagen ein Fehler ins Auge. Immer. Egal, wie sehr man sich vorher einen ablektoriert hat. Das gehört vermutlich zum Autorenkarma dazu.

Das Grundregelwerk in voller Pracht

Das Grundregelwerk in voller Pracht

Ich hatte mir kurz überlegt, vor der RatCon während der Fachtage am Mittwoch und Donnerstag bei der GamesCom vorbei zu schauen, allein schon um ein paar gute Bekannte zu besuchen, aber der RatCon dürfte echt Arbeit werden, und daher werde ich die Zeit zur Vorbereitung brauchen. Den größten Anteil dieser Arbeit werden die Workshops machen (natürlich neben der Mühe, die ganzen Groupies mit langen Stöcken auf Distanz zu halten). Dieses Jahr bin ich bei nicht weniger als vier Workshops vertreten… wenn ich nicht einen vergessen habe.

Entsprechend sieht der Plan fürs Wochenende aus:

Freitag, 19 Uhr: Aventurisches Bestiarium
So viel hab ich fürs Bestiarium gar nicht geschrieben, eigentlich nur die Regeln für Jagd, Verwertung etc. Einiges davon habe ich grade in der Mache. Zum Glück mach ich den Workshop nicht alleine.

Samstag, 11 Uhr: Work in Progress – Die DSA Sneak Preview
Tatsächlich eine kleine Sneak Preview mit einem Einblick in die kruden Ideen von meinen Kollegen und mir. Und meine Herren, habe ich Ideen… was davon jemals umgesetzt wird, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Das ausverkaufte Limited

Das ausverkaufte Limited

Samstag 12 Uhr: DSA5 – Der Workshop
Big mother of workshops. Zwei Stunden DSA5. Ich gehe schwer davon aus, dass die ersten zu diesem Zeitpunkt bereits das GRW durchventiliert haben, von daher hoffe ich mal, dass das nicht zu sehr in kleinteilige Detaildiskussionen abgleitet.

Sonntag 11 Uhr: DSA5 – Der Workshop
Damit es so richtig kesselt, machen wir die Nummer gleich zweimal. Ist auch fairer, denn es wird sicher ziemlich voll werden. So kriegt jeder hoffentlich einen Sitzplatz.

 

Hab ich was vergessen? Ich glaube nicht. Ich werde vielleicht noch eine Runde DSA5 leiten, wenn mein Hirn Samstag Mittag nicht zu sehr in Streifen hängt. Mal schaun, irgendwas kurzes, vielleicht was mit den Badeogern…

Zu guter Letzt: Ich denke ich werde zu einigen der anderen Workshops in den nächsten Tagen noch das eine oder andere sagen. Da sind einige echt schicke Sachen zwischen.

Veröffentlicht unter Das Schwarze Auge, Logorrhoe | Verschlagwortet mit , , , , | 3 Kommentare

Ein Jubiläum: 15 Jahre hinter der Glocke

Kirmessamurai bei der Arbeit

Kirmessamurai bei der Arbeit

Ja, unauffällig… toll. Aber mit ‘nem Draht im Auge rumstehen, das ist dann auch noch unauffällig, oder wie? Datenbuchsen sind doch heute nix neues mehr, oder? Jeder Schlips hat eine. Warum sie also verstecken wollen?
– Jolly Jumper

Im Juli Jahr 2000, kurz nach dem nicht stattgefundenen Y2K-Crash, nicht ganz so kurz vor 9/11, bin ich in die wunderbare Welt des Rollenspielautorentums gestolpert, und zwar, zumindest was die Reihenfolge im Buch angeht, mit den obigen Sätzen. Es war Shadowtalk für den Shadowrun-Regelband Mensch und Maschine 3.01d, und es hat ziemlich Laune gemacht. Es war dabei sicher nicht von Nachteil, dass der damalige Shadowrun-Redakteur von Fantasy Productions, Frank Werschke, in unserer Rollenspielrunde mitgespielt hat. Wer hätte das gedacht, dass ich nur popelige 15 Jahre später das Grundregelwerk des größten deutschen Rollenspiels mitentwickle. Ich bin jetzt schon gespannt, wie die Sache in 15 Jahren aussehen wird.

Veröffentlicht unter Logorrhoe, Schreiben, Shadowrun | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Die Charakterhölle

Nichts klappt, über Tage und Wochen geht es durch Sumpf, Wüste und Gebirge, am Ende nur noch auf auf allen vieren, und dann kommen die dunklen Horden, zahlenmäßig weit überlegen, frisch ausgeruht und mit aller Gewalt. Man wird vermöbelt, verkloppt, gedemütigt, und am Ende, wenn die Pforten des Jenseits schon in Sicht sind, da erklingt die Stimme des Schicksals: “Oh… hm… ja, nee, der ist nicht tot, also, da kommt so eine Lichtgestalt vom Himmel und zack, hat er wieder einen Lebenspunkt. Ja, und der haut dann auch eben noch die anderen Gegner weg.”

Das ist die Charakterhölle. Man wird immer und immer wieder übertölpelt, gedemütigt und geschlagen, aber selbst der Tod ist kein Ausweg. Denn im letzten Moment werden sie gerettet, meist von einem “Oh, das habe ich falsch gelesen, der macht gar nicht so viel”, einem überraschend auftretenden NSC (der natürlich immer erst aufploppt, wenn es zu spät ist) oder einem göttlichen Wunder, der oder das dann auch noch das Problem löst, das die Charaktere gerade eben noch zusammen gemoppt hat. Es ist ein ewiger Kreislauf aus Leid, aussichtslosem Kampf und Sterben. Sowas können sich sonst nur rachsüchtige griechische Götter ausdenken.

Was ist eure persönliche Charakterhölle?

Veröffentlicht unter Uncategorized | Kommentar hinterlassen

Fingerübungen: Aventurien +200

DSA-BaustelleBei einem Gespräch mit einem Bekannten kamen wir zu dem Punkt, dass Waffen in Rollenspielen meist das Sinnbild des Crunch sind. Waffen gehören zu den wichtigen Items, die die Rüstungsspirale anheizen, Bücher mit Waffen verkaufen sich besser, Waffen sind tief in Systemen verwurzelt. Ausnahmen bilden hier höchstens Einzelstücke, die eine eigene Geschichte haben.

Das ist, soweit es kampflastige Systeme betrifft, zwar richtig, aber ich finde, dass Waffenbeschreibungen auch enorm viel Fluff transportieren können. Als kleine Fingerübung habe ich daher ein paar Waffen zusammen fabuliert für ein sehr hypothetisches Aventurien +200 (also 200 Jahre in der Zukunft), mit der Zielsetzung hier ordentlich Fluff reinzustopfen, das in kurzen Sätzen eben diesen hypothetischen Hintergrund punktuell beleuchtet. Und, wer weiß, vielleicht kann ja der eine oder andere was damit anfangen.

Anfanische Flammenlanze
Als eine der üblichsten Unterstützungswaffen der anfanischen Heere hat sich die Flammenlanze spätestens während der Feldzüge in den khomschen Blutsümpfen und besonders bei den opferreichen Gefechten um die Ruinen von Zze Tha bewährt. Mit einem Pumphebel unter Druck gesetzt, kann die Flammenlanze brennendes Praioswasser (je 2 Liter pro Schuss) über eine Distanz von bis zu vierzig Schritt versprühen. Alleine der Anblick eines solchen Feuerstrahls hat schon ganze Hundertschaften von Fronkriegern der Verräterkaiser in panischer Furcht vom Schlachtfeld fliehen lassen. Sie wählen lieber die Schockgeisseln ihrer orkischen Herren als den Tod in den Flammen.
Die Lanze wird über einen schmiedeeisernen Tank, meist auf dem Rücken getragen, mit Brennstoff versorgt, auch wenn größere Varianten bekannt sind, deren Tanks entweder, meist in Kriegsgaleeren, fest verbaut sind oder von vier Sklaven getragen werden.
Einige Sondertruppen der Basaltfaust verwenden außerdem deutlich kleinere Handlanzen mit einfachen Pumpmechanismen, deren Brennstoffvorrat jedoch nur für einige wenige Schüsse ausreicht.
Die Flammenlanze kann mit einem Sporn versehen werden, wodurch ihr Schütze sie im Ernstfall auch als Pike verwenden kann.
Baulich sehr ähnlich ist die unter den Shakagra und einigen maraskanischen Korgoth-Paktieren beliebte Mantikorzunge, die das stark ätzende Verdauungssekret des maraskanischen Faulkäfers versprüht. Da die Faulkäfer auf der nördlichen der maraskanischen Scherbeninseln, besonders in den küstennahen Staubebenen, eine wahre Plage sind, dürfte der Nachschub an Munition als gesichert gelten.
Dass die höchsten Diener des Götterfürsten Boron jedoch schwarzes Feuer mit ihren Flammenlanzen versprühen, das statt dem Leib die Seele verbrennen soll, gilt als absurde Phantasterei mittelländischer Ketzer.

Flammenlanze
TP: 2W6+4  Ladezeit: 0/10 Aktionen*  Magazin: 30/100* Reichweite: 3/10/40  Gewicht: 22 Stein Preis: 2200 Silbertaler

Flammenlanze mit Sporn
TP: 1W6+6 Leiteigenschaft: GE/KK Schadensschwelle: 14 AT/PA-Mod: -2/-4 Reichweite: lang  

Handlanze
TP: 2W6+4  Ladezeit: 0/30 Aktionen**  Magazin: 3 Reichweite: 2/5/20  Gewicht: 5 Stein  Preis: 900 Silbertaler
*Zwischen den einzelnen Schüssen einer Flammenlanze ist kein Nachladen erforderlich. Jedoch können nur fünf Schüsse abgegeben werden, bevor im Tank per Pumphebel neuer Druck aufgebaut werden muss. Dies dauert 10 Aktionen. Der Rückentank enthält 30 Schuss, die größeren Varianten bis zu 200 Schuss.
**Zwischen den einzelnen Schüssen einer Handlanze ist kein Nachladen erforderlich. Jedoch können nur drei Schüsse abgegeben werden. Danach ist das Praioswasser-Reservoir leer. Das Auffüllen des Reservoirs benötigt 30 Aktionen.

 

Magomechanische Rotationsarbalone
Ein seltener Anblick im anfanischen Arsenal ist dieses technische Wunderwerk. Mit der Auslöschung des Leuinnenkultes während der Echsenverfolgungen gingen auch die Geheimnisse um die Herstellung der magomechanischen Rotationsarbalone verloren. Jedoch finden sich immer wieder Einzelstücke, die vor den Schergen des Rabenthrons verborgen wurden. Dieses meist auf einer Lafette montierte Torsionsgeschütz kombiniert eine hohe Reichweite, die selbst die der orkischen Dampfrohre übertrifft, mit einer enormen Feuerrate. Leider ist die Lademechanik recht fehleranfällig, weshalb erfahrene Geschützmeister den Mannschaften stets einen grolmischen Mechanicus zur Seite stellen. Eine kostspielige Investition, die sich aber allzu oft mehr als auszahlt.

Magomechanische Rotationsarbalone
TP: 3W6+6  Ladezeit: 1 Aktion*  Magazin: 20 Reichweite: 12/50/200  Gewicht: 22 Stein Preis: 4000+ Silbertaler
* Die Ladezeit lässt sich nicht durch Sonderfertigkeiten, Zauber o.ä. Modifizieren.

 

Graveshsfaust
Seit etwas über 100 Jahren, seit dem Fall Shafirs, dem Zerstörer der Türme, verwenden die Schwarzpelze mit Dampf betriebene Geschütze. Es heißt, dass ihre Verbündeten, das kleine Volk, den Graveshpriestern Greifenfurts das Geheimnis ihrer Herstellung gelehrt haben, um die Schwächen der orkischen Reiterheere bei Belagerungen zu kompensieren. Und tatsächlich erreichte so die schwarze Flut unter dem Alveraniar Brazoraghs innerhalb weniger Jahre die Ausläufer des Rashdulswalls.
Damit die meist aus Bronze gegossenen Graveshsfäuste ihren Zweck erfüllen können, müssen sie mehrere Stunden aufgeheizt werden. Haben sie jedoch erst einmal die nötige Temperatur erreicht, können sie in relativ schneller Folge ihre vom Dampfdruck aus den Rohren getriebenen Eisen- und Steinkugeln abfeuern. Besonders bei der Reiterei gefürchtet sind zudem die Kartätschbeutel, die beim Aufschlagen die Luft mit scharfkantigen Metallsplittern erfüllen. Versuche mit kleineren, tragbaren Varianten sind bisher nicht von Erfolg gekrönt.

TP: 4W6+8  Ladezeit: 10 Aktion*  Magazin: 0 Reichweite: 10/40/150  Gewicht: 50 Stein Preis: 5500 Silbertaler
* Das Vorglühen der Graveshsfaust benötigt etwa 3 Stunden. Nach der Abgabe von 20 Schuss muss sie wieder für etwa eine halbe Stunde erhitzt werden.

Veröffentlicht unter Das Schwarze Auge, Schreiben, Unfug | Verschlagwortet mit , , , | 3 Kommentare

Tischrollenspiel vs. Gamedesign

Tischrollenspiel ist jetzt nicht grade eine Goldgrube. Es gibt vielleicht ein halbes Dutzend Personen in Deutschland, die vom Entwickeln und Schreiben von Rollenspielprodukten leben können. Daher ist es relativ sinnfrei, Gamedesignstudenten im Bereich Tischrollenspiel auszubilden … sollte man meinen.
Aber auch wenn sich auf akademischer Ebene 90 Prozent aller Aktivitäten um digitale Spiele drehen, denn dort liegt auch das Kapital, kann ich, zugegebenermaßen nicht überraschend, Tischrollenspiel oder schlicht Pen & Paper besonders für Gamedesigner in Ausbildung und Studium nur sehr ans Herz legen. Das Schwarze Auge, Pathfinder, Cthulhu und Co. können nicht nur ein schöner Zeitvertreib mit ein paar Freunden sein, sondern mit dem richtigen Blickwinkel auch eine ausgesprochen lehrreiche Angelegenheit. Im Endeffekt ist es ein großes Testgelände, das ohne Engines, Programmierung und Modelling auskommt, Items, Locations und ganze Welten nach Bedarf mit nicht mehr als ein paar Sätzen erschafft und das zudem unmittelbare Beobachtung der Spieler und Modifikation des Spiels auf allen Ebenen ermöglicht, ohne an irgendwelcher Software herum zu fummeln.

Bereits als Spieler und besonders als Spielleiter lassen sich einige Fähigkeiten erproben und verbessern:

Storytelling

Analoger Zufallsgenerator

Analoger Zufallsgenerator

Hier ist nicht der deutlich enger gesteckte Begriff aus der Rollenspieltheorie gemeint, sondern allgemeiner die Entwicklung und Gestaltung von Plots. Neben den klassischen Themen wie Dramaturgie oder Plotaufbau spielen aber auch sehr stark interaktiv geprägte Elemente hinein, denn im Gegensatz zu digitalen Spielen begrenzt die Engine kaum das Handeln der Spieler. Daher lässt sich hier gut die Funktion von Belohnungssystemen und das Wechselspiel zwischen Information und Motivation bei der Spielerführung beobachten. Alleine zu sehen, wie viel es ausmachen kann, wann wer in welchem Wortlaut eine Information an die Spieler heran bringt, kann hier sehr erleuchtend sein. Typisches Beispiel ist der Umgang mit Informationen, die aus fragwürdiger Quelle kommen. Selbst wenn der NSC als Lügner entlarvt wurde, geistern die von ihm gestreuten Falschinformationen oft noch im Gruppengedächtnis herum.
Kaum ein anderes Spiel kann einem mehr Input mit solcher Detailtiefe liefern, was Spielpsychologie angeht. Und man merkt auch ziemlich schnell, wann eine Geschichte zwar gut klingt, aber den subjektiven Plausibilitätsfilter der Spieler nicht überlebt und umgekehrt, wie man Plots strukturieren, auffächern und streuen kann, um ein möglichst reibungsloses Erleben zu ermöglichen.

Leveldesign
Gerade bei klassischeren Systemen ist der Urvater des Leveldesigns, das Dungeon (ob als echtes Gewölbe, Raumschiff oder Ölplattform), zu finden. Ein spannendes und innovatives Dungeon mit funktionierender Ökologie ist eine nicht zu unterschätzende Herausforderung. Aber auch in komplexen Plots wie Detektivgeschichten kann Design und Aufbau des Settings den Verlauf des Spiels fördern oder stören. Storytelling und Leveldesign gehen hier Hand in Hand.

Weltenbau
Meist ist der Übergang vom Spielen in einem festgelegten Hintergrund hin zu einem selbst geschaffenen fließend. Schnell muss mal ein Dorf improvisiert oder einem Straßenzug Leben eingehaucht werden. Wer mehr Zeit und Energie investieren will, kann sein Glück auch mit einer kompletten Neuschöpfung versuchen. Es ist gar nicht so einfach einen innovativen Ansatz zu finden, der nicht entweder doch irgendwo abgekupfert oder so obskur ist, dass sich die Suspension of Disbelief mit einem leisen Plopp verabschiedet. Der Umgang mit Inspirationsquellen spielt hier genauso hinein wie die verschiedenen Techniken, um eine ganze Welt zu erschaffen. Ob von oben nach unten, von der Erschaffung des Universums bis zum Bewohner der hintersten Bauernkate, oder umgekehrt von einem Kristallisationspunkt hinaus in die Weite, die Erschaffung einer imaginären neuen Welt hat spätestens seit Tolkien einige Glanzlichter hervor gebracht.

Systementwicklung und Balancing
Rollenspielsysteme haben einige spezifische Grundelemente, die den Entwickler dazu zwingen, einfache Lösungen anzustreben. Dies beginnt bereits mit der Problematik der CPU des Systems, die dummerweise das menschliche Gehirn ist. Um einen reibungslosen Spielfluß zu erzeugen, muss daher auf komplexe Rechenoperationen verzichtet werden. Dies zwingt dazu, Probleme bewusst zu dekonstruieren, um sie dann in einfachen, klaren Strukturen umzusetzen. Dabei kann man auf Hilfsmittel wie Würfel unterschiedlichster Seitenzahlen, Spielkarten und andere Zufallsgeneratoren zurück greifen, um Wahrscheinlichkeiten abzubilden. Eine der großen Herausforderungen stellt dabei die Frage dar, wie man ein interessantes, den Wünschen der Spieler entsprechendes System erstellt, das einfach zu erlernen und schnell anzuwenden ist und möglichst wenige Ausreißer und Fehler produziert.

Concept Art, Illustration und Präsentation
Zu guter Letzt wollen Rollenspielprodukte ansprechend präsentiert werden. Hier geht es jedoch nicht nur um hübsche Bilder und die Frage, wieviele Spalten das Layout haben soll, sondern viel mehr darum, dem Produkt ein einheitliches Äußeres zu verschaffen, das den Inhalt bestmöglich präsentiert und Assoziationen weckt, die vom Produkt als Gesamtheit widergespiegelt werden.

tl;dr: Tischrollenspiel ist ein gutes Testgelände für eine Vielzahl von Elementen des Game Design. Du Gamedesigner? Dann spielen!

T1   T2  T3   T4   T5 T6 T7

Veröffentlicht unter Abenteuer B/R, Logorrhoe, Schreiben | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | Kommentar hinterlassen